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Zinssätze: Alle Geldschleusen auf unbestimmte Zeit voll geöffnet


14.08.20 14:22
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Angesichts der vielfältigen Bedrohungen und globalen Risiken durch die Corona-Epidemie haben die internationalen Notenbanken alle Geldschleusen auf unbestimmte Zeit voll geöffnet, so die Analysten der National-Bank AG.

Die FED habe jüngst abermals den Zielkorridor für den Leitzins bei 0,00% bis 0,25% bestätigt und angekündigt, dass sie US-Staatsanleihen und hypothekengedeckte Wertpapiere in unvermindertem Tempo weiter kaufen werde. Die FED erwarte weiterhin, an der Nullzinspolitik so lange festzuhalten, bis sie sicher sei, dass die Wirtschaft die Corona-Krise "überstanden hat".

Mit Blick auf den weiteren Kurs der EZB hätten die Daten die Einschätzung der Analysten, dass die Geldpolitik für die Eurozone voraussichtlich noch wesentlich mehr Stimulus erzeugen müsse als die FED, weiter untermauert: Auf Basis der Erfahrungen der Finanzkrise stehe zu erwarten, dass die Erholung in Europa wesentlich zäher von statten gehe als in den USA. Dies gehe wiederum nicht zuletzt auf die mangelnde preisliche Flexibilität innerhalb der Währungsunion zurück, die die Anpassung an wirtschaftliche Schocks - ähnlich wie in der Finanzkrise - erheblich verzögere. Sollte zudem etwa der Tourismus in Südeuropa auf Dauer so eingeschränkt bleiben müssen wie derzeit, stünde die Europäische Union vor Zentrifugalkräften einer ganz neuen Dimension. (14.08.2020/alc/a/a)