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ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Inflationszahl November 2021: "Das könnte der Scheitelpunkt sein"


29.11.21 16:16
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate im November 2021 veröffentlicht, so das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Die am deutschen Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate ist diesen Berechnungen zufolge weiter auf 5,2 Prozent gestiegen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

"Deutschland erlebt den stärksten Inflationsschub seit drei Jahrzehnten. Die Fünf vor dem Komma ist aber kein Grund zur Panik. Der Novemberwert könnte jetzt schon der Scheitelpunkt des Inflationsschubs sein. Die aktuell deutliche Abwärtskorrektur bei den Ölpreisen und die unausweichlichen neuen Kontakt-Einschränkungen in der vierten Welle werden schon rasch preisdämpfend wirken. Ab Januar ist dazu mit einem statistischen Bremseffekt bei der Inflationsrate zu rechnen, weil die Erhöhung der Mehrwertsteuer aus dem Jahresvergleich herausfällt. So sicher das Absacken der Inflationsrate ab Januar ist, so unklar bleibt, ob Deutschland in den kommenden zwei Jahren wieder mit Inflationsraten in einem Bereich von zwei Prozent rechnen kann. Das entscheidet sich in den kommenden Tarifverhandlungen und letztlich auch im Rat der Europäischen Zentralbank." (29.11.2021/alc/n/a)