Wo bleiben die Dachdecker für die Finanzpolitik?


20.10.17 12:30
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Auf der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank traf sich das "Who is Who" der Finanzbranche, um sich über die unterschiedlichsten Aspekte der Finanzpolitik auszutauschen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Immer wieder sei von diversen Fachleuten darauf hingewiesen worden, dass es jetzt darauf ankomme, sich einen Spielraum für kommende Krisen zu schaffen. Hierzu sei auch das dem früheren US-Präsidenten John F. Kennedy zugeschriebene Zitat "Wenn die Sonne scheint, muss man das Dach reparieren" bemüht worden. Doch dazu müsse das Wetter über einen längeren Zeitraum mitspielen, und man brauche Dachdecker, die ihr Handwerk verstünden.

Auffällig sei in diesem Zusammenhang gewesen, dass die Notenbanker mit ihrer Arbeit zufrieden gewesen seien und nur wenig bzw. keine Kritik an ihrer Handlungsweise zugelassen hätten. So habe auch EZB-Chef Mario Draghi immer wieder darauf verwiesen, dass die Inflation in der Eurozone trotz der Konjunkturbelebung zu niedrig und somit die lockere Geldpolitik weiter notwendig sei. Den von vielen geforderten Zinserhöhungen habe er eine klare Absage erteilt und betont, dass man sich wohl noch in Geduld üben müsse. Diese Message hätten inzwischen zwar alle Marktteilnehmer verstanden, aber viel interessanter sei die Ausgestaltung der anstehenden Übergangsphase. Deshalb dürfe man gespannt sein, was am kommenden Donnerstag, den 26. Oktober, zu diesem Thema beschlossen werde.

Denn nicht alle Mitglieder des EZB-Rats seien der Meinung, dass die expansive Konjunkturhilfe noch beibehalten werden müsse. So habe EZB-Direktor Benoit Coeuré am Rande der Tagung vor den negativen Folgen eines zu langen Festhaltens an den massiven Wertpapierkäufen gewarnt, denn dadurch würden finanzielle Ungleichgewichte aufgebaut werden. Aber auch der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sei nicht müde geworden, das Einhalten der Länderschlüssel und Obergrenzen bei den Anleiheankäufen anzumahnen und endlich den Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik zu beschließen.

Noch vor wenigen Wochen seien die Börsianer davon überzeugt gewesen, dass man mit schnellen und großen Schritten nun endlich auch in Europa einen Normalisierungsprozess einläuten werde. Aber inzwischen habe man den Eindruck, dass die Finanzmärkte nur unzureichend auf diese Wende vorbereitet seien und somit nach dem Motto "lower but longer" die Wertpapierankäufe auch im kommenden Jahr beibehalten würden. Eine Halbierung der monatlich 60 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro über einen Zeitraum von mindestens neun Monaten (oder sogar bis zum Jahresende 2018) sei eine der am meist genannten Varianten. Somit wäre auch in Zukunft eine Versorgung der Märkte mit billigem Geld gewährleistet und die Grundlage für nicht enden wollende Finanzblasen geschaffen. Eine unendliche Geschichte mache also ihrem Namen alle Ehre, weshalb man gespannt sein dürfe, wie Super-Mario am nächsten Donnerstag diesen erneuten Richtungswechsel den Marktbeobachtern schmackhaft machen werde.

Betrachte man sich die Vorgehensweise der britischen Regierung, mit der sie die Brexit-Verhandlungen betreibe, fühle man sich ans OPel-Prinzip erinnert: Ohne Plan, einfach los - ohne hier den echten Opelanern zu nahe treten zu wollen.

Nachdem die Brexiteers aus London auch in der 5. Verhandlungsrunde mit einer No-Deal-Option die Gespräche vollends in eine Sackgasse manövriert hätten, solle nun Großbritanniens Forderung nach einer schnellen Ausweitung der Brexit-Verhandlungen beim heute beginnenden EU-Gipfel klar abgelehnt werden. Klartext: London blitze in Brüssel ab. Noch immer habe sich die britische Regierung nicht durchringen können, feste Zusicherungen für die eingegangen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der EU zu geben. Ebenso fehle es an Lösungen für die besondere Situation des an das britische Nordirland grenzende Irland. Damit bleibe die EU ihrer bisherigen Verhandlungslinie treu, wonach über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien erst dann gesprochen werden solle, wenn ausreichende Fortschritte bei den wichtigsten Trennungsfragen erzielt worden seien.

Was dazu aus London zu hören sei, klinge schon eher wie das Pfeifen im Walde. So habe der britische Finanzminister Philip Hammond gesagt, er sehe keine wachsende Gefahr für ein Scheitern der Verhandlungen über ein Abkommen mit der EU. Auch der britische Verkehrsminister Chris Grayling habe verlauten lassen, er rechne trotz der stockenden Brexit-Gespräche nicht mit einem Austrete ohne Abkommen.

In dieser Situation passe den austrittswilligen Briten eine Studie der Universität Sussex überhaupt nicht in den Kram, wonach ein Brexit ohne Abkommen einen britischen Privathaushalt pro Jahr durchschnittlich um 260 Britische Pfund (292 Euro) mehr belasten würde. Gründe: Steigende Preise für Nahrung, Kleidung und Transport. Dies sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass London angekündigt habe, Zölle auf importierte Waren aus EU-Ländern zu erheben, sofern keine Einigung über die Handelsbeziehungen zur EU nach dem Ausstieg Großbritanniens gefunden werde. Die Kosten für einen einzelnen Haushalt würden damit jährlich um 0,9% steigen, heiße es in der Studie.

Ebenso wenig dürfte man in 10 Downing Street in London hören wollen, dass nun auch noch die OECD vor einer Wirtschaftsflaute nach dem Brexit warne. Ein ungeordneter Austritt würde dem Handel erheblich schaden, würden die Pariser Ökonomen argumentieren. Großbritannien müsse aber genau das anstreben, was Hasardeure wie der britische Außenminister Boris Johnson in Kauf nehmen würden: "Engst mögliche wirtschaftliche Beziehung" mit der EU, um die Folgen des Ausstiegs abzufedern.

Und zwischen den Zeilen signalisiere die OECD vor allem eins: Finde einen Weg zum Exit in den Brexit! "Sollte der Brexit durch eine politische Entscheidung (wechselnde Mehrheit, neues Referendum) rückgängig gemacht werden, wäre die positive Wirkung auf das Wachstum bedeutend", heiße es in dem Bericht der OECD.

Es sei mehr als nur eine Nagelprobe, die Emmanuel Macron zu bestehen haben werde, um seinen Reformkurs zur Erneuerung Frankreichs durchzusetzen. Von einem seiner Kernthemen, der Reform des französischen Arbeitsrechts, habe sich der 39-jährige Regierungschef in Paris auch trotz heftiger Proteste nicht abbringen lassen. Jetzt wolle er nach fünf Monaten im Amt mit der Streichung der Vermögenssteuer eine andere seiner Ankündigungen in die Tat umsetzen - und begebe sich prompt wieder auf's Glatteis.

Macron würde damit die obersten Einkommensschichten um 3,2 Mrd. Euro entlasten, während Geringverdiener die anstehenden Kürzungen des Wohngelds zu spüren bekämen. Seit 1989 würden 350.000 französische Haushalte mit einem Vermögen über 1,3 Mio. Euro eine Steuer auf Vermögen wie Spargelder, Aktien und Immobilien zahlen. Die Abgaben seien gestaffelt. Den höchsten Steuersatz hätten mit 1,5% diejenigen, die über Immobilienbesitz im Wert von mehr als 10 Mio. Euro verfügen würden.

Die Vermögenssteuer auf Immobilien wolle Macron belassen, die auf Kapitalvermögen streichen würden. Ob gemäß Macrons Motto "Die Unternehmer sind die Ersten in der Seilschaft" es auf diese Weise neben der Bereicherung der Reichen auch zu Investitionen und damit neuen Jobs kommen werde, müsse sich freilich erst noch zeigen. Es sei eine Wette von Macron, die laut der Zeitung "Le Monde" darin bestehe, ob die Begüterten mitmachen würden und ihr Geld, das sie künftig durch die Steuerreform sparen würden, eigennützig anlegen würden oder es in einer für die Gesellschaft nützlichen Weise zur Verfügung stellen würden.

Es sei da wohl eher ein symbolischer Akt, wenn der Präsident die Besteuerung von Yachten, Luxus-Limousinen, Antiquitäten und Edelmetallen auch künftig beibehalten wolle.

An Appellen, vom Multilateralismus nicht abzukommen, habe es auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank, die am vergangenen Sonntag in Washington zu Ende gegangen sei, nicht gefehlt. Ob der, dem diese Botschaft insbesondere gegolten habe, aber dafür empfänglich sei, dürfe bezweifelt werden. Immer wieder habe man den Elefanten im Porzellanladen angesprochen - ohne dass die US-Regierung unter D.T., dem Unberechenbaren, beim Namen genannt worden sei.

IWF-Chefin Christine Lagarde habe gesagt, dass globale Probleme nicht mit Alleingängen gelöst werden könnten, und eine Studie zitiert, wonach die ärmsten 10% rund 63% ihrer Kaufkraft verlieren würden, wenn alle Grenzen dichtgemacht würden. Natürlich sei dies eine klare Kritik an Trump und dessen "America first"-Politik gewesen.

Doch allen Aufrufen zum Trotz habe man den Eindruck, dass die Kritik, die ja von Sachargumenten getragen werde, an Trump nicht nur abpralle, sondern ihn geradezu animiere, sich noch mehr in die Kontroverse zu begeben. So scheinen auch die Spannungen zwischen den Washingtoner Finanzinstitutionen und Washington zuzunehmen, so die Analysten der Baader Bank. Im Mittelpunkt stehe dabei zurzeit insbesondere die Weltbank. Die USA würden sich aktuell weigern einer Kapitalerhöhung der Weltbank zuzustimmen, sofern sie nicht ihre Kreditvergaben in China drossle. Ohne die USA aber könne die Weltbank ihr Kapital nicht erhöhen, würden diese doch über eine Sperrminorität verfügen und die Institution auch politisch dominieren.

China sei zwar mit 60 Mrd. USD hinter Indien der zweitgrößte Kreditnehmer bei der Weltbank, gemessen an der Größe des Landes ist dies aber wenig. Mexiko etwa habe nur unwesentlich weniger Geld erhalten. Die Weltbank versuche seit einigen Jahren verstärkt in Asien Fuß zu fassen, wo sie es zunehmend mit regionalen Entwicklungsbanken zu tun habe. Mit der Kapitalerhöhung wolle man dem steigenden Bedarf nach Kapital in Schwellenländern Rechnung tragen, habe Weltbank-Präsident Jim Yong Kim auf der IWF-Tagung klargemacht. Ob es diese Strategie sei, welche der Trump-Administration nicht passe, oder ob über die Weltbank indirekt politischer Druck auf China aufgebaut werden solle, sei unklar. Klar sei nur, dass einmal mehr Trumps Unberechenbarkeit die Märkte belaste.

Und plötzlich scheine das Mammutprojekt Basel III, in dessen Rahmen der so genannte Basler Ausschuss aus internationalen Bankenaufsehern und Notenbankern Regeln über Modelle zur Absicherung von Bankrisiken berate, vor dem Abschluss zu stehen. So habe Bundesbankchef Jens Weidmann verkündet, dass unter den jahrelangen Streit zwischen Europäern und Amerikanern bei der Bankenregulierung schon bald ein Strich gesetzt werde.

Im Kern gehe es um weltweite Mindeststandards zur Eigenkapitalunterlegung für global tätige Banken. Der sich andeutende Kompromiss solle nun so aussehen, dass der Wert, nach dem die Banken mit internen Modellen ihre Bilanzrisiken herunterrechnen dürften, bei 72,5% liegen dürfe. Dies aber habe die deutsche Kreditwirtschaft alarmiert, bestünden sie doch darauf, mehr Freiheit bei der Anwendung eigener Risikomodelle anwenden zu dürfen, während die Amerikaner strengere Standardmodelle fordern würden.

Sparkassen und private Banken seien überzeugt, dass die neuen globalen Regeln europäischen Instituten massive Nachteile gegenüber amerikanischen bescheren würden. So warne der Bankenverband vor "faulen Kompromissen und vorschnellen Lösungen". Ein höherer Standardsatz würde die bisher günstige Kreditvergabe im Mittelstand und Handwerk erschweren, würden die deutschen Banken argumentieren. Insgesamt wäre Europa, das traditionell eine stärker auf Krediten basierende Finanzierungsstruktur aufweise, massiver davon betroffen als die eher kapitalmarktbasierten USA.

Nun würden die deutschen Sparkassen und Privatbanken hoffen, dass es noch zu Änderungen kommen werde - vor allem, weil auch Frankreich Widerstand gegen das Reformpaket leiste. Es sei allerdings zu befürchten, dass Basel III weitgehend ausverhandelt sei und das Regulierungsprojekt bald offiziell abgesegnet werde.


In den vergangenen Wochen sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass die Europäische Zentralbank Frankreich bei dem Ankauf von Firmenanleihen bevorzugt behandelt habe und systematisch vom Kapitalschlüssel abweiche. Dies könnte sich auch zukünftig so verhalten und vielleicht sei das ein Grund, dass in dieser Woche u.a. drei französische Unternehmen (RTE, Vallourec und CMA CGM) mit Neuemissionen aktiv geworden seien.

So habe der französische Versorger RTE eine 750 Mio. Euro schwere Anleihe mit Endfälligkeit am 23.10.2037 aufgelegt. Der mit einem Kupon von 1,875% und einer Make Whole Option ausgestattete Bond (ISIN FR0013290749 / WKN A19QX7) sei bei 99,078% gepreist worden, was einem Emissionsspread von +47 Bps über Mid Swap entsprochen habe.

Im Unterschied hierzu hätten die beiden anderen Emittenten aber ihre Bonds mit deutlich höheren Kupons ausstaffieren müssen. Das auf die Herstellung von Rohren für die Energiemärkte spezialisierte Unternehmen Vallourec habe bei der 5-jährigen Anleihe (ISIN XS1700480160 / WKN A19QUZ) im Volumen von 400 Mio. Euro einen Kupon in Höhe von 6,625% und das französische Schifffahrts- und Logistikunternehmen CMA CGM für seine am 15.01.2025 endfällige 500 Mio. Euro Emission (ISIN XS1703065620 / WKN A19Q55) 5,25% festschreiben lassen. Die Zinszahlung an die Investoren erfolge jeweils halbjährlich. Die Mindeststückelung dieser drei französischen Bonds belaufe sich auf nominal 100.000 Euro und ziele somit eher auf institutionelle Anleger ab.

Diesem Trend habe sich in dieser Woche allerdings die Finanztochter des Industrieversorgers Innogy nicht angeschlossen und eine Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 850 Mio. Euro sowie einer Mindeststückelung von 1.000 Euro zur Freude der Privatanleger aufgelegt. Der am 19.10.2027 endfällige Bond (ISIN XS1702729275 / WKN A19QW4) sei mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,25% zu 98,987% begeben worden, was einem Spread von +47 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Innogy Finance selbst bezeichne diese Emission als "Grüne Anleihe", mit deren Erlös nachhaltige Projekte refinanziert werden sollten.

Am gestrigen Handelstag habe die Rentenhändler allen Anschein nach etwas der Mut verlassen. So habe das Rentenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) das am Dienstag erreichte Niveau (162,78%) nicht erneut übertreffen können und erstmals nach sieben Tagen wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Obwohl größtenteils von einer Fortsetzung der expansiven Geldpolitik ausgegangen werde, hätten Gewinnmitnahmen den Aufwärtstrend vorerst gestoppt. Das könne sich allerdings schon bald wieder ändern, wenn z.B. im Konflikt zwischen Spanien und Katalonien keine Lösung gefunden werden könne.

In den kommenden Tagen werde sich zeigen, ob die Risiken einer Longposition im Euro-Bund-Future auf diesem Niveau noch vertretbar gewesen seien oder ob eine Absicherung der Bestände die bessere Alternative gewesen wäre.

Charttechnisch sei der kurzfristige Aufwärtstrend allerdings immer noch intakt und die Unterstützungslinie verlaufe aktuell bei 161,84%. Diese sich täglich um 0,14 Prozentpunkte nach oben verschiebenden Leitplanke bilde in Kombination mit einer oberen Trendkanallinie bei 162,75% ein fallendes Dreieck und es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Ausbruch aus dieser Formation erfolgen werde. Zurzeit werde das Sorgenbarometer der Eurozone bei 162,17% gehandelt und man dürfe gespannt sein, welche Begrenzungslinie zuerst getestet werde.

In den USA sei nicht nur wegen einer möglicherweise anstehenden FED-Zinsentscheidung im Dezember stets Inflation ein Thema, sondern auch im Vorfeld der Aufstockung der 30-jährigen TIPS um 5 Mrd. USD am heutigen Donnerstag. Vorher seien bereits 116 Mrd. USD mittels T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten refinanziert worden.

In der Eurozone sei zum Wochenstart die Slowakei mit zwei Aufstockungen von Altemissionen (ISIN SK4120011636 / WKN A181DY, 2023; ISIN SK4120010430 / WKN A1ZUZV, 2027) aktiv geworden. Am nächsten Tag sei Deutschland mit der Erhöhung des Emissionsvolumens der aktuellen 2-jährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104693 / WKN 110469) um 4 Mrd. Euro auf insgesamt 13 Mrd. Euro gefolgt. Die Zuteilung sei bei durchwachsener Nachfrage mit einer Durchschnittsrendite von -0,75% gegenüber dem vorherigen Tender (-0,73%) erfolgt. Für die Marktpflege seien fast 780 Mio. Euro zurückbehalten worden.

Zur Wochenmitte sei die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland sogar ein zweites Mal am Kapitalmarkt präsent gewesen und habe nominal 1 Mrd. Euro der 2048 endfällig werdenden Bundesanleihe auf insgesamt 3 Mrd. Euro versteigert. Hierbei seien Orders für über 1,3 Mrd. Euro aufgegeben worden und die Abrechnung sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,22% erfolgt - unter Berücksichtigung einer Marktpflegequote von ca. 190 Mio. Euro.

Am heutigen Donnerstag würden Frankreich und Spanien den Reigen der Auktionen beschließen. Frankreich biete Material in sechs Altemissionen (ISIN FR0013157096 / WKN A180JV, 2021; ISIN FR0013283686 / WKN A19PMK, 2023; ISIN FR0011962398/ A1ZKFM, 2024; ISIN FR0012558310 / WKN A1ZW79, 2025; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7, 2027; ISIN FR0000188799 / WKN 123136, 2032) und Spanien in vier Gattungen (ISIN ES00000128X2 / WKN A19JJJ, 2021; ISIN ES00000122E5 / WKN A1ATVW, 2025; ISIN ES0000012A89 / WKN A19KVL, 2027; ISIN ES00000128C6 / WKN A18YZ6, 2046) neu an.

Die Stimmung an den weltweiten Finanzmärkten könnte kaum besser sein, zumindest sei dies der Eindruck, wenn man auf die Aktienmärkte blicke. Denn diese würden derzeit immer neue Rekordstände erreichen. Am Devisenmarkt hingegen würden aktuell die Impulse für eine klare und eindeutige Richtung fehlen. In den kommenden Tagen und Wochen stünden wichtige Termine auf der Agenda und somit würden sich die Marktteilnehmer mit größeren Engagements zurückhalten. Im Fokus stehe dabei insbesondere die Nachfolge für den FED-Vorsitz sowie das EZB-Treffen in der nächsten Woche.

So bewege sich das Devisenpaar Euro/US-Dollar in relativ ruhigem Fahrwasser, auch wenn die Gemeinschaftswährung momentan aufgrund des Katalonien-Konflikts und einer möglichen Verlängerung des Anleihekaufprogramms unter leichtem Abgabedruck stehe. Der Euro habe zum Wochenausklang noch auf einem Oktoberhoch bei 1,1880 USD gehandelt, um im weiteren Handelsverlauf bis auf 1,1730 USD abzurutschen. Zur Stunde notiere die Einheitswährung wieder etwas höher als die Tage zuvor bei 1,1815 USD.

Trotz des stärker werdenden US-Dollar habe es der Euro geschafft in der Vorwoche neue Bestmarken zu einer anderen Dollarwährung zu erklimmen. Im Vergleich zum Kiwi-Dollar (Neuseeland-Dollar, NZD) sei der Euro heute Morgen bis auf 1,6781 NZD gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt im Mai 2016 gehandelt.

In der vergangenen Berichtswoche hätten Währungsanleihen lautend auf Türkische Lira, Russische Rubel, Südafrikanische Rand sowie US-Dollar zu den Favoriten gezählt.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (20.10.2017/alc/a/a)





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