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Wandelanleihen: Alternative für Investoren bei Marktturbulenzen und in steigendem Zinsumfeld


18.05.18 13:00
Absolut Research

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Im aktuell herausfordernden Kapitalmarktumfeld können Wandelanleihen eine Alternative für Investoren darstellen, so die Experten von Absolut Research.

Sie würden durch die garantierte Rückzahlung am Laufzeitende, die Partizipationschancen an steigenden Aktien und die niedrigeren Zinsrisiken gegenüber klassischen Unternehmensanleihen überzeugen. Um institutionellen Investoren einen Überblick über die Asset-Klasse zu bieten, habe Absolut Research in der Absolut|analyse "Wandelanleihen - Markt-Analyse und Asset-Manager-Performance" die Entwicklung und Zusammensetzung des Marktes für Convertible Bonds untersucht und die absolute und relative Performance der Asset Manager analysiert. Das Gesamtuniversum der untersuchten Produkte habe per Ende Januar 2018 206 Produkte umfasst.

Global investierende Wandelanleihenfonds - ob mit oder ohne Währungsabsicherung - hätten in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt eine vergleichsweise konservative Politik verfolgt. Zwar habe dies bedeutet, dass sie gegenüber der Marktbenchmark eine geringere Rendite erwirtschaftet hätten, im Gegenzug seien die Risikokennziffern allerdings deutlich geringer ausgefallen. Würden zudem noch die laufenden Kosten berücksichtigt, seien die Manager in der Lage gewesen, vor Kosten eine risikoadjustierte Outperformance zu erzielen. Absolut hätten Asset Manager mit Fokus auf globale Wandelanleihen, die Fremdwährungsrisiken systematisch absichern würden, eine Rendite von 5,0% p.a. erzielt, wodurch sie jährlich 2,3 Prozentpunkte hinter dem Thomson Reuters Global Hedged Convertible Index zurückbleiben würden.

Diese Durchschnittsperformance verdecke allerdings die erheblichen Renditedifferenzen der einzelnen Fonds innerhalb der jeweiligen Segmente. Bei den global investierenden Fonds habe die Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Asset Manager 7,8 Prozentpunkte im Jahr betragen. Diese Variation in den Renditen unterstreiche die Bedeutung der Managerselektion.

Michael Busack, Geschäftsführender Gesellschafter Absolut Research GmbH: "Die Heterogenität der Emissionsbedingungen einzelner Convertibles und oftmals fehlende Ratings steigern die Bedeutung des aktiven Asset Managements im Bereich Wandelanleihen".

Im Vergleich zu globalen Aktien und Anleihen, die bei einer jährlichen Rendite von 8,2% und 3,7% gelegen hätten, hätten Wandelanleihen in den vergangenen 15 Jahren ein Plus von 6,5% p.a. erzielen können. Mit einer Volatilität von 9,3% und Maximalverlusten von -38% hätten die Convertibles allerdings deutlich unter den Risikokennzahlen globaler Aktien gelegen, sodass die risikoadjustierte Performance der Wandler besser als die der Aktien ausgefallen sei. Ein aktuelles Beispiel für die geringeren Verlustrisiken der Wandler sei die Entwicklung der ersten beiden Februarwochen des Jahres 2018: Während der S&P 500 8,1% verloren habe, habe der Bloomberg Barclays US Convertible Composite Index seine Verluste auf -5,7% beschränken können.

Im Schnitt habe die modifizierte Duration der Wandler 3,0 betragen - deutlich weniger als bei den im Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate Index enthaltenen Anleihen. Deren modifizierte Duration habe bei rund 6,5 gelegen. Gerade in einem zunehmend wieder restriktiveren geldpolitischen Umfeld könne dies aus Investorensicht vorteilhaft sein. Ende Januar 2018 habe das Gesamtvolumen der weltweit ausstehenden Wandelanleihen 407 Mrd. US-Dollar betragen. Die Hälfte hiervon habe auf US-Dollar gelautet, dahinter seien in Euro denominierte Anleihen (23%) sowie in Chinesische Renminbi bzw. Japanische Yen denominierte Bonds (9% bzw. 6%) gefolgt. In den vergangenen Jahren hätten die Emissionsvolumina von Wandelanleihen in einer Größenordnung von rund 60 Mrd. US-Dollar gelegen. Das Jahr 2017 habe mit 93,2 Mrd. US-Dollar einen Ausreißer nach oben dargestellt. (Ausgabe vom 17.05.2018) (18.05.2018/alc/a/a)