"Vorsicht": Zwielichtige Kaufangebote für R-Logitech- und Metalcorp-Anleihen - Anleihenews


20.01.20 11:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Aktuell kursieren wieder einmal zwielichtige Kaufangebote am KMU-Anleihen-Markt, diesmal möchte ein gewisser Herr Moritz Müller, London, die Unternehmensanleihe der R-Logitech S.A.M und der Metalcorp Group S.A. jeweils zu 80% erwerben, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Stellungnahme der Unternehmen

Beide Unternehmen hätten nunmehr auf ihren Webseiten mit einer Stellungnahme zu den am 10. Januar im Bundesanzeiger erschienenen Kaufangeboten für die 8,50%-Anleihe 2018/2023 (ISIN DE000A19WVN8 / WKN A19WVN) der R-LOGITECH S.A.M. als auch die 7,00%-Anleihe 2017/22 der Metalcorp Group S.A. reagiert und würden dabei ausdrücklich daraufhinweisen, dass sie in keinerlei Verbindung zu dem Anbieter Herrn Müller stünden. Die Gläubiger seien demnach in keinster Weise verpflichtet, auf das Angebot von Herrn Müller zu reagieren oder es anzunehmen.

Hinweis: Sowohl Metalcorp als auch R-Logitech, beide Unternehmen würden zur Monaco Resources Group gehören, hätten nach eigenen Angaben das Geschäftsjahr 2019 erfolgreich abgeschlossen und würden bis Mitte Februar 2020 vorläufige Zahlen veröffentlichen.

Schon wieder ein Herr Müller!?

Besagter Herr Müller biete den Anleiheinhabern beider Bonds an, ihre Schuldverschreibungen zu einem Preis von 800 Euro pro 1.000 Euro Nominale zu erwerben, also deutlich unter dem Kurspreis. Die Offerte gehe jeweils über ein Gesamtvolumen von 10 Mio. Euro.

Der Fall erinnere an einen gewissen Investor namens Karl Müller, der vor zwei Jahren ebenfalls mit dubiosen Angeboten versucht habe, Anleihen weit unter dem Kurspreis zu erwerben und Anlegern das Vertrauen zu entziehen.

KFM-Analysten würden dubiose Angebote hinterfragen

Auch die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG würden das Kaufangebot von Herrn Moritz Müller (14 Eaton Place, SW1X 8AE London / E-Mail: mz.mueller@outlook.com) kritisch hinterfragen und dahinter vermuten, dass

1. diese Offerte unbedarfte Anleger so stark verunsichern könnte, dass diese spontan Ihre Wertpapiere an den Börsen veräußern würden. Dies würde die Kursverluste und die erhöhten Börsenumsätze bei den oben genannten Wertpapieren erklären.

2. Herr Moritz Müller offensichtlich das Ziel verfolge, die Wertpapiere so preiswert wie möglich zu erwerben. Hierzu würden alle sprachlichen Möglichkeiten genutzt, um den Anlegern zu suggerieren, dass Kurse um die 80% ein attraktiver Verkaufskurs seien. Dabei nehme Herr Mueller in Kauf, dass Anleger sich durch die Veröffentlichung im Bundesanzeiger so verunsichern lassen würden, dass unbedachte Spontanhandlungen erfolgen würden. Dies finde auch seinen Ausdruck in dem kurzen Zeitraum seines Angebotes.

3. eine Beratung durch die depotführende Bank bei etwaigen Fragen zu der Übernahmeofferte nicht erfolgen könne. Auf Grund der Regulierung werde bei den meisten Kreditinstituten auf die Beratung von Einzeltiteln verzichtet.

Die Analysten würden raten, solche Angebote immer gründlich und gewissenhaft zu prüfen. Keinesfalls sollte sich ein Anleger durch eine solche Offerte verunsichern und psychologisch unter Druck setzen lassen. Aufgrund der relativ geringen Marktbreite und -tiefe bei Mittelstandsanleihen sei die theoretische Gefahr manipulativer Eingriffe in die Kursbildung deutlich erhöht. Ein Anleger, der sich auf solche Angebote ungeprüft einlasse, riskiere Kursverluste.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 17.01.2020) (20.01.2020/alc/n/a)





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