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Verhaltene Zinserwartungen


18.10.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die als sicher geltenden Staatsanleihen haben weiter zugelegt, so die Analysten der Helaba.

Konjunkturellen Gegenwind habe es nicht gegeben und zudem könnten die verhaltenen Zinserwartungen bezüglich der FED als Unterstützung ins Feld geführt werden. Marktteilnehmer würden 2019 zwei Zinserhöhungen auf ein Niveau von 2,75 bis 3,00% eskomptieren. Darüber hinaus werde nicht mit weiteren Schritten gerechnet. Die FED signalisiere per Ende 2019 Werte von 3,00 bis 3,25% und Ende 2020 von 3,25 bis 3,50%. Die Tatsache, dass die Arbeitslosenquote zuletzt auf 3,7% gesunken sei und die Zahl der offenen Stellen jenseits von 7 Mio. einen neuen Rekordstand erreicht habe, spreche dafür, dass es weitere Erhöhungen des Leitzinsniveaus geben werde. Möglicherweise würden sich die Marktteilnehmer auch von der inzwischen unverhohlenen Kritik an der FED seitens des US-Präsidenten beeindrucken lassen.

Sollte sich die FED ihrerseits einschüchtern lassen, wäre dies kein gutes Signal für den US-Dollar. Derweil seien die Erwartungen die EZB betreffend ebenfalls auf dem Rückzug. Zu Beginn des Monats seien 3M-Euriborsätze per Ende 2020 gut 70 Basispunkte über den aktuellen Niveaus gehandelt worden. Inzwischen habe sich dies um 10 Basispunkte reduziert und bedeute, dass jeweils ein Zinsschritt im kommenden und übernächsten Jahr erwartet werde. Anders als in den USA habe sich die konjunkturelle Dynamik hierzulande abgeschwächt und der Inflationsdruck (Kernpreise) sei weiterhin schwach. Eine Befeuerung der Zinserwartung sei daher kurzfristig wohl nicht zu erwarten.

Datenseitig stehe heute der Philadelphia-FED-Index im Mittelpunkt des Interesses. Die Vorgabe vom Empire-State-Index sei solide, denn dieser habe sich wieder auf über 20 Punkte leicht erholen können. Vor diesem Hintergrund erscheine das Enttäuschungspotenzial begrenzt und die Konsenserwartung sei als weitgehend realistisch einzustufen. Mithin sollte es keinen Anlass geben, am Wachstumsszenario in den USA zu zweifeln und die Zinserwartungen zu reduzieren. (18.10.2018/alc/a/a)