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Unternehmensanleihen: Risikoprämien weiten sich aus


21.06.18 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Mai tendierte der Gesamtmarkt für Euro-Unternehmensanleihen leicht ins Minus, so die Experten von Union Investment.

Während die abwärts gerichtete Zinsbewegung der Bundesanleihen unterstützt habe, hätten sich die Risikoprämien (Spreads) angesichts der Ereignisse in Italien teils deutlich ausgeweitet. Der Euro-Unternehmensanleihemarkt habe auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) in diesem Umfeld 0,2 Prozent verloren. Die Spreads seien um 14 auf 66 Basispunkte angestiegen. Der Renditeabstand zu Bundesanleihen habe sich dabei stärker ausgeweitet als es bei der Swap-Entwicklung zu beobachten gewesen sei.

Neben der schwierigen Regierungsbildung in Italien habe auch das absehbare Ende des Anleiheankaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet. Die Nervosität der Anleger bei politisch negativen Nachrichten habe deutlich zugenommen.

Während der Gesamtmarkt eher moderat reagiert habe, habe die Risikoscheu der Anleger in einzelnen Segmenten schon deutlichere Spuren hinterlassen. Vor allem in den Nachrangsegmenten habe es im Mai merkliche Rücksetzer gegeben. Diese Papiere hätten sich nach positiver Entwicklung vorzugsweise zum Abbau von Risiken in den Portfolios angeboten. Auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) hätten nachrangige Industrie- und Finanztitel um 1,3 sowie 1,7 Prozent nachgegeben. Die Spreads hätten sich um 32 respektive 42 Basispunkte ausgeweitet. In den Peripherieländern hätten Finanzpapiere die Verliererliste angeführt. Der entsprechende Sub-Index ICE BofA Merrill Lynch EBCA habe im Mai 2,5 Prozent abgegeben. Der hochverzinsliche Sektor (High Yield, ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) habe um 1,1 Prozent nachgegeben, die Spreads hätten um 50 auf rund 300 Basispunkte angezogen.

Der Primärmarkt sei trotz teils geringer Liquidität offen geblieben. Es sei zu beobachten gewesen, dass die neu emittierten Anleihen den positiven Effekt des EZB-Ankaufprogramms - wegen dessen absehbaren Auslaufens - mittlerweile ausgepreist hätten. Die den Anlegern gewährten Neuemissionsprämien hätten sich zuletzt erhöht und auf dem Niveau gelegen, wie es vor dem Start der Anleiheankäufe zu beobachten gewesen sei. Dies habe auch zu Druck auf die Sekundärmarktkurven geführt.

Die fundamentale Lage der Unternehmen sei weiterhin gut, Italien bleibe ein Unsicherheitsfaktor. (Ausgabe Mai 2018) (21.06.2018/alc/a/a)