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Unternehmensanleihemärkte: Emissionsvolumen mit robustem Jahresauftakt


19.01.18 12:45
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Von Seiten der Risikospreads sind im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen zu beobachten, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die Risikoprämien für Investment-Grade geratete Unternehmensanleihen würden gemessen am iBoxx Corporates EUR mit einem Niveau von 35,3 Basispunkten nahezu unverändert zur Vorwoche (35,4 BP) bleiben. Auch ohne Financials signalisiere der iBoxx zum Jahresstart Stabilität.

Die ersten Januarwochen seien von hoher Emissionsaktivität geprägt gewesen. Europäische Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich hätten seit Jahresstart 2018 bereits auf Euro lautende Anleihetitel im Volumen von 15,6 Mrd. Euro emittiert. In den Vorjahreszeiträumen 2017 und 2016 hätten sich die Emissionen auf 19,0 bzw. 6,2 Mrd. Euro belaufen. Auch im High-Yield- und im ungerateten Segment könne man von einem soliden Jahresauftakt sprechen (10,1 Mrd. vs. 14,4 Mrd. Euro in 2017 und 4,0 Mrd. in 2016). Die Gesamtvolumina würden unter der Marke aus 2017 bleiben, als einige Sondereffekte (z.B. Skepsis bzgl. der Dauer des Konjunkturaufschwungs in Europa, allgemeine politische Unsicherheit) die Emissionsvolumina in 2017 hätten ansteigen lassen.

Der Bedarf für Fremdfinanzierungen könnte in 2018 zudem von stärkeren M&A-Aktivitäten profitieren. Der Akquisitionszyklus europäischer Unternehmen hinke tendenziell seinem nordamerikanischen Pendant hinterher. Im Jahr 2017 seien die M&A-Aktivitäten europäischer Unternehmen verhalten gewesen. Die stabile konjunkturelle Lage der Eurozone, die robuste Gewinnentwicklung und die immer noch günstigen Refinanzierungsbedingungen könnten Zukäufe attraktiv machen. Jedoch erhalte die Unternehmensanleihe auch Konkurrenz von anderen Fremdkapitalinstrumenten, z.B. dem Schuldscheindarlehen.

Das am vergangenen Donnerstag (11.01.) erschienene EZB-Sitzungsprotokoll zur Notenbanksitzung im Dezember habe auch Verweise auf das Corporate Sector Programms der EZB (CSPP) enthalten. Europas Währungshüter würden darin betonen, dass das CSPP die Finanzierungsbedingungen für europäische Unternehmen signifikant gestützt habe. Zur zukünftigen Aufteilung der Anleihekäufe und deren Verteilung zwischen öffentlichem und privaten (Unternehmens-) Sektor hätten Draghi & Co. keine zusätzlichen Details verraten. Zum gegenwärtigen Stand weise das CSPP ein Gesamtvolumen von 133,3 Mrd. Euro auf. Insgesamt halte sich die EZB offen, wie sie ihre Anleihekäufe zwischen den verschiedenen Programmen verteile. Im Falle einer konjunkturellen Abschwächung könnte insoweit ein stärkeres Ankaufvolumen für Unternehmensanleihen forciert werden. (Ausgabe vom 18.01.2018) (19.01.2018/alc/a/a)