Erweiterte Funktionen

US-Stimmungsindikatoren im Blick behalten


20.02.20 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Ausbreitung des Coronavirus setzt sich fort, so die Analysten der Helaba.

Zwar scheine die Geschwindigkeit nachzulassen, Sorgen vor den makroökonomischen Auswirkungen der Epidemie würden Marktteilnehmern aber erhalten bleiben. Es werde wohl noch eine gewisse Zeit dauern, bis China zur Normalität zurückkehren könne, denn noch immer seien viele Unternehmen geschlossen und Produktionen stillgelegt. Chinas Staatsführung steuere gegen und die Zentralbank ergreife Maßnahmen, dennoch wirke sich die Epidemie negativ auf die Weltwirtschaft aus. Das Ausmaß der Verunsicherung werde in Stimmungsindikatoren sichtbar. Zuletzt sei es die ZEW-Umfrage gewesen, die sich trotz rekordhoher Aktienstände deutlich abgeschwächt habe.

Heute stehe neben der deutschen Konsumentenstimmung der Philadelphia-FED-Index zur Veröffentlichung an. Die vergleichbare Umfrage der FED in New York habe sich überraschend gefestigt. Es sei fraglich, ob die Industriestimmung auch in Philadelphia zulegen könne, denn neben der Verunsicherung wegen der COVID-19-Ausbreitung gelte es zu berücksichtigen, dass der Index bereits im Vormonat deutlich gestiegen sei. Insofern scheine eine Korrektur wahrscheinlich. Diese könnte sich auch bei dem nationalen Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes einstellen, der im Vormonat in den Expansionsbereich zurückgekehrt sei.

Große Konjunktursorgen seien aber nicht angebracht, denn der negative Einfluss vom Coronavirus dürfte nur vorübergehend sein. Insofern gebe es für die US-Notenbank auch keinen Grund, von ihrer abwartenden Haltung abzurücken. Marktteilnehmer würden das etwas anders sehen. Zuletzt seien die Zinssenkungserwartungen trotz zumeist robuster Wirtschaftszahlen gestiegen. Inzwischen werde per Juli eine Reduzierung des Leitzinsbandes um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,50% eskomptiert. (20.02.2020/alc/a/a)