US-Leitzinsen enteilen Europa


02.11.18 12:00
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Viele Investoren dürften froh sein, dass der Oktober mit seinen Kursverlusten von bis zu zehn Prozent vorüber ist, so Mark Dowding, Co-Leiter für entwickelte Märkte bei BlueBay Asset Management.

Für den November würden die Experten Anzeichen für mehr Optimismus sehen: Die US-Wirtschaft dürfte ihr Wachstum fortsetzen und in Europa würden die Experten ein Wiedererstarken nach einem schwachen dritten Quartal erwarten.

Die Sitzung der US-Notenbank FED in der nächsten Woche dürfte relativ still über die Bühne gehen. Die Experten würden erwarten, dass sich FED-Chef Jerome Powell weiterhin weitgehend unbeirrt von der Kritik des US-Präsidenten zeigen werde. Donald Trumps Taktik sei recht leicht berechenbar: Steigende Aktienkurse sollten seiner Politik zugeschrieben werden und bei Kursverlusten diene ihm die FED als Sündenbock. Die FED müsse aber, schon allein aus Gründen der Glaubwürdigkeit, zeigen, dass sie sich von politischen Störgeräuschen nicht beirren lasse. Die Experten würden daher weitere Zinsschritte in den nächsten Quartalen erwarten und nicht die Befürchtung teilen, dass es schon bald zu einem Ende der Wachstumsdynamik in den USA kommen könnte.

Auf der anderen Seite des Atlantiks würden die Experten noch keine Anzeichen für eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank sehen. Nach dem schwachen dritten Quartal würden sie es eher für wahrscheinlich halten, dass die EZB ihre Wachstumsprognose für die Eurozone in der Dezembersitzung zurücknehmen müsse. Ein solcher Schritt dürfte neue Diskussionen auslösen, ob und wann ein Anziehen der Zinsschraube in der Eurozone sinnvoll sein könne.

Die Welt der Märkte bleibe also spannend. (02.11.2018/alc/a/a)