USA: Noch eine Leitzinsanhebung bis Ende 2018?


22.08.18 11:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die von Ankara ausgehenden FX-Turbulenzen hatten dem US-Dollar zuletzt helfen können und die Währung der Vereinigten Staaten zwischenzeitlich sogar deutlicher unter die Marke von 1,15 USD pro EUR gedrückt, so die Analysten der NORD LB.

Die Marktteilnehmer seien damit der alten Weisheit gefolgt, dass die Weltleitwährung US-
Dollar bei Krisen grundsätzlich eine hohe Attraktivität für Investoren hatbe. Dabei habe nicht gestört, dass sich Washington aufgrund des Streits um den von der Türkei festgehaltenen Pastor in einem direkten Konflikt mit Ankara befinde. Nun rücke allerdings wieder die Geldpolitik der FED stärker in den Fokus des Devisenmarktes. In diesem Zusammenhang sollten die Marktteilnehmer zweifellos auf die Kommentare des FED-Chefs Jerome Powell achten müssen. Dieser werde am Freitag auf der wichtigen Notenbank-Konferenz in Jackson Hole sprechen. Das FX-Segment warte vor allem auf Hinweise darauf, wie stark die US-Notenbank die Fed Funds Target Rate noch bis zum Ende des Jahres anheben wolle. Der Devisenmarkt scheine momentan weitgehend zwei weitere Anpassungen bis Dezember 2018 zu erwarten; insofern dürfte nach Auffassung der Analysten der NORD LB ein gewisses Enttäuschungspotenzial bestehen. Die jüngsten Anmerkungen von Donald Trump, der Jerome Powell nach Presseberichten anlässlich einer Spendenveranstaltung kritisiert habe, seien in diesem Kontext in jedem Fall beachtenswert. Trump habe bemängelt, dass der von ihm berufene FED-Chef die US-Leitzinsen inzwischen bereits zu stark angehoben haben könnte. Er habe Powell eigentlich für einen "Mann des billigen Geldes" gehalten. Diese Kommentare hätten am Devisenmarkt eine hohe Aufmerksamkeit gefunden und die Währung der Vereinigten Staaten schon belastet. Man dürfe die Bedeutung der aktuellen Wortmeldung Donald Trumps zur US-Geldpolitik zunächst sicherlich nicht überbewerten, dennoch möge es sich um ein Signal handeln, welches schon für nur noch eine Leitzinsanhebung des FOMC bis Ende 2018 sprechen könnte. (22.08.2018/alc/a/a)