URA-Beurteilung: DEAG-Anleihe neu im Monitoring - Transparenzanforderungen für Emittenten zu hoch?


06.11.18 11:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Neues von URA - Im Rahmen des Anleihen-Monitorings haben die Analysten der URA Research GmbH nach eigenen Angaben Anzeichen dafür gefunden, dass niedrigere Transparenzanforderungen beispielsweise am Schuldscheinmarkt - neben dem wichtigsten Grund einer niedrigeren Verzinsung - mit ein Anreiz für Emittenten sind, den Anleihemarkt zu verlassen, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Neben einem Verzicht auf Zwischenberichte könnten teilweise auch die Geschäftsberichte deutlich später veröffentlicht werden als zuvor, so die URA-Analysten.

DEAG-Anleihe 2018/23 erhalte 2 "URA-Haken"

Neu in der URA-Beobachtung sei die unlängst begebene Anleihe 2018/23 der DEAG Deutsche Entertainment AG, die mit 2 "URA-Haken" (an der Grenze zu 3 Haken) bewertet werde. Die DEAG organisiere und veranstalte lokale Pop- und Klassik-Konzerte, Tourneen und sonstige kulturelle "Live Events" v.a. in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz, verkaufe Eintrittskarten und betreibe die Frankfurter Jahrhunderthalle.

Stärken laut URA: 40 Jahre Firmenhistorie mit langjährigen Kontakten zu namhaften Künstlern. Im Prime Standard notierte Aktie (Möglichkeit zur Eigenkapitalbeschaffung, hohe Transparenz mit Quartalsberichten). Gute Relation Net Debt / EBITDA auch inkl. Anleihe. Deutlich überdurchschnittliche Anleihebedingungen: z.B. Zins-Step-up, wenn die Eigenkapitalquote einen bestimmten, mit der Laufzeit steigenden Prozentsatz unterschreite; Ausschüttungsbegrenzung; Beschränkung zusätzlicher Finanzverbindlichkeiten. Garantien für die Zahlungen an die Anleihegläubiger durch sechs operative Konzerngesellschaften.

Schwächen laut URA: Eine nur ausreichende EBIT(DA)-Zinsdeckung (bereinigt um Einmaleffekte) unter Berücksichtigung der Anleihe. Holdinggesellschaft (deshalb strukturelle Nachrangigkeit der Anleihegläubiger). Eigenkapital nur rd. 65% des aktivierten Goodwill, Eigenkapitalquote nur 13%. Gläubiger der bestehenden Wandelanleihen (4,3 Mio. EUR ausstehend) hätten wegen der Ausgabe einer zusätzlichen Anleihe ein Kündigungsrecht. Keine beschränkte Schuldenaufnahme bei den Garantinnen. Risiken aus dem Brexit für das wichtige Geschäft in GBR (42% Umsatzanteil).

Unveränderte URA-Beurteilung

Bestätigt worden seien von den Analysten, nach dem Monitoring der neuen Finanzberichte, die URA-Beurteilungen für folgende 18 Anleihen:

3 "URA-Haken" für Hörmann II, paragon II, PNE II und PORR II

2 "URA-Haken" für BioEnergie Taufkirchen, FC Schalke 04 II+III, Joh. Friedrich Behrens II, Karlsberg II und Katjes II

1 "URA-Haken" für eterna II, Homann II, Neue ZWL I+II+III, Photon Energy II und VEDES III

0 "URA-Haken" für VST

Hinweis: Nicht mehr von URA beobachtet würden die Anleihen paragon I (planmäßig getilgt) sowie HanseYachts II (vorzeitig getilgt).

INFO: Die URA Research GmbH mit Sitz in München sei eine unabhängige Ratingagentur für mittelständische Unternehmen, die 1998 gegründet worden sei. Sie beziehe ihre Fachkompetenz aus ihrem Analysten- und Expertenteam. Unter dem Dach der URA würden Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Unternehmensberater mit langjähriger Erfahrung bei Mittelstandsunternehmen kooperieren.

Den kompletten Beitrag zusammen mit der Liste der durch URA geprüften Emissionen von Mittelstandsanleihen finden Sie hier. (News vom 05.11.2018) (06.11.2018/alc/n/a)






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