Stabiles Wachstum bei geringer Inflation! Wo gibt es denn so etwas?


20.11.17 17:15
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Eurozone ist in diesem Jahr auf dem Weg zu ihrem stärksten Wachstum seit zehn Jahren, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Die Euro Kommission habe ihre Vorhersage für die reale BIP Rate von 1,7% im Frühjahr jetzt auf 2,2% erhöht. Für die Europäische Union (EU) insgesamt würden die Wachstumserwartungen für dieses Jahr von 1,9% in der Frühjahrsprognose auf jetzt 2,3% angehoben. In ihrer neuen Herbstprognose sehe die Kommission eine Fortsetzung des Wachstums im nächsten Jahr sowohl in der Eurozone als auch in der EU um 2,1% und in 2019 um 1,9%.

Die Harmonisierte Konsumentenpreis Inflation (HCPI) habe in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter dem Einfluss der Energiepreise deutlichen Schwankungen unterlegen. Die "Kern Inflation" ohne Energie- und Lebensmittelpreise sei dagegen in einem steigenden Trend, bleibe aber weiter begrenzt wegen der verlängerten Periode niedriger Teuerung sowie geringer Lohnsteigerungen aufgrund des weiter flauen Arbeitsmarktes. Für die durchschnittliche Inflationsrate in der Eurozone erwarte die Kommission einen Wert von 1,5% in 2017, 1,4% in 2018 und 1,6% in 2019.

Die Vorhersagen eines stabilen BIP-Wachstumstrends bei anhaltend niedriger Inflation klinge schon beinahe wie die Ankündigung des "Schlaraffenlandes". Doch vorher komme das latente Misstrauen der Märkte gegenüber den Prognosen einer anhaltend hohen Preisstabilität?

Die Statistiker würden die Teuerung anhand eines Warenkorbes ermitteln, in dem alle Waren und Leistungen für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt enthalten seien. Andererseits seien den Statistikern aber auch ständige Änderungen ihrer Berechnungsmethoden vorzuhalten. Das Institut Shadow Government Statistics habe festgestellt, würde man die US Konsumentenpreise nach der Methode errechnen, die bis in die 1980er Jahre angewendet worden sei, habe sich der CPI-Anstieg auf knapp 10% gestellt.

Zum Standardmaß für die Lebenshaltungskosten in den USA und danach auch in vielen anderen Ländern der Welt sei die "Kernrate" entwickelt worden. Die "Core Rate" sei vom früheren US-Zentralbankpräsidenten Paul Volcker eingeführt worden und sollte die wahre, zu Grunde liegende Inflation spiegeln ohne Energie und Nahrungsmittel, gegen die die FED ohnehin nichts ausrichten könne. Doch welche Verbraucher seien das, die im Alltag ohne Energie und Nahrungsmittel auskommen würden? Es seien diejenigen, die nichts essen oder trinken, niemals Auto fahren oder fliegen und ihre Wohnungen wieder heizen noch kühlen würden.

Andere fragwürdige Rechenmethoden, die die Inflation künstlich niedrig ausfallen lassen würden, seien der hedonische Preisansatz, mit dem technologische Fortschritte ein Produkt automatisch gegenüber dem Vorjahresprodukt preiswerter machen und die Teuerungsrate schönrechnen würden oder der Surrogatansatz, bei dem Produkte im Warenkorb mit starkem Preisanstieg gegen andere preisstabilere ersetzt würden.

Es sei unwahrscheinlich, dass die Finanzmärkte die ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken wegen ihrer Inflationsgefahren künftig nicht doch kritischer hinterfragen würden. (20.11.2017/alc/a/a)





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