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Schwellenländeranleihen: Drei von vier Schwellenländern mit verbesserten ESG-Bewertungen


24.02.21 12:00
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) in Investitionen in Schwellenländeranleihen (EMD) ist eine Herausforderung, so die Experten von NN Investment Partners (NN IP).

Durch verantwortungsbewusstes Investieren in EMD könnten Anleger jedoch von hohen Renditen profitieren und gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten. Eine immer größere Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen zeige, dass eine Verbesserung der ESG-Werte die risikobereinigten Renditen steigere. Allerdings würden Investoren oft nicht erkennen, wie die Schwellenländer die ESG-Integration umsetzen würden. Sie würden sich die Frage stellen: Inwieweit würden die Schwellenländer ihre ESG-Bilanz verbessern?

Die ESG Lens von NN IP sei ein wertvolles Instrument für die ESG-Integration in ein breites Spektrum von Investmentstrategien. Sie liefere einen einzigen ESG-Score für jedes Unternehmen oder Land und berücksichtige dabei viele Datenpunkte. Der Blick auf die Daten von Staaten zeige, dass 56 Schwellenländer ihre ESG-Scores verbessern würden, was mehr als dreimal so viele seien wie die, die sich verschlechtern worden (16). Zu den bereits sehr erfolgreichen Ländern, die sich zwischen 2016 und 2019 schnell verbessert hätten, würden Armenien, Kroatien, Georgien und Malaysia gehören. Zu den Ländern, die sich von einer niedrigen Ausgangsbasis aus deutlich verbessert hätten, würden Angola, Kenia, Pakistan und Papua-Neuguinea zählen.

Marcin Adamczyk, Head of Emerging Market Debt, NN Investment Partners, sage: "ESG-Faktoren können sich positiv oder negativ auf die Performance auswirken. Auf Staatenebene können sie beispielsweise das Wirtschaftswachstum, die Staatshaushalte und die Finanzierungskosten beeinflussen. Die Integration von ESG-Faktoren kann uns daher helfen, Risiken proaktiv zu steuern und mögliche Problembereiche sowie potenzielle Chancen für bessere Investmentrenditen zu identifizieren. In unseren EMD-Strategien wenden wir ESG-Integration in allen Schritten des Investmentprozesses an und nutzen unser Engagement, um strukturelle ESG-Verbesserungen zu erzielen. Der Schlüssel liegt in der Konzentration auf den Weg: Studien zeigen, dass Verbesserungen als Ergebnis struktureller Reformen die Risikoprämien für staatliche Emittenten aus Schwellenländern ebenso reduzieren können wie bessere Governance-, Umwelt- oder Sozial-Scores."

NN IP integriere bereits seit 1993 ESG-Kriterien in ihre EMD-Strategien und binde inzwischen alle drei Faktoren (E, S und G) ein. Der ESG-Bewertungsprozess umfasse die Auswertung vieler verschiedener Faktoren und Datenpunkte, u.a. Themen Korruption, Transparenz, Emissionen und Gesundheitsstandards.

Die Datenlage in Schwellenländern sei häufig problematisch. Deshalb nutze NN IP hier Big Data, ergänzt durch qualitative Daten ihrer Analysten, um ESG-Scorecards auf Länderebene zu erstellen, die qualitative und quantitative Bewertungen kombinieren würden. Einer der wichtigsten Parameter sei die NN IP ESG Lens, die staatliche Daten nutze und auf zwei grundlegenden Säulen basiere, dem ESG Stability Indicator und dem ESG Development Indicator. Zur Analyse von Unternehmen nutze NN IP ihre EMD Corporate ESG Scorecard und die NN IP ESG Lens, die Unternehmensdaten verwende.

Adamczyk füge hinzu: "Die Schwierigkeit liegt in der Qualität der Daten und der Möglichkeit, diese zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Hier kommt es auf aktives Management und Erfahrung an: Man muss in der Lage sein, die Daten zu bewerten und Vergleiche zwischen den Ländern zu ziehen. So kann man Länder, die Fortschritte machen, entsprechend würdigen und gegenüber Ländern, die sich verschlechtern, vorsichtig sein. Es ist jedoch wichtig, den gemeinsamen Nenner in all diesen Daten zu finden und sie zukunftsweisend zu nutzen. Hier kommen Erfahrung und Qualität des Managements ins Spiel." (24.02.2021/alc/a/a)