Schwache Daten und taubenhafte EZB-Rhetorik - Erwartungen über Pfad der Leitzinsen nach unten korrigiert


17.04.18 08:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit der EZB-Ratssitzung im März haben Marktteilnehmer ihre Erwartungen über den längerfristigen Pfad der Leitzinsen weiter nach unten korrigiert, so die Analysten der DekaBank.

Dazu beigetragen hätten zum einen die zuletzt schwächeren Konjunkturdaten und zum anderen die taubenhafte Rhetorik der EZB. Auch in den kommenden Wochen dürfte sie an der Absicht festhalten, die Wertpapierkäufe solange fortzusetzen, bis ein nach oben gerichteter Trend der Inflation zu erkennen sei. Die Analysten der DekaBank gehen weiterhin davon aus, dass sie das Wertpapierkaufprogramm nach September relativ schnell auslaufen lassen wird. Eine Ankündigung dessen würden sie jedoch erst für die zweite Jahreshälfte erwarten. Zudem dürfte die EZB ihre Forward Guidance überarbeiten und den Erwartungen über die zukünftigen Leitzinsen eine andere Orientierung bieten als das Ende der Nettowertpapierkäufe. Vor diesem Hintergrund würden die EONIA- und EURIBOR-Sätze keinen nennenswerten Spielraum nach oben besitzen, bis die EZB tatsächlich mit einer Anhebung des Einlagensatzes beginne. Dies wird nach Erachten der Analysten der DekaBank Mitte nächsten Jahres der Fall sein. (Ausgabe April/Mai 2018) (17.04.2018/alc/a/a)