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SNB will sich "Franken-Rally" entgegenstellen


20.09.18 13:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Schweizer Nationalbank (SNB) veröffentlichte heute das Ergebnis ihrer regulären Zinsrunde, so die Analysten der Nord LB.

Wie allgemein erwartet, seien alle geldpolitischen Variablen unverändert geblieben. Das heiße die Leitzinsen würden im tiefroten Bereich verharren.

Das größte Sorgenkind der Eidgenossen dürfte weiter der Schweizer Franken bleiben, der seit April gegenüber dem Euro ca. 7% zugelegt habe. Aktuell scheine der Sicherer-Hafen-Status wieder ausgeprägter zu sein, so hätten etwa die letzten handelspolitischen Querelen bei der Währung des Alpenstaates mehr Spuren als beim Japanischen Yen hinterlassen. Besonders anfällig sei die Schweizer Währung für innereuropäische Probleme. So seien etwa die Turbulenzen um das italienische Budget ein Werttreiber gewesen. Aber auch Brexit und die Entwicklung in den Emerging Markets würden Aufwertungsdruck auf den Franken ausüben. Entsprechend überrasche es auch nicht, dass die Notenbanker den Franken weiterhin als "hoch bewertet" ansehen würden.

Wenig erstaunlich sei es dementsprechend, dass die Mannen um Thomas Jordan verbal nachgelegt hätten. Erneut hätten sie die Bereitschaft unterstrichen, die Zinsen niedrig zu halten und am FX Markt zu intervenieren, um die Attraktivität des Franken niedrig zu halten. Der Devisenmarkt selbst sei als "fragil" bezeichnet worden.

An und für sich sei die Schweizer Wirtschaft derzeit robust aufgestellt. In der ersten Jahreshälfte sei das Bruttoinlandsprodukt mit 1,0% Q/Q im 1. Quartal und 0,7% Q/Q im 2. - so stark wie seit Jahren nicht mehr gewachsen. Der Arbeitsmarkt sei stabil, die Arbeitslosenquote sei mit 2,6% (s.b.) niedrig. Einzig die Preise würden nicht so steigen, wie es wünschenswert wäre, allerdings lägen mit einer Inflationsrate von 1,2% Y/Y im August durchaus in der Komfortzone der Notenbank. Der stärkere Franken übe nun aber wieder zunehmend deflationären Druck aus, entsprechend sei die Inflationsprognose der SNB verringert worden.

Ein Zinsschritt werde - wenn überhaupt - ohnehin erst nach der EZB erfolgen. Angesichts der zu erwartenden geringeren Wachstumsdynamik und der globalen Risiken sei die Wahrscheinlichkeit jedoch sehr gering. Die SNB habe auf die Gefahr einer Korrektur am Immobilienmarkt hingewiesen. Es gebe also auch durchaus lokale Risiken, die für eine Zurückhaltung sprechen würden.

Die Schweizer Notenbank bleibe bei ihren aktuellen negativen Zinsen. Angesichts der "Franken-Rally" habe sie sich besorgt gezeigt und abermals betont, dass es wohl auf Sicht weiter bei den tiefroten Zinsen und den FX Interventionen bleiben werde. (20.09.2018/alc/a/a)