SAF-HOLLAND rechnet für 2020 mit Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentsatzbereich - Anleihenews


19.03.20 10:15
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die SAF-HOLLAND Group ("SAF-HOLLAND") (ISIN LU0307018795/ WKN A0MU70), einer der weltweit führenden Zulieferer von Truck- und Trailerkomponenten, hat am Mittwoch Geschäftszahlen sowie den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht und den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020 vorgestellt, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Alexander Geis, CEO der SAF-HOLLAND sagt: "Das Geschäftsjahr 2019 war ein besonders herausforderndes Jahr für die SAF-HOLLAND. Ein ab Mitte des dritten Quartals deutlich eingetrübtes Marktumfeld sowie hohe Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Werkskonsolidierung in China führten Ende September zu einer Anpassung der Jahresprognose. Wir haben diese angepassten Ziele bezüglich Konzernumsatz und bereinigter EBIT-Marge erreicht.

Seit einigen Wochen stellt der neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) unser Unternehmen, die Führungsmannschaft und sämtliche Beschäftigten vor eine neue besondere Herausforderung. Wir haben die zurückliegenden Wochen seit dem Ausbruch in China genutzt, um unsere Notfallpläne auf den Prüfstand zu stellen und geeignete Maßnahmen eingeleitet, um jederzeit einen geregelten Geschäftsbetrieb an unseren Standorten gewährleisten zu können. Ein globales Emergency Response Team berät das Group Management Board bei der Lagebeurteilung, bereitet Entscheidungsvorlagen vor und koordiniert und überwacht die kommunikativen und operativen Maßnahmen. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden sowie ihrer Familien hat oberste Priorität."

Daneben steht dieses Jahr ganz im Zeichen des Themas "Operational Excellence". Dr. André Philipp, Chief Operating Officer der SAF-HOLLAND, wird die mit seinem Team entwickelten SAF-HOLLAND Operational Excellence Roadmaps im Laufe des Jahres in sämtlichen Produktionswerken ausrollen. Ziel ist, die im gesamten Werksverbund schlummernden operativen Erfolgspotenziale zu heben.

Konzernumsatz und bereinigte EBIT-Marge im Rahmen der Guidance

Der Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2019 mit 1.284,2 Mio. Euro um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1.300,6 Mio. Euro und damit innerhalb des angepeilten Zielkorridors von 1.260 Mio. Euro und 1.300 Mio. Euro. Der zusätzliche Umsatzbeitrag der seit Januar 2018 erworbenen Gesellschaften betrug 41,4 Mio. Euro. Die positiven Währungskurseffekte, die überwiegend aus der Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro resultierten, beliefen sich auf 25,8 Mio. Euro. Die währungskurs- und akquisitionsbereinigten Erlöse fielen somit um 6,4 Prozent auf 1.216,9 Mio. Euro. Das bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 79,8 Mio. Euro (Vorjahr 89,6 Mio. Euro). Zu diesem Rückgang hat im Wesentlichen der Anstieg der bereinigten Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen auf 121,3 Mio. Euro (+18,0 Prozent ggü. Vorjahr) beigetragen. Beeinflusst wurde diese Entwicklung unter anderem durch die entsprechenden Aufwendungen der seit Januar 2018 erworbenen Gesellschaften sowie den Wegfall des nicht-zahlungswirksamen Sonderertrags von 4,7 Mio. Euro aus der partiellen Abwicklung eines US-Pensionsplans im dritten Quartal 2018. Die bereinigte EBIT-Marge der SAF-HOLLAND lag mit 6,2 Prozent ebenfalls innerhalb der angestrebten Bandbreite von 6,0 Prozent bis 6,5 Prozent.

Das bereinigte Periodenergebnis vor Anteilen Dritter erreichte bei einem deutlich verbesserten Finanzergebnis und einem einheitlichen Steuersatz von 27,7 Prozent (Vorjahr 26,8 Prozent) einen Wert von 49,8 Mio. Euro (Vorjahr 55,5 Mio. Euro). Auf Basis der unverändert rund 45,4 Mio. ausgegebenen Stammaktien ergab sich für das Gesamtjahr 2019 ein unverwässertes bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,10 Euro (Vorjahr 1,22 Euro) sowie ein verwässertes bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,95 Euro (Vorjahr 1,05 Euro).

Investitionen mit Fokus auf Optimierung der Prozesse und Abläufe

Die Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten betrugen im Geschäftsjahr 2019 -einschließlich der aktivierten Entwicklungskosten von 4,9 Mio. Euro (Vorjahr 4,3 Mio. Euro) - 53,0 Mio. Euro (Vorjahr 40,8 Mio. Euro). Auf die Region EMEA entfielen 19,5 Mio. Euro (Vorjahr 17,8 Mio. Euro), auf die Region Amerika 21,1 Mio. Euro (Vorjahr 16,9 Mio. Euro), auf die Region APAC 0,8 Mio. Euro (Vorjahr 0,9 Mio. Euro) sowie auf die Region China 11,6 Mio. Euro (Vorjahr 5,2 Mio. Euro). Investitionsschwerpunkte waren insbesondere das chinesische Greenfield-Projekt, Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen in den USA im Rahmen des Programm FORWARD sowie ein neues Verwaltungsgebäude in Deutschland.

Deutlich positiver Operating Free Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag im Geschäftsjahr 2019 mit 90,6 Mio. Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 40,8 Mio. Euro. Diese Verbesserung ist insbesondere auf Fortschritte beim Working Capital Management, vor allem in den Bereichen Vorräte und Forderungen, zurückzuführen. Abzüglich des Cashflow aus Investitionstätigkeit in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 53,0 Mio. (Vorjahr 40,8 Mio. Euro) ergibt sich mit 37,6 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro) ein deutlich verbesserter operativer Free Cashflow. Unter Berücksichtigung des Finanzmittelabflusses für die Akquisitionen der Stara Gruppe und PressureGuard ergibt sich ein Total Free Cashflow von 26,7 Mio. Euro (Vorjahr -58,7 Mio. Euro).

"Wir werden in den kommenden Quartalen unsere Anstrengungen zur Free Cashflow-Generierung nochmals intensivieren. Wir haben deshalb eine Sondereinheit gebildet, die sich auf globaler Ebene ausschließlich diesem Thema widmet," sagt Dr. Matthias Heiden, Finanzvorstand der SAF-HOLLAND.

Solides Finanzprofil hat Priorität - keine Dividende für Geschäftsjahr 2019

Im Vergleich zum 31. Dezember 2018 ist das Eigenkapital mit 318,0 Mio. Euro nahezu unverändert geblieben. Eigenkapitalerhöhend wirkte sich der Gesamtperiodenerfolg von 20,1 Mio. Euro aus. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2018 von 20,4 Mio. Euro aus. Bei einem leichten Anstieg der Bilanzsumme um 1,8 Mio. Euro bzw. 0,2 Prozent auf 979,2 Mio. Euro führte dies zu einer unverändert soliden Eigenkapitalquote von 32,5 Prozent.

Die Netto-Finanzschulden (inkl. Leasingverbindlichkeiten) haben sich per 31. Dezember 2019 gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 um 38,1 Mio. Euro auf 251,7 Mio. Euro erhöht. Ursächlich hierfür war neben der Dividendenzahlung von 20,4 Mio. Euro die erstmalige Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 mit 33,6 Mio. Euro. SAF-HOLLAND verfügte per 31. Dezember 2019 über flüssige Mittel von 131,2 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 155,0 Mio. Euro).

Zur nachhaltigen Absicherung dieses soliden Finanzprofils hat das Group Management Board und das Board of Directors entschieden, der derzeit für den 20. Mai 2020 geplanten ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende auszuschütten.

Region EMEA: Umsatz unter Vorjahr

In der Region EMEA fiel der Umsatz im Geschäftsjahr 2019 um 5,0 Prozent auf 626,2 Mio. Euro (Vorjahr 658,9 Mio. Euro). Auf die seit Januar 2018 erworbenen Gesellschaften entfiel dabei ein zusätzlicher Umsatzbeitrag von 20,5 Mio. Euro. Der organische Umsatz sank um 8,0 Prozent auf 606,0 Mio. Euro.

Die Region EMEA erzielte im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2019 ein bereinigtes EBIT von 60,1 Mio. Euro (Vorjahr 71,4 Mio. Euro) und eine bereinigte EBIT-Marge von 9,6 Prozent (Vorjahr 10,8 Prozent). Negativ wirkte das vorgenannte niedrigere Umsatzvolumen sowie höhere Personalkosten infolge der Metalltarifrunde 2018. Positiv beeinflusst wurde das laufende Ergebnis durch die seit Januar 2018 erworbenen Gesellschaften. Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2018 war zudem u.a durch Fremdwährungseffekte (Türkische Lira - Euro) begünstigt.

Region Amerika: Ergebnissituation stabilisiert sich

In der Region Amerika stiegen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2019 um 13,3 Prozent auf 534,5 Mio. Euro (Vorjahr 471,6 Mio. Euro). Die währungskurs- und akquisitionsbereinigten Erlöse verbesserten sich um 8,0 Prozent auf 509,4 Mio. Euro.

Das bereinigte EBIT lag mit 29,2 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 8,5 Mio. Euro, die bereinigte EBIT-Marge bei 5,5 Prozent (Vorjahr 1,8 Prozent). Dazu haben im Wesentlichen verbesserte Prozesse und Abläufe, die vertragsgemäße Weitergabe der letztjährigen Stahlpreiserhöhungen, niedrigere Einkaufspreise für Stahl und andere Materialien sowie nachhaltige Preiserhöhungen im Aftermarket-Geschäft beigetragen. Negativ wirkte der Wegfall des nicht-zahlungswirksamen Sonderertrags von 4,7 Mio. Euro aus der partiellen Abwicklung eines US-Pensionsplans im dritten Quartal 2018.

Region APAC: Anhaltende Marktschwäche in Indien belastet

Die Region APAC erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 88,6 Mio. Euro (Vorjahr 94,1 Mio. Euro). Der zusätzliche Umsatzbeitrag der seit Januar 2018 erworbenen Gesellschaften betrug dabei 20,4 Mio. Euro. Die währungskurs- und akquisitionsbereinigten Erlöse fielen im Vorjahresvergleich um 28,6 Prozent auf 67,2 Mio. Euro. Ursache für diesen deutlichen Umsatzrückgang war insbesondere das anhaltend schwache Marktumfeld in Indien.

Das bereinigte EBIT blieb mit 3,4 Mio. Euro hinter dem Vorjahresergebnis von 8,4 Mio. Euro zurück. Dabei wurden Restrukturierungserträge von 2,2 Mio. Euro aus dem Verkauf eines Gebäudes im Rahmen der Zusammenlegung der SAF-HOLLAND Australien mit der York Transport Equipment Pty. Ltd. (Australia) bereinigt. Die bereinigte EBIT-Marge ermäßigte sich von 8,9 Prozent auf 3,8 Prozent. Ursache hierfür war ebenfalls das anhaltend schwache Marktumfeld in Indien sowie eine im vierten Quartal deutlich nachlassende Marktdynamik in Australien in Verbindung mit ungünstigen Mix- und Währungseffekten.

Region China: Standortkonsolidierung erfolgreich abgeschlossen

Die Region China erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 34,9 Mio. Euro (Vorjahr 76,0 Mio. Euro). Dieser Umsatzrückgang resultiert im Wesentlichen aus den eingebrochenen Exportgeschäft infolge des Handelsstreits zwischen China und den USA, konjunkturbedingten kurzfristigen Auftragsstornierungen/-verschiebungen sowie vorübergehenden Streiks infolge der Ankündigung von Werksschließungen.

Die Region China erzielte 2019 ein bereinigtes EBIT von -12,9 Mio. Euro (Vorjahr +1,3 Mio. Euro). Beeinflusst wurde das Ergebnis durch umfangreiche Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der Werkskonsolidierung und die Abschreibung des Firmenwertes der Region China von 6,7 Mio. Euro.

Nicht bereinigt wurden Einmalaufwendungen von insgesamt 8,1 Mio. Euro, die insbesondere im zweiten und dritten Quartal 2019 anfielen. Diese betreffen Wertberichtigungen auf Vorräte und Forderungen von 4,9 Mio. Euro bzw. 1,7 Mio. Euro, Verluste aus Anlagenabgängen von 0,7 Mio. Euro sowie streikbedingte Kosten von 0,8 Mio. Euro.

Die Integration der fünf chinesischen Standorte in das neue Werk in Yangzhou ist abgeschlossen. Das Werk in Qingdao hat zum 31. Juli 2019 seinen Betrieb eingestellt. Die zwei Lagerhäuser in Peking wurden ebenfalls zum 31. Juli 2019 geschlossen. Die Geschäftsaktivitäten des Werkes in Xiamen sowie des Pekinger Büros sind zum Jahresende 2019 eingestellt worden. Der Anlauf der Vorserienfertigung im neuen Werk in Yangzhou ist im vierten Quartal erfolgt. Im Zuge der Werkskonsolidierung reduzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter (inkl. Leiharbeiter) von 628 auf 157.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2020

Das Group Management Board der SAF HOLLAND rechnet auf Grundlage der erwarteten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen und unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotenziale (inkl. derzeit absehbarer Geschäftsbeeinträchtigungen durch das Coronavirus) für das Geschäftsjahr 2020 mit einem Rückgang des Konzernumsatzes im niedrigen zweistelligen Prozentsatzbereich (Vorjahr 1.284,2 Mio. Euro).

Unter den zuvor genannten Annahmen erwartet SAF HOLLAND für das Geschäftsjahr 2020 eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 4 Prozent und 5 Prozent. Ergebnisbelastend wirken neben dem Umsatzrückgang weitere Effekte durch COVID-19. Ergebnisstabilisierend wirken voraussichtlich die deutliche Reduzierung der operativen Verluste der Chinaaktivitäten, die konsequente Umsetzung des Programms FORWARD in den USA, der gruppenweite Rollout des SAF HOLLAND Operational-Excellence-Systems sowie das margenstarke Aftermarket-Geschäft.

Um die strategischen Ziele zu unterstützen, plant das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2020 mit Investitionen in einer Größenordnung von um die 3 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent) vom Konzernumsatz. Die Investitionen betreffen schwerpunktmäßig die Fortsetzung der Einführung einer Global-Manufacturing-Plattform, weitere Automatisierungen sowie das Programm FORWARD.

Im Übrigen lassen sich mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung von COVID-19 die wirtschaftlichen Auswirkungen auf SAF-HOLLAND derzeit weder hinreichend ermitteln noch verlässlich beziffern.

SAF-HOLLAND veröffentlicht die Mitteilung zum ersten Quartal 2020 am 13. Mai 2020. (Pressemitteilung vom 18.03.2020) (19.03.2020/alc/n/a)





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