Ruhige Herbstwoche am Primärmarkt - Italien beschafft sich 5 Mrd. Euro frisches Geld


01.11.18 15:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Ob das Berliner Ereignis vom Montag, das für die Politik der Bundesrepublik durchaus geschichtsträchtig war, an den Finanzmärkten tatsächlich nachhaltig Spuren hinterlassen wird, muss man erst mal abwarten, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Fest stehe, dass der Deutsche Aktienindex nach dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigten Rückzug auf Raten aus der Politik nach oben gedreht habe - und zwar am Montag um 2%. Dagegen habe sich der Euro zunächst abgeschwächt, aber im Anschluss wieder erholt, um anschließend die Marke von 1,13 USD zu testen. Am Rentenmarkt gehe es seitdem eher leicht abwärts mit den Kursen, während parallel dazu die Rendite für zehnjährige Bundestitel auf zuletzt ca. 0,383% angezogen sei.

Kein Zweifel, mit dem Abschied von Merkel, die bis 2021 Kanzlerin bleiben wolle, gehe eine Ära der Bundesrepublik zu Ende. An der Börse würden sich manche Teilnehmer frischen Wind aus Berlin erhoffen, wenn sie, die doch großen Respekt verdiene, von Bord gehe. Wie lange dieser als "Merkel-Faktor" beschriebene Effekt an den Märkten anhalte, werde sich erst noch zeigen. Für viele möge entscheidend sein, dass sich ein gewisser Stillstand in der Republik nun lösen könnte, was sich wiederum positiv auf die Märkte auswirken dürfte.

Dennoch sollte Vorsicht die Mutter der Porzellankiste bleiben - unter anderem weil Merkel auch immer ein Stabilitätsfaktor für Europa gewesen sei. Nun aber, bei einem sukzessiven Rückzug, könnte auch ein Macht- und Politikvakuum entstehen, das der Bundesrepublik und Europa schaden würde. Entsprechend bedauert worden sei daher ihre Entscheidung in vielen europäischen Staaten - insbesondere in Frankreich aber auch in Großbritannien.

Wie hoch das Risiko einer geschwächten Kanzlerin zum Tragen komme, werde stark davon abhängen, wer sie an der Spitze der CDU beerben werde. Sollte der konservative, wirtschaftsfreundliche Friedrich Merz das Rennen machen, dürfe man gespannt sein, wie sehr er sich gegen die Kanzlerin noch während ihrer Amtszeit zu profilieren versuche. Würde sich die Partei allerdings für die eher liberale Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden, die bei dem britischen Wettanbieter Ladbrokes als nächste Kanzlerin vorne liege, fiele Merkel das Regieren sicherlich leichter.

Doch damit werde klar, dass die Situation neben Chancen auch ein Risiko für die CDU in sich berge. Drohe der Partei gar eine Spaltung in das Merkel-Lager und dessen Gegner? Und dabei sei der bisher dritte Kandidat, Gesundheitsminister Jens Spahn, noch gar nicht erwähnt worden.

Es gebe Dinge im Leben, die seien nicht wegzuleugnen - sie würden auf der magischen Kraft des Faktischen basieren. Dazu gehöre etwa der kausale Zusammenhang, dass der Schuldendienst eines Landes teurer werde, wenn die Risikoaufschläge (Spreads) auf seine Staatsanleihen steigen würden - so wie man es jüngst bei italienischen Staatspapieren habe beobachten können. Das erkenne Italiens Finanzminister, der parteilose Giovanni Tria, auch an. Er gebe allerdings zu bedenken, dass ein Spread in dieser Höhe, wie sie italienische Staatsanleihen mittlerweile erreicht hätten, schädlich sei und niemand könne das Gegenteil behaupten. Die Frage sei nun, wie bringe man den Spread wieder runter, habe Tria angemerkt.

Diese Frage sei eigentlich nicht schwer zu beantworten. Ein Haushalt mit einer geringeren Schuldenaufnahme, wie den geplanten 2,4% des BIPs, wäre sicher hilfreich, den Spread zu drücken. Soweit wolle der Finanzminister in Rom freilich nicht gehen. Nicht die Fundamente der Wirtschaft oder die Zahlen im Haushalt seien der Grund für die herrschende Unruhe, sondern die "politische Unsicherheit, wohin das Land gehe". Als entscheidend sehe Tria daher die Frage an, wie sich die Regierung in Rom, bestehend aus der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtsnationalen Lega, gegenüber Europa und dem Euro positioniere. Damit kritisiere Tria klar das Liebäugeln der Regierungsparteien mit einem Ausstieg aus dem Euro und einer Rückkehr zur Lira.

Nachdem die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen am 30.10. wieder auf fast 3,5% gestiegen sei, habe es zur Wochenmitte eine leichte Entspannung auf ca. 3,38% gegeben. Dennoch bleibe das Schuldenmachen für Rom damit teuer. Gegenüber zehnjährigen Bundespapieren liege der Renditespread bei über 300 Basispunkten (BP). Das heiße, Italien zahle rund 3% mehr als die Bundesrepublik für die eigenen Schulden. Ob aus dieser magischen Kraft des Faktischen die Regierung in Rom die richtigen Schlüsse ziehen werde, dürfe bezweifelt werden.

Denn deren Vertreter würden sich unbeirrt zeigen. Mit den Worten "Wir machen weiter" habe Sterne-Chef Luigi Di Maio auf die jüngsten Reaktionen der Ratingagenturen reagiert. Zuvor habe Standard & Poor's Italien mit der Herabstufung seiner Bonität gedroht und den Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesetzt. Die Bonitätsnote bleibe aber zunächst weiter bei "BBB", was zwei Stufen über dem Ramschniveau für hochspekulative Anlagen sei. Diese Art von Bestätigung der Kreditwürdigkeit Italiens durch S&P habe für die genannte leichte Entspannung an den Finanzmärkten gesorgt.

Der Innenminister und Vize-Premier Di Maio sowie der Lega-Chef Matteo Salvini, würden sich freilich eher im Gesundbeten und im Schönreden als in Realismus üben. Letzterer habe betont, dass in Italien weder Banken noch Unternehmen in die Luft gehen würden. Jedoch im Zweifel nicht aus eigener Kraft, denn Italiens Banken würden heimische Staatsanleihen in Höhe von rund 375 Mrd. Euro halten, die aufgrund der aktuellen Entwicklung an Wert verlieren würden und somit Verlustpotenzial für die Institute beinhalten würden. Laut "Corriere della Sera" sei Rom bereit, die Banken mit Krediten, Staatsgarantien und weiteren Maßnahmen zu unterstützen, sollte der Renditespread auf ein nicht mehr tragbares Niveau steigen - wann immer das auch sein möge.

Dass nun auch noch der Italiener und EZB-Chef Mario Draghi, der mit seiner expansiven Geldpolitik gerade der römischen Regierung viel Zeit für Reformen "erkauft" habe, in die Schusslinie von Di Maio und Salvini gerate, zeuge von dem fehlenden wirtschaftspolitischen Sachverstand der beiden. Nachdem Draghi gesagt habe, Rom solle sich im Ton gegenüber der EU mäßigen, wenn die Regierung italienische Banken stützen wolle, habe Di Maio gekontert, er sei überrascht, dass ausgerechnet "ein Italiener die Atmosphäre auf diese Art und Weise weiter vergifte". Tria sei Draghi indessen beigesprungen. Der EZB-Chef habe die Wahrheit gesagt, so der parteilose Finanzminister in Rom.

Knapp zwei Wochen vor den Kongresswahlen in den USA seien schon mehr Stimmen abgegeben worden als während der gesamten Vorphase der Midterm Elections 2014. Kein Zweifel, die Vereinigten Staaten und mit ihnen die restliche, politisch interessierte Welt würden den Zwischenwahlen in den USA entgegenfiebern - und natürlich auch die Kapitalmärkte.

Warum sei das so? Die Amerikaner würden am 6. November das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu wählen. Außerdem fänden in 36 Staaten Gouverneurswahlen statt. Die Ergebnisse würden entscheidend dafür sein, wie viele seiner Vorhaben D.T., der Unberechenbare, noch durchsetzen könne. Aktuell hätten die Republikaner in beiden Kammern der Legislative die Mehrheit. Die Demokraten würden nun hoffen, bei den Midterm Elections zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zurückzugewinnen und eine stattliche Anzahl republikanischer Senatoren und Gouverneure abzulösen. Damit könnten sie Präsident Trump stärker entgegentreten als bisher.

Wie aber würden sich die Ergebnisse auf die Märkte auswirken? Bereits heute würden Auguren bei einem Wahlsieg der Demokraten mit einem Ende des Bullenmarkts in den USA spekulieren. So rechne Schwellenmarkt-Experte Mark Mobius von Templeton mit einer Neuallokation von Geldern in europäische, japanische und Schwellenländer-Aktien, sollten Trumps Republikaner bei den Midterms den Kürzeren ziehen. Damit, so sein Kalkül, könnte es zu einer festgefahrenen politischen Situation kommen, also einer Art Patt, bei dem Reformen in jegliche Richtung kaum durchzusetzen wären.

Gleichzeitig wäre ein Dämpfer für D.T., den Unberechenbaren, aber auch ein Zeichen für den freien Welthandel. Schließlich sei es der von Trump losgetretene Handelskrieg, der das weltweite Wirtschaftswachstum am meisten gefährde. Daher dürften die Börsen eine Niederlage der Republikaner mittel- und langfristig eher positiv aufnehmen. Nachdem die USA bereits Zölle im Volumen von 250 Mrd. USD auf chinesische Waren verhängt hätten, drohe Trump aktuell mit Zöllen für Güter über weitere 267 Mrd. USD - eine Situation, die wie Blei auf der Wall Street gelastet habe. Diesbezüglich habe inzwischen eine neue Sprachregelung "Zölle seien nicht in Stein gemeißelt" Einzug gehalten, was zumindest kurzfristig an den Börsen für Entspannung gesorgt habe. Nun dürfe man gespannt sein, was dabei herauskomme, wenn sich Trump und Chinas Präsident XI Jinping am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires treffen würden, der vom 30. November bis 1. Dezember stattfinde.

Als "Bullshit" solle er Berichte bezeichnet haben, die von einem Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank handeln würden. Deutsche Bank-Chef Christian Sewing habe laut "Financial Times" in einer Telefonkonferenz betont, er werde keine Fusionsgespräche führen, solange die Kapitalmarktbewertung der Deutschen Bank so schwach sei wie derzeit. Für die Deutsche Bank gehe es erst einmal darum, die Erträge anzukurbeln und die Lage der Bank zu verbessern. Klar, Sewing wolle aus einer Position der Stärke verhandeln. Und dafür brauche er eine höhere Börsenbewertung. Soweit, so gut. Per se habe der Deutsche Bank-Chef aber Fusionsgespräche alles andere als ausgeschlossen - eben nur nicht zum jetzigen Zeitpunkt.

Deute man die Signale richtig, werde hinter den Kulissen fieberhaft nach Lösungen gesucht, um eine starke Bank mit Sitz in Deutschland zu schaffen, die in der Weltspitze mithalten könne. Dezent würden Sewing und Finanzminister Olaf Scholz Möglichkeiten ausloten, wie dies gelingen könne - für Sewing natürlich mit der Deutschen Bank im Lead.

Doch Vorsicht! Größe allein sei noch lange kein Garant für Erfolg. Vielmehr gehe es auch darum, sinnvolle Kombinationen auszuloten, die eine Steigerung des Ertrags zur Folge haben könnten. Immerhin werde die Deutsche Bank in diesem Jahr erstmals seit 2014 wieder einen Gewinn ausweisen. Dennoch seien ihr die Konkurrenten aus Frankreich, der Schweiz oder den USA weit enteilt. Sollten sich die französische Société Génerale und die italienische UniCredit verbünden, wie vielfach kolportiert, geriete die Deutsche Bank noch mehr unter Druck.

Einen weiteren Weg, der Bundesrepublik eine neue Mega-Bank zu bescheren, werde derzeit im Sparkassenlager ausgekartet. So würden im Moment die Landesbanken Helaba, Nord LB und LBBW einen Zusammenschluss sondieren, der perspektivisch noch um den Fondsdienstleister Deka sowie den Immobilienfinanzierer Berlin Hyp erweitert werden könnte. Dabei gehe es auch darum, eine Lösung für die mit faulen Schiffskrediten belastete Nord LB zu finden, ohne dass diese gar an einen US-Hedgefonds falle. Entsprechende Anfragen etwa durch Cerberus und auch seitens chinesischer Interessenten habe es ja bereits gegeben.

Skeptisch würden da freilich u.a. die Eigner der LBBW reagieren. Warum etwa sollte sich die Stadt Stuttgart an einer Kapitalerhöhung eines möglichen neuen Instituts beteiligen, um dazu beizutragen, die Nord LB zu retten? Im Übrigen wäre der neue Hauptsitz vermutlich nicht Stuttgart, wo zurzeit die größte Landesbank Deutschlands residiere, sondern der Bankenplatz Frankfurt. Vielleicht sei diese Überlegung ja auch ein Grund dafür, warum sich die BayernLB bisher diskret aus den Sondierungen rausgehalten habe.

Bereits zwei Tage vor der eigentlichen Veröffentlichung der neuerlichen Banken-Stresstests habe die oberste Bankenaufseherin Daniele Nouy kurz vor ihrem Ausscheiden den Banken mangelnde Profitabilität bescheinigt. Als Ausweg aus dieser Situation habe sie der Branche eine Schrumpfkur infolge grenzüberschreitender Fusionen empfohlen.

Dass bei der diesjährigen Belastungsprobe insbesondere die Ergebnisse der italienischen Banken von Interesse seien, dürfte nicht überraschen. Denn bereits bei dem Test vor zwei Jahren hätten diese nicht überzeugen können und die Situation habe sich nicht verbessert. Doch auch der Kapitalpuffer der Nord LB solle nach ersten, unbestätigten Informationen der Nachrichtenagentur Reuters beim Simulieren einer heftigen wirtschaftlichen Krise deutlich gefallen sein. Demnach solle die harte Kapitalquote nur noch ca. 7% betragen, nachdem Ende Juni der Wert mit 12,4% angegeben worden sei.

Jedoch müssen wir uns noch bis morgen gedulden, so die Analysten der Baader Bank. Erst dann würden die Ergebnisse der 48 Geldinstitute aus 15 EU-Ländern und Norwegen veröffentlicht. Dabei seien insgesamt 37 Banken aus der Eurozone und somit auch acht deutsche Institute durchleuchtet worden. Durchfallen können habe man zwar bei den diesjährigen Tests nicht, aber Rückschlüsse über die Fitness der einzelnen Bank seien durchaus möglich.

Die aktuelle Wetterlage mit jeder Menge Sturm und Regen lasse sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf den Primärmarkt für Corporate Bonds übertragen. Es sei nämlich ziemlich ruhig zugegangen, lediglich das Chemieunternehmen Celanese und das irische Elektrizitätsunternehmen ESB hätten erfolgreich je einen Bond am Kapitalmarkt platziert und so frisches Geld zur Refinanzierung eingesammelt.

Der amerikanische Konzern Celanese habe einen 9-jährigen Bond (ISIN XS1901137361 / WKN A2RTR5) begeben und damit 500 Mio. Euro in die eigenen Kassen gespielt. Der Chemieriese mit Sitz in Dallas, Texas, zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 01.03.2027 einen jährlichen Zins in Höhe von 2,125%. Der Ausgabepreis des Bonds habe bei 99,231% gelegen, was einem Emissionsspread von +202 BP über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen habe. Ergänzend habe sich das Unternehmen eine Make Whole Option sowie einen weiteren optionalen Kündigungstermin (ab dem 01.12.2026 jederzeit zu 100%) eingeräumt. Celanese sowie EBS hätten bei ihren Anleihen die besonders für institutionelle Investoren interessante Mindeststückelung von 100.000 Euro festgelegt.

Der irische Versorger ESB habe auch einen 500 Mio. Euro schweren Bond (ISIN XS1903442744 / WKN A2RTR3), mit einer Laufzeit bis zum 05.11.2033, aufgelegt. Mit dieser 15-jährigen Anleihe refinanziere sich das Unternehmen mit Hauptsitz in Dublin langfristig und zahle den Investoren ebenfalls jährlich 2,125% Zinsen. Der Reoffer habe bei 99,025% gelegen, was einem Spread von +90 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Der in Irland früher als Monopol agierende Stromversorger habe sich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen schreiben lassen. Ferner sei das Wertpapier drei Monate vor Endfälligkeit, sprich ab dem 05.08.2033, jederzeit zu 100% kündbar.

Die Risikoscheu der Anleger habe seit Anfang Oktober das Handelsgeschehen an den Rentenmärkten beherrscht und das Sorgenbarometer in von vielen Analysten nicht für möglich gehaltene Höhen getrieben. So habe der Euro-Bund-Future am vergangenen Freitag in der Spitze bei 160,68% notiert, nachdem er zu Monatsbeginn gut zwei Prozentpunkte (PP) unter diesem Wert gehandelt worden sei. Diese Marktentwicklung sei auf einen toxischen Cocktail aus Brexit, Handelskonflikt, Italien, Problemkrediten und nicht zuletzt dem politischen Vakuum in Europa zurückzuführen.

Deshalb könne man mit Fug und Recht behaupten, dass nur wenige Portfoliomanager mit einer solchen Performance des Rentenbarometers gerechnet hätten und sich nun die Frage stellen würden, ob es im Hinblick auf das nahende Jahresende überhaupt eine Gegenbewegung geben werde. Zumal der EZB-Chef, Mario Draghi, am vergangenen Donnerstag einer schnellen Zinserhöhung eine Absage erteilt habe. Inzwischen sei davon auszugehen, dass er anders als die weiße Taube, Janet Yellen, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit noch keine Zinserhöhung zu verkünden habe.

Aus diesem Grunde sei es auch nicht verwunderlich, dass der steile Aufwärtstrend weiterhin intakt sei. Die untere Leitplanke verlaufe aktuell bei 160,22% und die obere bei 160,90%. Problematisch dürfte hierbei allerdings sein, dass sich diese Punkte täglich um ca. 0,15 PP erhöhen würden und man somit Gefahr laufe, den Aufwärtstrend durch eine Seitwärtsbewegung zu verlassen. Deshalb lohne auch der Blick auf die Unterstützungslinien bei 159,72% und 159,54%. Aktuell werde der Euro-Bund-Future bei ca. 160,06% - also nur noch knapp über der psychologischen Marke von 160% - gehandelt, was einer Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe von 0,396% entspreche.

In den USA hätten Investoren in dieser Handelswoche am Primärmarkt lediglich in T-Bills, im Gesamtvolumen von 154 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier und acht Wochen sowie 3 und 6 Monaten investieren können.

Im Vergleich hierzu würden die in dieser Laufzeit in der Eurozone aufgenommenen finanziellen Mittel von ca. 13,5 Mrd. Euro wie Spielgeld wirken. Doch auch am Kapitalmarkt seien von Italien nur ca. 5 Mrd. Euro refinanziert worden. Mit Spannung sei erwartet worden, zu welchen Konditionen die italische Regierung ihre Bonds habe platzieren können. Mit dem Ergebnis habe man in Rom durchaus zufrieden sein können, auch wenn sich gegenüber den vorherigen Auktionen die Konditionen verschlechtert hätten. So hätten sich die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen auf 3,36% belaufen, nach zuletzt 2,90%, und für die 5-jährigen Papieren auf 2,58%, nach zuletzt 2,03%.

Besonders erwähnenswert sei die erstmalige Begebung eines Covered Bond eines japanischen Emittenten. Die Sumitomo Mitsui Banking Corporation (SMBC) habe mit ihrer Debütanleihe (fünf Jahre Laufzeit, jährlicher Kupon von 0,55% und Emissionspreis von 100%) 1 Mrd. Euro eingesammelt. Der Emissionsspread habe sich somit auf +75,1 BP über der vergleichbaren Bundesanleihe belaufen. Dies könnte der Auftakt zu weiteren japanischen Covered Bonds sein, die allerdings nicht - wie zu vermuten wäre - mit einem Hypothekenportfolio, sondern mit einem Portfolio von Hypothekenanleihen besichert seien.

Gestern sei Halloween gefeiert worden und so manch einer sei in Schrecken versetzt worden. Doch nun sei Halloween vorbei und das Gruseln habe ein Ende. Dies würde man sich auch für die europäische Gemeinschaftswährung wünschen, denn der Oktober sei für sie ein echter Gruselmonat gewesen.

So habe es für die Einheitswährung in den vergangenen Handelswochen nur "Saures" gegeben. Habe der Euro Ende September noch mit einem Drei-Monats-Hoch bei 1,1815 USD glänzen können, so gehe es seither nur noch in eine Richtung. Der anhaltende Abwärtstrend habe dazu geführt, dass der Eurokurs zur Wochenmitte zeitweise bis auf 1,1310 USD abgerutscht sei. Damit habe die gemeinsame Währung in der Nähe des Jahrestiefs bei 1,1301 USD notiert, aufgestellt am 15. August 2018. Ob der neue Monat auch "Süßes" bereithalte, werde sich noch zeigen. Zumindest starte der Euro heute Morgen mit 1,1360 USD stabiler in den November.

Wie prognostiziert habe sich der rechtspopulistische Kandidat Jair Bolsonaro am Wochenende in der Stichwahl durchsetzen können und bekleide nun das Amt des Präsidenten in Brasilien. Das neue Staatsoberhaupt sei durchaus umstritten und werde auch als "Trump der Tropen" bezeichnet. In einer ersten Reaktion habe der Brasilianische Real (BRL) deutlich zulegen können. So sei der Euro stellenweise bis auf 4,0838 BRL zurückgefallen und habe damit so niedrig wie zuletzt Anfang April dieses Jahres notiert. Im weiteren Handelsverlauf habe das Niveau allerdings nicht gehalten werden können und derzeit handle die Devise um die Marke von ca. 4,20 BRL.

Die Privatanleger seien aktuell ebenfalls etwas verschreckt und würden sich mit größeren Engagements bei den Fremdwährungsanleihen zurückhalten. Eine gewisse Umsatztätigkeit sei trotzdem in Bonds lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Russische Rubel, Norwegische Kronen sowie Brasilianische Real registriert worden.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (01.11.2018/alc/a/a)





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