Rom beschwört neue Eurokrise herauf - Italien so hoch verschuldet wie kaum ein anderes Land der Welt


04.10.18 16:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Eigentlich war es ein Vorgang mit Ansage. Nachdem die Regierungsparteien in Rom bereits im Wahlkampf das Azurblaue vom Himmel herab versprochen hatten, verschuldet sich Italien im kommenden Jahr weiter, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Entgegen den Warnungen ihres eigenen Finanzministers Giovanni Tria (parteilos) hätten die Vizepremiers Di Maio und Salvini für 2019 eine Neuverschuldung von 2,4% durchgesetzt. Diese Entscheidung hätten die beiden als "historischen Tag" bejubelt. Der Finanzminister habe dagegen die Neuverschuldung auf 1,6% des Bruttoinlandsprodukts beschränken wollen.

Damit sei Rom auf dem besten Weg, eine neue Eurokrise heraufzubeschwören. Denn die Schulden des Landes würden "explosiv" bleiben, wie EU-Kommissar Pierre Moscovici die fehlende Etatdisziplin in Italien gerügt habe. Daher würden die Euro-Partner den Haushaltsentwurf aus Rom ablehnen. Italien müsse einen nachhaltigen und glaubhaften Budgetentwurf vorstellen, habe Eurogruppen-Chef Mario Centeno nach einem Treffen der Finanzminister des Währungsraums in Luxemburg gesagt. Dafür lasse man dem Land nun Zeit bis Mitte Oktober. Die Märkte hätten jedoch bereits verdeutlicht, was sie von diesen Plänen halten würden. So sei die Rendite zehnjähriger Staatspapiere aus Italien in der Spitze auf ca. 3,45% geklettert, was den höchsten Stand seit März 2014 darstelle.

Am Devisenmarkt habe der Euro um 0,4% auf 1,1531 Dollar abgewertet. Nun drohe auch eine Herabstufung der Bonität Italiens durch die großen Ratingagenturen, was die Finanzierung des Landes noch teurer machen würde. So habe Moody's bereits angekündigt, sich im Laufe des Monats noch speziell zum Rating Italiens zu äußern. Inzwischen habe die Regierung in Rom zwar verlauten lassen, dass man nun bis 2021 einen Defizitabbau auf 1,8% plane. Den Renditen italienischer Staatsanleihen habe das zwar etwas genutzt (aktuell bei ca. 3,32%), aber der Euro notiere inzwischen sogar unter der Marke von 1,15 USD.

In Brüssel habe man zwar kein Interesse an einem Konflikt mit Italien. Aber man wolle auch nicht zulassen, dass ein Land die Regeln so provokant verletze. Rom dürfte sich allerdings seines Erpressungspotenzials gegenüber der EU bewusst sein, die im Falle von Griechenland ja schon einmal ein Land vor der Pleite gerettet habe. Allerdings gelte Italien, welches das drittgrößte EU-Land sei, als unrettbar.

Italien sei mit 132% des BIP oder 2,3 Billionen Euro so hoch verschuldet wie kaum ein anderes Land der Welt. Die Maastricht-Kriterien würden aber nur eine Gesamtverschuldung von 60% der Wirtschaftsleistung erlauben. Italien sei daher verpflichtet, langfristig seine Schulden zu reduzieren.

Nachdem bereits die großzügigen Wahlversprechen die Kapitalmärkte in Unruhe versetzt hätten, sei nun die Nervosität weiter gestiegen. Sowohl die Kurse italienischer Staatsanleihen als auch die Aktien an der Mailänder Börse hätten zwischenzeitlich massiv nachgegeben. Gegen den Willen des eigenen Finanzministers und der Kritik aus Brüssel wolle die populistische Regierung in Rom stärker investieren und kostspielige Wahlversprechen umsetzen. Mit den weiteren Schulden möchten die Regierungsparteien im Rom, die Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Lega, teure Steuersenkungen und ein Bürgereinkommen realisieren.

Zu allem Überfluss habe sich auch noch Claudio Borghi, Wirtschaftsexperte der rechten Lega, zu Wort gemeldet und erneut die Rückkehr Italiens zur Lira als Königsweg gefordert. Zur Beruhigung der Märkte würden solche Wortmeldungen sicherlich nicht beitragen und auch die anschließende Zusicherung, dass Italien nicht aus dem Euroraum austreten wolle, sei dazu nicht geeignet gewesen.

Nicht gerade erfreulich seien in diesem Zusammenhang Nachrichten aus Frankreich, wo Präsident Emmanuel Macron mit dem Haushaltsentwurf 2019 vor allem erreichen wolle, dass sich "Arbeit lohne". Daher würden die privaten Haushalte um 6 Mrd. Euro entlastet und die Unternehmen um 20 Mrd. Euro. Allerdings dürfte das Haushaltsdefizit auf 2,8% des BIPs steigen, obwohl die EU eine jährliche Reduzierung vorsehe. Außerdem liege Frankreichs Schuldenstand mit 99% des BIPs deutlich über der Maastricht-Schwelle von 60%.

Der Markt bewerte im Falle von Frankreich allerdings den Reformeifer von Macron positiv, weshalb die Risikoaufschläge auf französische Staatsanleihen recht konstant bleiben würden. So würden 10J-Frankreich-Bonds aktuell mit ca. 0,85% rentieren, was gegenüber vergleichbaren deutschen Staatsanleihen einem Renditeabstand von ca. 0,4 PP entspreche.

Also doch. Kurz vor Ablauf der von D.T., dem Unberechenbaren, gesetzten Frist am Sonntag um 24 Uhr hätten sich die USA und Kanada auf einen neuen Pakt zur Ablösung des Nafta-Abkommens geeinigt. Mexiko als Dritter im Bunde habe bereits im August zugestimmt. Der fast 25 Jahre alte Nafta-Vertrag werde nun durch eine neue Vereinbarung namens United States-Mexico-Canada-Agreement (USMCA) ersetzt. Erstaunlich sei nur, dass alle drei Regierungschefs das neue Abkommen gelobt hätten, nachdem insbesondere zwischen den USA und Kanada die Fronten bis vor kurzem noch sehr verhärtet gewesen seien. Wer also habe wann und wie nachgegeben?

Auch wenn das Weiße Haus USMCA als "großartigen Sieg für den Präsidenten" feiere, hätten am Ende doch alle Seiten Zugeständnisse machen müssen. So habe Kanada seinen streng regulierten Milchmarkt, der bisher durch Einfuhrzölle in Höhe von bis zu 275% abgeschottet gewesen sei, weiter geöffnet. Rund 3,5% des 16 Mrd. US-Dollar schweren kanadischen Milchmarktes sollten in Zukunft auf US-Landwirte entfallen können. Allerdings habe die kanadische Regierung schon avisiert, ihre Bauern für mögliche Verluste durch die neuen Regeln zu entschädigen.

Dagegen hätten die USA zugestanden, kanadische Autos von US-Zöllen zu befreien, solange mindestens 75% der Wertschöpfung aus Nordamerika stammen würden. Bislang habe die Schwelle bei 62,5% gelegen. Auch dürfe Kanada Ersatzteile im Wert von jährlich 32,4 Mrd. US-Dollar ohne höhere Kosten liefern. Um die Autozulieferer in den USA zu schützen, müsse ein Fahrzeug zu 40% bis 45% in Regionen produziert worden sein, in denen Stundenlöhne von mindestens 16 US-Dollar gezahlt würden. Damit werde Herstellern die Abwanderung nach Mexiko erschwert. Dennoch dürfe auch Mexiko sein Autoteilekontingent von jährlich 108 Mrd. US-Dollar beibehalten.

Damit seien also generelle Importzölle auf Autos aus Kanada und Mexiko vom Tisch, mit denen Trump den beiden Nachbarländern immer wieder gedroht habe. Aber die bereits geltenden US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Kanada bestünden fort und der Streit darüber bleibe vorerst ungelöst. Durchgesetzt habe sich Kanada damit, das bisherige Schiedsverfahren bei Streitigkeiten aus dem Nafta-Abkommen beizubehalten. Somit sei der neue Deal also nicht so richtig neu. Neu sei vor allem der Name USMCA, nachdem Trump den Begriff Nafta auf jeden Fall habe weghaben wollen. Habe er doch im Wahlkampf vor zwei Jahren Nafta wiederholt als "den schlechtesten Deal aller Zeiten" bezeichnet. So gesehen betreibe er Symbolpolitik, um sich von seinen Anhängern als besten Verhandlungspartner aller Zeiten feiern zu lassen, der nur das Wohl des amerikanischen Volkes mehren möchte.

Doch leider komme man nicht umhin zu konstatieren, dass sich bisher die Drohungen von D.T. oftmals als wirksam erwiesen hätten. Und das könnte ihn darin bestärken, diesen Verhandlungsstil noch öfter anzuwenden.

Dass die Europäische Union (EU) das Ei des Kolumbus gefunden habe, sei nicht anzunehmen. Dennoch könnte kommende Woche Bewegung in die festgefahrenen Brexit-Verhandlungen zwischen Brüssel und London kommen. Offenbar bereite die EU den Entwurf einer politischen Erklärung zu den künftigen Beziehungen mit Großbritannien vor.

Das Papier solle Teil des seit Monaten verhandelten Vertragspakets sein, das den britischen EU-Austritt im März 2019 regeln solle. Die Details des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU sollten von den 27 Staats- und Regierungschefs im Rahmen eines Abendessens am 17. Oktober besprochen werden. Diese Diskussion werde noch ohne Theresa May stattfinden, die erst am Folgetag ins Geschehen eingreifen werde. Nur wenn es gelinge, einen endgültigen Ausstiegsvertrag, der von May angenommen werden könne, wäre der Weg frei für den Sondergipfel am 17. und 18. November in Brüssel. Vielleicht sei es der zeitliche Druck, der die Einigung erzwingt. Aber es sei auch nicht auszuschließen, dass alles im Chaos enden werde.

Jedoch habe die konservative Regierungschefin Theresa May zunächst einen Parteitag überstehen müssen, bei dem ein offener Streit über die Brexit-Strategie getobt sei. So forderten die Hardliner unter den Brexiteers von May einen "reinen" Brexit auszuhandeln und keinen wie es ihr so genannter Chequers-Plan darstellt, der eine Freihandelszone nur für Güter vorsieht, nicht aber für Dienstleistungen und Arbeitnehmerfreizügigkeit, so die Analysten der Baader Bank. Auf dem Tory-Parteitag, der zeitweise einer Schlammschlacht geglichen habe, sei nun wieder ein zweites Referendum zur Sprache gekommen, das angeblich drei Minister präferieren würden. Für diese Option, die May von vorneherein ausgeschlossen habe, gäbe es unter den Tories wachsende Unterstützung, heiße es immer wieder. Allerdings würden sich die Protagonisten immer noch nicht aus der Deckung trauen, obwohl die Zeit knapp werde.

Johnson wolle Austritt verschieben. Dies sei nun selbst Boris Johnson, Mays heftigstem Widersacher bei den Tories, klargeworden. Daher würde der frühere Außenminister den Austritt aus der EU um mindestens sechs Monate verschieben, was nur einvernehmlich mit der EU möglich wäre. Aber vielleicht sei es ja so, dass selbst ein Polterer wie Johnson merke, dass bei einer drohenden Ablehnung des Chequers-Plans von May im Parlament die Stimmung im Land vollends zugunsten eines Verbleibs in der EU kippen würde. Dies könnte dann in Neuwahlen oder auch in einem zweiten Referendum seinen Ausdruck finden. Um dies zu verhindern und um ein für das Parlament akzeptables Austrittsszenario auszuhandeln, bräuchte es aber mehr Zeit. Und die könnte Johnson mit einer Verschiebung des Austritts gewinnen wollen. Es bleibe also spannend.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) habe in seinem Weltwirtschaftsausblick und Stabilitätsberichts darauf hingewiesen, dass in den zehn Jahren seit der großen Finanzkrise zwar große Fortschritte zur Stabilisierung der weltweiten Finanzsysteme gemacht worden seien, aber immer noch viel zu tun sei, um neue Risiken zu vermeiden. So habe auch der EZB-Direktor Benoit Coeure vor der Gefahr gewarnt, dass die nächste Finanzkrise durch eine Cyberattacke ausgelöst werden könnte. Denn nicht zuletzt weil immer mehr Geldtransaktionen über das Internet abgewickelt würden, sei eine kontinuierliche Investition nötig, um das Finanzsystem vor Cyberangriffen zu schützen. Auch habe er darauf verwiesen, dass Teile des Systems, etwa Schattenbanken, noch nicht angemessen kontrolliert seien. Zugleich habe er auch vor Ermüdungserscheinungen bei der Regulierung gewarnt und die Banken würden permanent versuchen, die Regeln aufzuweichen.

Doch nicht nur die Banken müssten richtig positioniert werden, sondern auch die Geldpolitik der führenden Notenbanken müsse für Stabilität sorgen. Hierbei sei jedoch festzuhalten, dass sich die US-amerikanische Notenbank FED für den nächsten wirtschaftlichen Abschwung positioniere, aber nach Meinung von Moody's Europa nur sehr wenig Handlungsspielraum bei der nächsten Krise hätte. So seien die privaten Haushalte in Europa deutlich höher als vor zehn Jahren verschuldet und die geldpolitischen Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur würden immer weniger Erfolg zeigen. So habe auch die lange Phase der extrem niedrigen Zinsen, neue Verwundbarkeiten geschaffen. Es sei also noch viel zu früh, um die Krise als beendet erklären zu können.

In dieser Berichtswoche habe die spanische Warenhauskette El Corte Inglés auf sich aufmerksam gemacht. Dem ein oder anderen dürfte das Markenzeichen des Konzerns, eine grüne Fahne mit weißer Inschrift des Namens, schon einmal als Wegweiser für einen Urlaubseinkauf auf der iberischen Halbinsel, den Balearen oder Kanaren gedient haben. Erstmals in der 78-jährigen Geschichte habe sich das Unternehmen mit Sitz in Madrid mittels einer 600 Mio. Euro schweren Anleihe (ISIN XS1886543476 / WKN A2RSPT) am Kapitalmarkt refinanziert. Für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt zahle das Unternehmen jährlich 3% Zinsen bis zum 15.03.2024. Die Auszahlung erfolge halbjährlich im April und Oktober eines jeden Jahres. Begeben worden sei das Papier zu pari, was einem Emissionsspread von +305 BP über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen habe. Der Bond sei mit drei Kündigungsterminen am 15.10.2020 zu 101,50%, am 15.10.2021 zu 100,75% und am 15.10.2022 zu 100% ausgestattet. In die Anleihebedingungen sei die besonders für institutionelle Investoren interessante Mindeststückelung von 100.000 Euro festgeschrieben worden. Diese hätten auch Avis Budget und Vodafone gewählt, die sich ebenfalls mit frischem Geld refinanziert hätten.

Die Autovermietung Avis Budget habe allerdings eine 8-jährige Anleihe (ISIN XS1889107931 / WKN A2RSLY) mit Laufzeit bis zum 30.01.2026 begeben. Das Unternehmen habe den 350 Mio. Euro schweren Bond mit einem Zinssatz von jährlich 4,75% ausgestattet, welcher im Januar und Juli eines jeden Jahres zur Auszahlung komme. Der Ausgabepreis habe bei 100% (+451 BP über der vergleichbaren Bundesanleihe) gelegen. Das Wertpapier sei mit drei weiteren Kündigungsrechten jeweils am 30.09.2021 zu 102,375%, am 30.09.2022 zu 101,188% und am 30.09.2023 zu 100% ausgestattet.

Abschließend für diese Berichtswoche habe Vodafone zwei Perpetual-Bonds begeben und so spielend 2,5 Mrd. Euro eingesammelt. Das britische Mobilfunkunternehmen zahle für die erste Tranche (ISIN XS1888179477 / WKN A2RSG2) mit einem Emissionsvolumen von 2 Mrd. Euro bis zum 03.01.2024 einen festen jährlichen Zins von 3,1% an die Investoren. Im Anschluss richte sich der Zins nach dem 5-Jahres-Swap und bis zum 03.01.2029 werde ein Aufschlag von 2,669 PP fällig. Bis zum 03.01.2044 erhöhe sich der Aufschlag dann auf 2,919 PP und fortan betrage er 3,669 PP. Vodafone räume sich bei diesem Wertpapier allerdings ab dem 03.01.2024 ein jährliches Kündigungsrecht zu 100% ein. Der Emissionsspread habe 266,9 BP über Mid Swap betragen, was einen Ausgabepreis von 99,89% bedeutet habe.

Die zweite, 500 Mio. Euro schwere Tranche (ISIN XS1888179550 / WKN A2RSG5) zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 03.10.2028 einen festen Zins in Höhe von 4,2% p.a. an die Gläubiger. Im Anschluss richte sich der Zinssatz bis zum 03.10.2048 ebenfalls nach dem 5-Jahres-Swap (plus 3,427 PP) und danach betrage der Aufschlag 4,177 PP. Ferner sei das Wertpapier ab dem 03.10.2028 jährlich jeweils am Tag der deutschen Einheit zu 100% kündbar. Der Emissionspreis habe sich auf 100% (+317,7 BP über Mid Swap) belaufen.

Das vergangene (mittlere) Wochenende werde beim Münchner Oktoberfest immer als das "Italienerwochenende" bezeichnet, aber auch am Rentenmarkt hätten die Italiener immer wieder von sich reden gemacht. So habe nicht irgendein Herbststurm dem Sorgenbarometer Flügel verliehen, sondern die Angst vor einer neuen Eurokrise habe den Euro-Bund-Future bis auf 159,78% steigen lassen. Doch beruhigende Worte aus Italien sowie gute US-Wirtschaftsdaten hätten die Renditen dies- und jenseits des Atlantiks wieder klettern lassen und dem Dezember-Kontrakt einen massiven Wertverlust beschert.

Die Schwierigkeit bei diesen Marktbewegungen sei, dass sie kurz und heftig ausfallen würden, aber nicht unbedingt von langer Dauer seien. Deshalb gelte in solchen Zeiten: Ruhe bewahren und sich nicht von der eigenen Meinung abbringen lassen. Auch könne ein Blick auf den Chart nicht schaden. Die jüngste Kurskorrektur habe vorerst im seit Anfang September gestarteten Abwärtstrend geendet. Hierbei komme dem Bereich um 158,30% eine kleine Schlüsselrolle zu. Sollte der Euro-Bund-Future es nicht schaffen, diesen Widerstand wieder zu überwinden, so sei ein Test des bisherigen Tiefs bei 157,75% nur eine Frage der Zeit gewesen. Vorübergehend sei allerdings mit den entsprechenden Meldungen von den Peripheriestaaten auch ein erneuter Test der 158,85% möglich. Doch die Trendwende sei eingeläutet und somit sei jeder Anstieg auch eine Gelegenheit für eine Absicherungsmaßnahme.

Aktuell notiere das Sorgenbarometer der Eurozone bei 158,14%, was einer Rendite bei 10-jährigen deutschen Staatsanleihen von ca. 0,527% entspreche.

In dieser Handelswoche seien in den USA lediglich T-Bills im Gesamtvolumen von 130 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten zum Kauf angeboten worden.

In der Eurozone hingegen stünden den Investoren Staatsanleihen im Volumen von ca. 14 Mrd. Euro zur Verfügung. Bereits am Dienstag habe die Alpenrepublik Österreich zwei Altemissionen (ISIN AT0000A1PE50 / WKN A188ES, 2023; ISIN AT0000A1ZGE4 / WKN A19VB0, 2028) aufgestockt. Am heutigen Donnerstag würden Frankreich und Spanien ebenfalls am Kapitalmarkt aktiv. Hierbei würden beide Länder das Emissionsvolumen von jeweils drei bzw. zwei Gattungen (Frankreich: ISIN FR0013341682 / WKN A1911P, 2028; ISIN FR0013313582 / WKN A19VU4, 2034; ISIN FR0013257524 / WKN A19HR9, 2048 und Spanien: ISIN ES0000012B88 / WKN A192X6, 2028; ISIN ES0000011868 / WKN 197017, 2029) erhöhen und zusätzlich stelle Spanien noch Material in einer neuen 3-jährigen Staatsanleihe interessierten Anlegern zur Verfügung.

Die europäische Gemeinschaftswährung habe einen ganz schlechten Start in das letzte Vierteljahr erwischt. In einer verkürzten Handelswoche sei der Euro insbesondere aufgrund der Haushaltspläne in Italien und infolge der Unsicherheiten bezüglich des Brexits massiv unter Druck gekommen.

So sei die gemeinsame Währung Europas zeitweise bis auf 1,1463 USD gefallen und habe damit fast so niedrig wie zuletzt am 20. August notiert, als er die 1,14 USD kurzzeitig getestet habe. In der vergangenen Woche habe der Euro noch zum Wochenstart (24. September) mit 1,1815 USD ein neues Dreimonatshoch erreicht. Seither kenne die Einheitswährung nur noch eine Richtung und wirke derzeit ziemlich angeschlagen. Am gestrigen Tag der Deutschen Einheit habe der Euro infolge guter US-Konjunkturdaten nochmals leiden müssen und starte heute Morgen bei ca. 1,1485 USD in den Handel.

Ganz anders präsentiere sich die Währung Kanadas, nachdem sich das Land nach langen Verhandlungen mit den USA auf ein neues Freihandelsabkommen habe einigen können. So sei der Euro zum kanadischen Dollar auf ein neues Jahrestief bei 1,4758 CAD (Kanadischer Dollar) gefallen.

Obwohl sich die Privatanleger aktuell etwas zurückhalten würden, seien dennoch Aktivitäten bei einigen Währungsanleihen zu beobachten gewesen. Insbesondere gelte dies für Anleihen auf Norwegische Kronen, Russische Rubel, Mexikanische Peso und US-Dollar.

Disclaimer

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