Rentenmarkt: Asylstreit bewegt


06.07.18 16:51
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Der Asylstreit zwischen CDU und CSU erreichte am vergangenen Wochenende den bisherigen Höhepunkt, so die Börse Stuttgart.

Nach dem Sondergipfel in Brüssel, bei dem sich die Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien getroffen hätten, habe Horst Seehofer am Sonntagabend seinen Rücktritt angekündigt. Kurz darauf habe er eingelenkt und erklärt, dass es ein letztes Gespräch mit Angela Merkel geben solle und er nur zurücktrete, sollten sich die beiden Parteien nicht einigen können. Am Montagabend habe schließlich ein Kompromiss erzielt und der Bruch der Union praktisch in letzter Sekunde abgewendet werden können. Seehofer bleibe.

Auf den Rentenmarkt habe die Koalitionskrise zum Wochenstart unterstützend gewirkt: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen sei am Montag auf ein Fünf-Wochen-Tief von 0,289 Prozent gefallen. Der Renditeabstand zu den zweijährigen Bundesanleihen habe sich auf rund 98 Basispunkte verringert - die engste Spanne seit einem Jahr. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future sei zum Wochenstart auf 162,89 Punkte in der Spitze geklettert.

Die überraschende Einigung der Unions-Parteien habe die Kurse der Bundesanleihen am Dienstag zunächst belastet. Der Euro-Bund-Future sei bis zum Mittag um 0,06 Prozent auf 162,37 Punkte gefallen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei im Gegenzug auf 0,32 Prozent gestiegen. Zur Wochenmitte hätten die Kurse wieder etwas zulegen können, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe habe am Mittwoch wieder bei 0,29 Prozent gelegen. Es werde spannend, wie der Asylstreit den Anleihenmarkt in den kommenden Tagen und Wochen noch bewegen werde. (Ausgabe 26 vom 06.07.2018) (06.07.2018/alc/a/a)