Renten: Trump droht und droht und droht


07.09.18 12:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Wenn irgendwo ein interessanter Posten frei wird, scharren gewöhnlich Nachfolgekandidaten mit den Hufen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

So sei es in der Wirtschaft, so sei es in der Politik und so sei es auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Entsprechend habe sich Jens Weidmann für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi, der 2019 seinen Chefposten räumen werde, in Position gebracht. Geraderaus, wie der Bundesbankchef nun mal sei, habe er dabei immer wieder Draghis expansive Geldpolitik kritisiert und sich damit bei den Regierenden der europäischen Südländer nicht nur Freunde gemacht. Dennoch hätten die Zeichen für Weidmann günstig gestanden. Für den Spitzenposten bei der EZB habe nicht nur seine unbestrittene Kompetenz, sondern auch der Umstand gesprochen, dass bisher noch kein Deutscher den Vorsitz bei der Notenbank innegehabt habe. Doch nun, nachdem Manfred Weber seinen Hut für das Amt des EU-Kommissionschefs in den Ring geworfen habe, sei alles anders.

Schon seit Tagen sei kolportiert worden, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den im nächsten Jahr anstehenden Neubesetzungen von europäischen Spitzenämtern lieber die Position des EU-Kommissionschefs besetzen wolle, anstatt Weidmann ins Rennen um den EZB-Chefposten zu schicken. So könne man davon ausgehen, dass die Bewerbung des 46-jährigen Niederbayern Weber für die Nachfolge von Jean-Claude Juncker in Brüssel mit voller Rückendeckung aus Berlin erfolge.

Weber gelte als respektabler Kandidat, der aufgrund seiner sachlichen Art lagerübergreifende Sympathien genieße. Nicht von Ungefähr nenne man ihn auch den "Anti-Söder", der den liberalen und europafreundlichen Flügel in der CSU vertrete. Dennoch sei die Sache kein Selbstläufer, hänge doch seine Wahl von der Bereitschaft der Mitgliedsstaaten ab, einen Deutschen für das einflussreiche Amt vorzuschlagen und davon, ob Webers Partei auch im neuen EU-Parlament eine absolute Mehrheit für ihren Spitzenkandidaten organisieren könne. Als mögliche Gegenkandidaten würden der finnische Ex-Premier Alexander Stubb und der derzeitige Brexit-Verhandler Michel Barnier gelten.

Sollte aber Weber zum Kommissionspräsidenten aufsteigen, hätte Weidmann keine Chance mehr auf den Spitzenposten bei der EZB. Prompt reagierten Merkel-Kritiker auf dieses Szenario mit dem Vorwurf, die Kanzlerin würde nicht um Spitzenpositionen in Europa kämpfen. Gelte doch Weidmann als einer, der den deutschen Sparern und Banken die Niedrigzinsphase nicht zugemutet hätte, so nehme man an. Verzichte Merkel also gar aus Rücksicht auf Italien, dessen Banken am meisten von faulen Krediten belastet seien, auf Weidmann als Anhänger einer restriktiveren Geldpolitik? Oder habe die Bundeskanzlerin hellseherische Fähigkeiten und möchte bewusst vermeiden, dass in der Amtszeit eines deutschen EZB-Präsidenten die Eurozone in ihre Einzelteile zerfalle? Eine Bewertung aller möglichen Varianten beim Besetzen sämtlicher neuer Chefposten auf EU-Ebene könne erst am Schluss erfolgen, zumal auch die Kombination deren Sinnhaftigkeit ausmache.

Denn zum einen sei die Rolle des EU-Kommissionspräsidenten keine geringe, nehme er doch großen Einfluss auf europäische Gesetzgebungsverfahren. Und zum anderen könnte auch ein EZB-Präsident Weidmann den von Draghi eingeschlagenen Kurs, der Sparvermögen entwertet habe, nicht von heute auf morgen umdrehen. Entscheidender in der EZB-Causa aber dürfte sein, wer stattdessen die Nachfolge von Draghi antreten würde. Mit Klaas Knot, dem Präsidenten der niederländischen Zentralbank, stünde hier ein Kandidat zur Verfügung, der ähnliche Positionen wie Weidmann vertrete, diese aber diplomatischer äußere. Als aussichtsreichster Kandidat gelte jedoch auch der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau, der die Anleihekäufe der EZB zwar verteidigt habe, aber auch ein Pragmatiker sei.

Zum Gesamtbild der anstehenden Neubesetzungen von Top-Posten in der EU gehöre auch die Nachfolge von Daniele Nouy, der aus dem Amt scheidenden obersten Bankenkontrolleurin für die Eurozone. Zwar habe noch keiner seine Kandidatur angemeldet, doch werde aus Italien kolportiert, dass es in Rom Interesse gebe, die Position zu besetzen. Genannt werde der Chef der EU-Bankenaufsicht, Andrea Enria.

Bei dem Gedanken daran, die Verantwortung für die oberste Bankenaufsicht einem Italiener zu übertragen, könne nicht außer Acht gelassen werden, dass in diesem Land die Banken noch faule Kredite in Höhe von 721 Mrd. EUR mit sich herumschleppen würden. Daher sei zumindest die Frage erlaubt, ob denn ein Italiener tatsächlich genügend Distanz beim Umgang mit diesen Problemkrediten würde wahren können. Jedoch habe nach jüngsten Berichten die Vize-Gouverneurin der irischen Notenbank, Sharon Donnery, gute Chancen, diesen Job zu übernehmen.

Neben den Chefposten der EU-Kommission und der EZB müsse nächstes Jahr auch der Vorsitz des Europäischen Rates neu besetzt werden. Ebenso laufe die Amtszeit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini ab. Das Geschacher gehe also erst los!

Die Fronten zwischen Brüssel und London in der Frage des EU-Austritts von Großbritannien würden verhärtet bleiben. Dazu trage der konsequente Kurs von Michel Barnier zu großen Teilen bei. In aller Deutlichkeit habe der EU-Unterhändler die britische Regierung vor die Wahl gestellt, entweder ein Freihandelsabkommen oder eine Zollunion zu akzeptieren. Eine andere Möglichkeit gebe es aus Sicht der EU-Kommission nicht. Die Vorschläge zu den künftigen wirtschaftlichen Beziehungen, welche die britische Regierung dagegen bisher gemacht habe, würden alle zu einer Aufweichung der EU-Prinzipien führen. Ein privilegierter Zugang der Briten zum Binnenmarkt für Güter sei eine Art der Rosinenpickerei, die zugleich nach Meinung Barniers ein "unfairer Wettbewerb" wäre.

Jetzt, wo noch zweieinhalb Monate für die Verhandlungen bleiben würden, habe damit der Druck auf die Regierung von Theresa May weiter zugenommen. Dies betreffe auch die wohl wichtigste ungelöste Frage nach dem künftigen Status von Nordirland. Zwar wollten sowohl London als auch Brüssel eine harte Grenze zu dem EU-Mitglied, der Republik Irland, vermeiden, aber eben auf unterschiedliche Weise. Während Brüssel Nordirland in der Zollunion halten wolle, habe London den wenig praktikablen Vorschlag gemacht, dass Großbritannien an seinen Grenzen Zölle auf Güter erhebe, die für die EU bestimmt seien. Barnier schließe diese Lösung als "Einladung zum Betrug" kategorisch aus. Schlagbäume zwischen dem britischen Nordirland und der Republik Irland aber könnten die Spannungen in der ehemaligen Bürgerkriegsregion wieder aufflammen lassen.

Sollte Großbritannien ohne Abkommen ausscheiden, würden nicht nur für den Warenverkehr von und nach Großbritannien Zölle anfallen. Vielmehr könnten die Kontrollen den Grenzverkehr am Ärmelkanal lahmlegen. Aber auch die rechtlichen Grundlagen zum Beispiel für Flüge zwischen Großbritannien und dem Kontinent oder die Auszahlung privater Renten würden wegfallen.

Vor dem Hintergrund dieser Gemengelage würden die Forderungen nach einem zweiten Brexit-Referendum in Großbritannien immer lauter. Zuletzt hätten sich selbst Abgeordnete aus Mays konservativer Partei für ein erneutes Votum stark gemacht, sollte das britische Parlament das Ergebnis der Austrittsverhandlungen mit Brüssel ablehnen. Auch bei der Opposition würden proeuropäische Politiker versuchen, das Thema beim Labour-Parteitag Ende September auf die Tagesordnung zu bringen.

Bislang würden die Spitzen beider großer Parteien eine zweite Volksabstimmung grundsätzlich ablehnen. Umfragen würden aber nahelegen, dass es in der Bevölkerung gegebenenfalls eine Mehrheit für ein erneutes Referendum geben könnte. Forderungen nach einer Verlängerung der Austrittsverhandlungen über den Stichtag 29. März 2019 hinaus lehne Barnier indessen strikt ab. Man benötige nicht zusätzliche Zeit, sage er, sondern politische Entscheidungen.

In dieser Phase der Gespräche sei es allerdings auch nicht verwunderlich, dass gestern Abend Gerüchte über eine Annäherung bei den Verhandlungen aufgekommen seien und insbesondere an den Devisenmärkten viel Beachtung gefunden hätten.

Währenddessen profitiere der Finanzplatz Frankfurt weiter von dem bevorstehenden EU-Austritt der Briten. So würden die führenden Ratingagenturen ihre Präsenz in der Mainmetropole massiv ausbauen. Sowohl Fitch als auch Moody's hätten ihr Personal in Frankfurt wegen des Brexits nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung gehe insbesondere auf regulatorische Anweisungen der Wertpapierbehörde zurück, die auf mehr Expertise innerhalb der EU dränge. Aber zumindest einer bleibe London erhalten. Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England (BoE), dessen Vertrag Ende Juni 2019 auslaufe, hänge wegen des Brexits noch eine Amtszeit dran.

Carney habe versichert, er werde alles tun, um einen reibungslosen EU-Austritt Großbritanniens und einen effektiven Übergang bei der Notenbank zu sichern. In einer Zeit, in der viel auf dem Spiel stehe, würde wenigstens die BoE Kontinuität wahren.

Die Rede sei von dem gigantischen Schuldenberg, mit dessen Hilfe China seine führende Rolle in der Weltwirtschaft finanziere. Ein erstes offensichtliches Zeichen, wie riskant die Gratwanderung auf dem Schuldenberg sei, habe nun die Pleite des Großkonzern Wintime Energy gezeigt. So sei das Kohleunternehmen in der nördlichen Provinz Shanzim unter einer Schuldenlast von 11 Mrd. USD zusammengebrochen.

Die argentinische Notenbank in Buenos Aires habe zwar versucht, den Verfall des Pesos mit einer Leitzinserhöhung zur Geldversorgung der Geschäftsbanken von 45% auf sage und schreibe 60% zu bremsen. Jedoch sei der erhoffte Effekt ausgeblieben, und der Peso habe seine Talfahrt fortgesetzt. Nun prüfe der Internationale Währungsfonds (IWF), den die Regierung in Buenos Aires um Hilfe gebeten habe, ob er Argentinien mit milliardenschweren Finanzhilfen unter die Arme greifen solle.

Sorge bereite dabei die Ansteckungsgefahr für andere Länder. Ausgehend von der Türkei und Argentinien sei die Indische Rupie bereits auf ein Allzeittief gefallen. Auch die Währungen von Südafrika und Indonesien seien unter Druck geraten. In Brasilien habe der Real rund 20% seines Wertes verloren.

Die Anfälligkeit für einen solchen Währungscrash sei in den schwachen Fundamentaldaten dieser Länder zu sehen. Es handele sich dabei um einen Mix aus hohen Schulden, steigender Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum sowie einem gewissen Reformunwillen vieler Regierungen. Diese Mischung bringe Spekulanten auf den Plan, die gegen die angeschlagenen Währungen wetten würden. Länder wie die Türkei und Argentinien, die große Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite aufweisen würden und sich stark im Ausland in Fremdwährungen verschuldet hätten, würden als besonders anfällig gelten.

Bereits im April habe der IWF davor gewarnt, dass durch die beginnende Geldflucht eine Emerging-Markets-Krise entstehen könnte. Als Schlüsselland sei hier die Türkei zu sehen, die bis 2019 rund 153 Mrd. EUR an Auslandsschulden begleichen müsse. Sollte es hier zu Zahlungsausfällen kommen, könnte die Krise auch auf westliche Banken übergreifen. Vor allem italienische, spanische und französische Institute seien stark in der Türkei investiert.

China drehe für Afrika den Geldhahn auf. In den kommenden Jahren sollten aus Peking 60 Mrd. US-Dollar an Krediten und Investitionen in den Kontinent fließen. Auf dem China-Afrika-Gipfel in Peking, an dem 53 afrikanische Staaten teilgenommen hätten, habe Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping gesagt, das Geld werde in Form von staatlicher Unterstützung sowie Investitionen und Krediten durch chinesische Unternehmen und Banken bereitgestellt. Einige afrikanische Staaten sollten sogar von ihren Verpflichtungen gegenüber China befreit werden. Ein Kernpunkt der jüngsten Initiative stelle das Megaprojekt "Neue Seidenstraße" dar, die von der chinesischen Ostküste über den Indischen Ozean bis vor die Haustür Europas und die afrikanische Westküste reichen solle.

Afrikanische Länder hätten bereits in der Vergangenheit milliardenschwere Kredite aus Peking erhalten, weshalb Beobachter schon seit Längerem vor einer "Schuldenfallen-Diplomatie" warnen würden. Die chinesische Regierung sehe dies erwartungsgemäß anders und spreche davon, den Kampf gegen die Armut zu führen und eine neue Wirtschaftssonderzone zu erschaffen. Vielleicht müsse man nicht gleich von einem neuen Kolonialismus oder Kreditimperialismus sprechen, aber es sei zu konstatieren, dass China seine Einflusszonen weiter systematisch ausbaue - und in diesem Fall auf einem Kontinent, den Europa in der Vergangenheit stets stiefmütterlich behandelt habe, wie etwa das 2016 geschlossene EU-Freihandelsabkommen mit Namibia, Botswana, Swasiland, Südafrika und Lesotho gezeigt habe.

Man sage solch ein Wort nicht so schnell über seinen Chef. Erst recht nicht, wenn er Präsident der Vereinigten Staaten sei. Trumps Stabschef John Kelly solle D. T., den Unberechenbaren, im Privaten dennoch als "Idioten" bezeichnet haben, wie es in einem neuen Enthüllungsbuch des bekannten Journalisten Bob Woodward über US-Präsident Donald Trump heiße.

Wie dem auch sei, auch wir haben die Unberechenbarkeit im Verhalten von Trump sowie die damit verbundene Schädlichkeit für die Märkte, die globale Wirtschaft und den Weltfrieden an dieser Stelle immer wieder kritisiert, so die Analysten der Baader Bank. Und er biete leider auch in dieser Woche neuen Anlass dazu. Nachdem eine Einigung im Handelsstreit mit Kanada bereits in Reichweite schien, drohte der US-Präsident vergangene Woche abrupt damit, bei einem neuen Nafta-Abkommen das Nachbarland einfach auszuschließen, berichten die Analysten der Baader Bank. Wenn die USA nach Jahrzehnten der Ausbeutung kein faires Abkommen für die USA schließen könnten, werde Kanada raus sein, habe Trump dem Nachbarland im Norden per Twitter gedroht.

Auch dem von seiner Republikanischen Partei dominierten Kongress, der mehrheitlich Kanada mit im Boot haben wolle, habe D. T. damit gedroht, er solle sich bloß nicht einmischen. Wie in den anderen Handelsstreitigkeiten, die er weltweit angezettelt habe, sehe Trump die USA auch im Verhältnis zu Kanada im Nachteil. Als Streitpunkt gelte unter anderem die Frage nach staatlicher Unterstützung von Kanadas Milchbauern, worüber Trump und die kanadische Seite allerdings unterschiedliche Angaben machen würden. In der laufenden Woche sollten die Nafta-Gespräche nun fortgesetzt werden.

Drohungen würden ja auch den Handelsstreit der USA mit China bestimmen. Nachdem die beiden Wirtschaftsgiganten gegenseitig Zölle in Höhe von 50 Mrd. US-Dollar verhängt hätten, habe D. T. verkündet, er werde Zölle auf weitere chinesische Importe im Volumen von 200 Mrd. US-Dollar kommende Woche in Kraft setzen.

Man habe daher den Eindruck, dass sich Trump inzwischen mit jedem anlege, der ihm gerade nicht passe. So auch mit Jerome Powell, dem Chef der US-Notbanken FED, den er selbst berufen habe. In einem Interview habe der US-Präsident bereits im August klar gemacht, dass er nicht begeistert sei, dass Powell die Zinsen erhöhe. Er glaube vielmehr an eine FED, die "tut, was gut für das Land ist". Mit diesen Äußerungen habe Trump nicht nur für eine Schwächung der eigenen Währung gesorgt, sondern auch ein ehernes Prinzip in Frage gestellt, das zu den Grundfesten der amerikanischen Wirtschaftsordnung gehöre: Die Unabhängigkeit der Notenbank.

Um Trump besser verstehen zu können, bedürfe es wohl doch der Lektüre des Enthüllungsbuches von Woodward. Es heiße "Fear".

Auch nach der Sommerpause der Analysten sei die Emissionstätigkeit der Unternehmen ungebrochen. So hätten CIE Générale des Etablissements Michelin einen 3er-Pack, Heineken eine Dualtranche begeben und Telefónica Emisiones S.A.U. habe erfolgreich einen 7-jährigen Bond platziert. Alle Unternehmen hätten sich bei der Auflage der neuen Bonds für die besonders bei institutionellen Investoren beliebte Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.

Einer der weltweit größten Reifenhersteller, Michelin, habe mittels der Finanzierungsgesellschaft CIE Générale des Etablissements Michelin mit drei Anleihen insgesamt 2,5 Mrd. EUR am Kapitalmarkt eingesammelt. Die erste 750 Mio. EUR schwere Tranche (ISIN FR0013357845 / WKN A195HD) sei am 03.09.2025 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,875%. Begeben worden sei der Bond zu 99,099%, was einem Emissionsspread von +43 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Am 03.06.2025 sei dieses Papier zu 100% kündbar. Der zweite Bond (ISIN FR0013357852 / WKN A195HC) habe ein Emissionsvolumen von 1 Mrd. EUR und zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 03.09.2030 einen jährlichen Zins von 1,75%. Der Reoffer habe bei 99,262% (+73 BP über Mid Swap) gelegen. Auch hier sei der Bond drei Monate vor Endfälligkeit am 03.06.2030 zu 100% kündbar.

Die dritte Anleihe (ISIN FR0013357860 / WKN A195HE) sei auf den 03.09.2038 terminiert und mit einem Kupon von 2,5% ausgestattet. Die 750 Mio. EUR habe Michelin bei 99,363% erfolgreich platzieren können, was einem Spread von +110 BP über Mid Swap entsprochen habe. Diese Anleihe sei ab dem 03.06.2038 bis zur Endfälligkeit jederzeit zu 100% kündbar. Das französische Unternehmen mit Sitz in Clermont-Ferrand habe zusätzlich bei allen drei Anleihen eine Make Whole Option in den Anleihebedingungen verankern lassen.

Heineken habe mittels einer 9- und 13-jährigen Anleihe frisches Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Mit dem ersten 600 Mio. EUR schweren Bond (ISIN XS1877595444 / WKN A195P4) refinanziere sich das Unternehmen bis zum 17.03.2027 zu einem Zinssatz von 1,25% p.a. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,491%, was einen Spread von +60 BP über Mid Swap bedeutet habe.

Der zweite Bond (ISIN XS1877595014 / WKN A195P5) habe ein Emissionsvolumen von 650 Mio. EUR und laufe bis zum 17.03.2031. Der zweitgrößte Brauereikonzern der Welt mit Sitz in Amsterdam zahle den Anlegern bis zur Fälligkeit jährlich 1,75% an Zinsen. Der Reoffer habe bei 98,601% gelegen und damit einem Emissionsspread von +80 BP über Mid Swap entsprochen. Der niederländische Konzern habe jeweils eine Make Whole Option in die Emissionsbedingungen aufnehmen lassen und die Wertpapiere seien ab drei Monaten vor Endfälligkeit jederzeit zu 100% kündbar.

Als letzter im Bunde habe das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica Emisiones S.A.U. eine Anleihe mit einem Volumen von 1 Mrd. EUR begeben. Der Bond (ISIN XS1877846110 / WKN A195N9) zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 11.09.2025 einen jährlich festen Zins in Höhe von 1,495%. Der Emissionspreis habe bei pari gelegen, was einem Spread von +95 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Der börsennotierte Konzern habe neben einer Make Whole Option einen zusätzlichen Kündigungstermin in die Emissionsbedingungen aufgenommen. So sei der Bond ab dem 11.06.2025 jederzeit zu 100% kündbar.

Beim Blick auf den aktuellen Future-Kontrakt werde es heute dem einen oder anderen Investor eiskalt den Rücken runterlaufen. Denn der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) notiere nach langer Zeit wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 160%. Aber dies sei nicht mit einem Schwächeanfall des Rentenbarometers zu erklären, sondern nur die Folge des Rollovers in den Dezember-Kontrakt und mathematisch begründet. Der Kurs der 10-jährigen Bundesanleihe habe zwar in den vergangenen Tagen etwas gelitten und somit sei die Rendite etwas angestiegen, aber die Veränderung sei bei weitem nicht so dramatisch wie es auf den ersten Blick aussehe. Die Veränderungen infolge der Fälligkeitsverschiebung im Buxl-Future belaufe sich auf ca. -1,46 PP, beim Bund-Future auf ca. -2,52 PP, beim Bobl-Future auf ca. -0,65 PP und beim Schatz-Future auf ca. -0,05 PP.

Somit sei es wieder an der Zeit, die Chartanalyse zurate zu ziehen. Die jüngste Kurserholung sei bei 159,59% gestartet worden und dieses Niveau werde sicherlich in den kommenden Tagen nochmals getestet werden. Sollte diese Unterstützungslinie durchbrochen werden, so sei der Weg bis zur psychologischen Marke bei 159% bzw. sogar bis auf ca. 158,37% frei. Anscheinend würden die Marktteilnehmer die Risiken steigender Renditen, ausgehend von den USA, zurzeit höher einschätzen als die Auswirkungen einer weiteren Eskalation im Handelsstreit und den Problemen der Schwellenländer. Das könne sich allerdings sehr schnell wieder ändern. Somit sollte auch die Widerstandslinie bei ca. 160,50% nicht unerwähnt bleiben.

Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei ca. 159,95%, was einer Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe von 0,384% entspreche.

In den USA gebe man sich bei den Emissionsvolumen mit solchen "Peanuts" nicht ab und so hätten Investoren zwischen Geldmarkttiteln im Volumen von 151 Mrd. USD und T-Notes für insgesamt 119 Mrd. USD wählen können. Mit Laufzeiten von vier Wochen, drei und sechs Monaten, sowie zwei, fünf und sieben Jahren sei sicherlich für fast jeden Interessierten bei den 270 Mrd. USD etwas dabei gewesen.

In dieser in den USA feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche seien den interessierten Investoren lediglich Geldmarktpapiere mit den üblichen Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 158 Mrd. USD zum Kauf angeboten worden.

In der Eurozone habe es hingegen mehr Auswahlmöglichkeiten bei den gewünschten Fälligkeiten gegeben. Bevor am Donnerstag die Emissionsvolumen diverser Altemissionen Frankreichs (ISIN FR0013341682 / WKN A1911P, 2028; ISIN FR0012993103 / WKN A1Z7JJ, 2031; ISIN FR0013313582 / WKN A19VU4, 2034; ISIN FR0013154028 / WKN A180CR, 2066) und Spaniens (ISIN ES0000012B62 / WKN A1908W, 2023; ISIN ES0000012B88 / WKN A192X6, 2028; ISIN ES00000127C8 / WKN A1ZZBE, 2030; ISIN ES0000012B47 / WKN A19W01, 2048) erhöht würden, hätten sich bereits Österreich und Deutschland am Kapitalmarkt präsent gezeigt.

Die Alpenrepublik habe hierbei zwei Emissionen (ISIN AT0000A1XM92 / WKN A19PCF, 2022; ISIN AT0000A1ZGE4 / WKN A19VB0, 2028) und Deutschland zwei inflationsindexierte Anleihen (ISIN DE0001030559 / WKN 103055, 2030; ISIN DE0001030575 / WKN 103057, 2046) aufgestockt. Angekündigt seien für die kürzere Restlaufzeit ein Betrag von 500 Mio. EUR und für die längere von 250 Mio. EUR gewesen. Jedoch hätten für die Fälligkeit 2046 nur Zeichnungen für nominal 174 Mio. EUR vorgelegen, sodass sich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland dazu entschieden habe, lediglich 154 Mio. EUR bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,67% zuzuteilen und 46 Mio. EUR in die Marktpflege umzubuchen. Den fehlenden Betrag von 50 Mio. EUR habe man kurzerhand bei der früher endfälligen Emission addiert, da hierfür Kaufaufträge i.H.v. 631 Mio. EUR vorgelegen hätten. Die Zuteilung sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,97% erfolgt und von dem Aufstockungsbetrag (550 Mio. EUR) seien 96,2 Mio. EUR zur Marktpflege zurückgehalten worden.

Der Sommer der Superlative neige sich so langsam dem Ende entgegen und der Herbst klopfe bereits an die Tür. Es ist also an der Zeit, die Kleidung entsprechend anzupassen, da man zuletzt schon einen kleinen Vorgeschmack erhielt, was uns für ein Wetter bevorsteht, so die Analysten der Baader Bank.

Am Devisenmarkt - insbesondere bei den Emerging Markets - seien tiefschwarze Wolken die ständigen Wegbegleiter und die weiteren Aussichten seien derzeit nicht die allerbesten. Als ganz düster sei aktuell die Stimmung in der Türkei zu bezeichnen. Habe doch die Türkische Lira in den vergangenen Handelswochen massiv an Wert verloren und auf ein Allzeittief sei das nächste gefolgt. So habe der Euro am 13. August dieses Jahres bei 8,1188 TRY, dem bisherigen Höchstwert notiert, und gestern bei 7,715 TRY. Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn habe ein Euro noch ca. 4,50 TRY entsprochen.

Aber nicht nur die Lira stehe kräftig unter Druck, sondern auch der Südafrikanische Rand (ZAR). Das Land sei überraschend in die erste Rezession seit 2009 gerutscht. Infolgedessen sei die Währung eingebrochen und habe ein neues Jahrestief markiert. Der Euro habe zeitweise bei 18,1225 ZAR und somit erstmals in diesem Jahr wieder über der Marke von 18,00 ZAR gehandelt. Aktuell notiere er im frühen Handel bei 18,03 ZAR.

Die europäische Gemeinschaftswährung hingegen bewege sich momentan in relativ ruhigem Fahrwasser. Der Euro handele heute Morgen um die Marke von 1,1630 USD und damit annähernd auf dem Niveau der vergangenen Handelstage. Dennoch könne diese Ruhe fehlinterpretiert werden, da im Herbst bekanntlich oftmals unvorbereitet Stürme aufkommen würden.

Die Handelsaktivitäten bei den Währungsanleihen würden aufgrund der noch vorherrschenden Urlaubszeit überschaubar bleiben. Trotzdem hätten Bonds lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand sowie Russische Rubel und Australische Dollar eine rege Umsatztätigkeit verzeichnet.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 06.09.2018) (07.09.2018/alc/a/a)





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