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Renten: Starker Renditeanstieg nach der FED


27.09.21 12:05
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Worte von FED-Chef Powell schien der US-Rentenmarkt zunächst ignorieren zu wollen, mit etwas Verzögerung kam es dann aber doch zu einer starken Marktreaktion am US-Rentenmarkt, so die Experten von Union Investment.

Die Rendite von zehnjährigen US-Schatzanweisungen sei um 13 Basispunkte nach oben geklettert. Im Schlepptau dieser Entwicklung sei es auch am europäischen Rentenmarkt zu einem Abverkauf gekommen. Auf Monatssicht sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von minus 0,50 Prozent auf minus 0,24 Prozent geklettert.

In diesen Tagen seien bei gleich zwei Anleihen von Evergrande Zinszahlungen fällig gewesen. In einem Fall hätten sich die Gläubiger auf eine Stundung geeinigt. Bei der zweiten Anleihe sei völlig offen geblieben, ob Investoren ihr Geld zurückerhalten würden. Nun beginne eine 30-tägige Übergangsfrist, bevor die Anleihe als ausgefallen gelte. Unterdessen bemühe sich die chinesische Regierung um eine Lösung.

Anleihen aus den Schwellenländern seien in der Gunst der Anleger in der vergangenen Woche etwas weniger gefragt gewesen. In Summe habe es aus der Anlageklasse Abflüsse von rund 700 Millionen US-Dollar gegeben. Als belastend habe sich dabei auch der Renditeanstieg in den USA erwiesen, der die Finanzierung der EM-Länder verteuere. Darüber hinaus seien sowohl türkische Anleihen als auch die Türkische Lira unter Druck gekommen, nachdem die dortige Notenbank - trotz einer Inflationsrate von 20 Prozent (!) - den Leitzins um 100 Basispunkte gesenkt habe. (Ausgabe vom 24.09.2021) (27.09.2021/alc/a/a)