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Positive Aussichten für Schwellen- und Entwicklungsländeranleihen bieten Chancen


27.09.21 11:17
BlueOrchard

Zürich (www.anleihencheck.de) - Michael Wehrle, Head Investment Solutions bei BlueOrchard, erklärt, warum er derzeit in Schwellen- und Entwicklungsländern mehr Chancen im Bereich Impact- und Green-Bonds sieht als in Industrieländern.

Die Volatilität an den Anleihemärkten sei in der ersten Jahreshälfte überwiegend vom Anstieg der Renditen für US-Treasuries und der steigenden Inflation bestimmt worden, wohingegen die Volatilität des Credit-Spread-Niveaus geringer ausgefallen sei. Dementsprechend sei der durchschnittliche Spread für Schwellenländeranleihe mit BBB-Rating relativ eng ausgefallen - mit einer Spanne von 185 bis 210 Basispunkten. Im Gegensatz dazu seien die Zinssätze für US-Staatsanleihen deutlich angestiegen. Die Performance von Anleiheportfolios sei daher eher durch das Durationsrisiko als durch das Kreditrisiko angetrieben worden.

Gemäß des IWF werde für 2021 ein Weltwirtschaftswachstum von sechs Prozent, und für 2022 von 4,9 Prozent prognostiziert. Die Weltwirtschaft habe sich im ersten Halbjahr 2021 schnell erholt. Dennoch könnten die zunehmenden Covid-19-Infektionen dazu führen, dass die Schritte in Richtung Normalisierung und die vollständige Erholung in einzelnen Ländern unterschiedlich ausfallen würden. Die Entwicklung im vergangenen halben Jahr habe jedoch gezeigt, dass sich sowohl Industrie- als auch Schwellen- und Entwicklungsländer trotz einer deutlichen Infektionswelle erneut erholen könnten. Diese Widerstandsfähigkeit und die steigenden Impfraten würden die positiven Aussichten für Schwellen- und Entwicklungsländer unterstützen. Länder wie beispielsweise Indien, welches von der zweiten Welle der Pandemie aus gesundheitlicher Sicht besonders hart getroffen worden sei, dürften sich aufgrund der erwarteten weniger starken Einschränkungen der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte und dank gezielter struktureller Maßnahmen der Zentralbank und Regierung weiter erholen.

Derzeit würden die Zentralbanken dazu neigen, ein bestimmtes Inflationsniveau zu akzeptieren, um die wirtschaftliche Erholung nicht zu gefährden. Daher würden die Experten von BlueOrchard einen mäßigen Anstieg der Steilheit der Zinsstrukturkurve sowie ein höheres Inflationsniveau für wahrscheinlich halten. In den Schwellenländern würden die Experten von BlueOrchard feststellen, dass einige Zentralbanken bereits aggressiver auf die Inflationssorgen reagieren und die Zinssätze schneller anheben würden mit dem Risiko die wirtschaftliche Erholung zu verlangsamen. Dies sei beispielsweise in Brasilien, Russland und Ungarn der Fall. Aus Sicht der Experten von BlueOrchard sei dem Markt jedoch dieses Risiko bewusst. Eine klare Kommunikation der Zentralbanken über ihre Geldpolitik werde generell entscheidend sein.

Trotz der Risiken für die Weltwirtschaft, die sich aus der Covid-19-Delta-Variante, den Einschränkungen und dem teilweisen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den globalen Versorgungsketten sowie aus den möglichen Zinserhöhungen ergeben, seien die Experten von BlueOrchard weiterhin optimistisch, was die globale Erholung betreffe. In ihren Impact- und Green-Bond-Portfolios sähen die Experten von BlueOrchard generell mehr Chancen in Schwellenländeranleihen als in Anleihen aus Industrieländern.

Innerhalb der Schwellen- und Entwicklungsländer würden die Experten von BlueOrchard aufgrund ihrer geringeren Zinssensitivität Anleihen mit höheren Renditen bevorzugen. Einen besonderen Fokus würden sie dabei auf Länder und Sektoren richten, welche nicht übermäßig abhängig seien von der außergewöhnlichen Liquiditätslage in den Finanzmärkten wie derzeit beispielsweise Chile oder gewisse Länder in Osteuropa. Weiter würden die Experten von BlueOrchard Titel bevorzugen, deren Bewertung vor allem auf unkorrelierten idiosynkratischen Risiken basiere. Eine bedachte Auswahl von Anleihen und eine Diversifizierung des Portfolios innerhalb des wachsenden Universums von Impact-, Social- und Green-Bonds seien jedoch nach wie vor wichtig, um die bestehenden Risiken zu adressieren. (27.09.2021/alc/a/a)