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Neues Risiko für Anleihemärkte durch Omicron-Variante


29.11.21 15:39
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Laut Elisa Belgacem, Anleihe-Strategieberaterin bei Generali Investments, steht der Anleihemarkt aufgrund der neuen Virusvariante Omicron stark unter Druck.

Für den Markt sei folgende Frage entscheidend: Verliere der Impfstoff durch die Virusvariante Omicron an Wirksamkeit? Die Wissenschaftler würden wohl mehr als zwei Wochen brauchen, um das herauszufinden. Die hohe Zahl der relevanten Mutationen sei jedoch besorgniserregend. Abgesehen von den bereits angekündigten neuen Reisebeschränkungen könnte Omicron neue soziale Einschränkungen, eine Beeinträchtigung des Wachstums und neue Engpässe bedeuten, die die Inflation weiter anheizen würden. Die Hersteller von mRNA-Impfstoffen könnten dennoch in der Lage sein, den Impfstoff relativ schnell anzupassen, welcher innerhalb von 100 Tagen verfügbar sein könnte.

Jeder neue Lockdown wäre eine schlechte Nachricht für die Risikostimmung, wie die deutliche Marktkorrektur letzten Freitag gezeigt habe. Auf dem Anleihemarkt komme die zusätzliche Unsicherheit zu einem bereits fragilen Umfeld hinzu, das zum Teil die Abschaffung des Anleihekaufprogramms der EZB im Jahr 2022 einpreise. Zumindest mit diesem Szenario würden die Experten bei Generali nicht rechnen: Ihrer Meinung nach werde die EZB bis Ende 2023 weiterhin Anleihen kaufen. Sollte es zu einem längeren Lockdown kommen, könnten die Auswirkungen jedoch durch beruhigende Signale aus der Finanz- und Geldpolitik abgefedert werden. Zusätzlich werde der Primärmarkt bald ohnehin eine Pause einlegen, da im Dezember traditionell wenig Anleihen emittiert würden. (29.11.2021/alc/a/a)