Erweiterte Funktionen

Die Märkte warten auf den neuen FED-Kurs


19.03.18 12:30
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Märkte bereits eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten einkalkuliert haben, schauen sie nun gebannt, ob die FED in der Märzsitzung ihre Forward Guidance ändert, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors.

Die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft könnte die Haltung der Mitglieder des Offenmarktausschusses verändern und die "Dot Plots" verschieben - und damit möglicherweise auf weitere Zinserhöhungen hindeuten.

Die Märkte würden gespannt auf die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses am 20. und 21. März warten. Die Experten würden erwarten, dass Anleger sich stärker auf die Forward Guidance der FED konzentrieren würden als auf die Zinserhöhung von 25 Basispunkten, die bereits in den Märkten eingepreist seien.

Die FED dürfte in dieser Sitzung ihre Wachstums- und Inflationsaussichten für die USA revidieren. Gleichzeitig würden die Experten damit vermuten, dass sich die vielfach beachteten "Dot Plots", die eine Momentaufnahme der Zinsprognosen der FOMC-Mitglieder darstellen würden, verändern würden.

Die US-Wirtschaft habe ihren starken Wachstumstrend seit Ende letzten Jahres beibehalten. Die Beschäftigungsrate habe zugenommen: In den ersten beiden Monaten 2018 seien mehr als 550.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Gehaltssteigerung im Jahresvergleich sei jedoch moderat geblieben und habe im Januar kurzzeitig ein Hoch von 2,9 Prozent erreicht. Einen Monat später sei sie allerdings zurück auf 2,6 Prozent gefallen.

Die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft lasse die Experten glauben, dass eine restriktivere Haltung der FED gerechtfertigt sei. Die Experten würden davon ausgehen, dass die FED ihre Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft erhöhe und den darunter liegenden Inflationstrend als nachhaltig erachte. Das könnte dazu führen, dass sich die Zinserwartungen der FOMC-Mitglieder ändern und die "Dots" sich leicht nach oben verschieben würden.

Gleichzeitig würden die Experten erwarten, dass die Märkte sehr aufmerksam darauf achten würden, ob die "Dots" breit gestreut seien, denn das würde widersprüchliche Meinungen im Gouverneursrat widerspiegeln. Der neue FED-Vorsitzende Jerome Powell habe vor dem Repräsentantenhaus und dem Senat vor kurzem eine sehr optimistische Rede gehalten. Besonders interessant sei daher, ob diese Einschätzung von allen im Gouverneursrat geteilt werde.

In einem solchen Szenario sollten die Märkte ihre Erwartungen für Zinserhöhungen geringfügig anpassen. Bisher hätten die Märkte 2018 drei Zinsschritte eingepreist, gefolgt von mindestens einem weiteren 2019. Die Experten würden jedoch insgesamt drei oder vier Zinserhöhungen 2018 erwarten, gefolgt von zwei weiteren 2019. Aber selbst wenn die Markterwartungen der FED den Erwartungen der Experten entsprechen sollten, dürften die Auswirkungen auf die langfristigen Zinsen verhalten bleiben, da die Renditen bereits deutlich gestiegen seien. (19.03.2018/alc/a/a)