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Linde präsentiert Neunmonatszahlen - Konzernumsatz steigt im 4,8 Prozent auf 13,050 Mrd. EUR - Aktienanalyse


15.11.18 12:50
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Fusion zwischen Linde AG (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) und Praxair konnte Ende Oktober nach der fusionskontrollrechtlichen Freigabe durch die FTC erfolgreich abgeschlossen werden, so die Linde AG in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Das Tauschangebot der Linde plc an die Linde AG-Aktionäre wurde am 31. Oktober 2018 vollzogen. 92 Prozent der Aktien waren zum Umtausch eingereicht. Die Aktien des neuen Konzerns sind sowohl an der Frankfurter als auch an der New Yorker Börse handelbar.

Die folgende Beschreibung des Geschäftsverlaufs für den Zeitraum Januar bis September 2018 bezieht sich jedoch ausschließlich auf den Linde Konzern auf eigenständiger Basis.

Der Konzernumsatz ist im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf 13,050 Mrd. EUR (Vj. 13,281 Mrd. EUR) gesunken.[2] Dieser Rückgang resultierte vor allem aus Währungseffekten. Zusätzlich wirkte sich die erstmalige Anwendung von IFRS 15 negativ auf den Umsatz aus. Bereinigt um die rein translatorischen Währungseffekte sowie um den Erstanwendungseffekt von IFRS 15 lag der Konzernumsatz 4,8 Prozent über dem Vorjahr.

Das operative Konzernergebnis stieg um 4,2 Prozent auf 3,301 Mrd. EUR (Vj. 3,169 Mrd. EUR). Währungsbereinigt konnte es sogar um 9,0 Prozent zulegen. Die operative Konzernmarge lag mit 25,3 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 23,9 Prozent. Zu dieser Verbesserung haben neben den im Rahmen des gruppenweiten Effizienzprogramms LIFT eingeleiteten Maßnahmen, der Portfoliooptimierung und den guten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch der Erstanwendungseffekt von IFRS 15 beigetragen.

Gases Division

In der Gases Division erzielte Linde im Berichtszeitraum einen Umsatz von 10,908 Mrd. EUR und lag damit um 3,0 Prozent unter dem Vorjahr (Vj. 11,244 Mrd. EUR). Bereinigt um Währungseffekte sowie um den Erstanwendungseffekt von IFRS 15 betrug das Umsatzwachstum in der Gases Division 4,5 Prozent. Zusätzlich bereinigt um Erdgaspreiseffekte, also auf vergleichbarer Basis, betrug das Umsatzplus 4,2 Prozent. Das operative Ergebnis lag mit 3,260 Mrd. EUR um 1,7 Prozent über dem Vorjahresniveau (Vj. 3,207 Mrd. EUR). Der währungsbereinigte Anstieg betrug 6,5 Prozent. Die operative Marge lag mit 29,9 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau (Vj. 28,5 Prozent).

Im Segment EMEA, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 4,410 Mrd. EUR um 0,5 Prozent über dem Vorjahr (Vj. 4,386 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Umsatzanstieg von 3,9 Prozent. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 0,7 Prozent und lag bei 1,393 Mrd. EUR (Vj. 1,383 Mrd. EUR). Der währungsbereinigte Anstieg betrug 2,7 Prozent. Die operative Marge lag mit 31,6 Prozent (Vj. 31,5 Prozent) auf Vorjahresniveau. Dabei haben die Erstanwendung von IFRS 15 sowie die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zu einer Verbesserung der Marge beigetragen. Auch ein im ersten Quartal erfasster Entkonsolidierungsertrag in Höhe von rund 40 Mio. EUR für den Verkauf des Tochterunternehmens Tega - Technische Gase und Gasetechnik GmbH führte zu einem Anstieg der Marge. Einen gegenläufigen Effekt hatte die unterschiedliche Entwicklung einzelner Produktbereiche in den verschiedenen Regionen in EMEA sowie höhere Energie- und Erdgaspreise.

Im Segment Asien/Pazifik lag der Umsatz per Ende September bei 3,212 Mrd. EUR und damit um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj. 3,273 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Umsatz um 5,1 Prozent. Das operative Ergebnis lag mit 930 Mio. EUR um 1,8 Prozent über dem Vorjahr (Vj. 914 Mio. EUR). Währungsbereinigt erzielte Linde ein Plus in Höhe von 7,4 Prozent. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass im Vorjahreswert ein Einmaleffekt aus dem Verkauf von Vermögenswerten in Höhe von 70 Mio. EUR enthalten ist. Die operative Marge erhöhte sich auf 29,0 Prozent (Vj. 27,9 Prozent).

Im Segment Amerika ist der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 um 7,6 Prozent auf 3,437 Mrd. EUR (Vj. 3,719 Mrd. EUR) gesunken. Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Umsatz um 4,4 Prozent. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent auf 937 Mio. EUR (Vj. 910 Mio. EUR). Währungsbereinigt erzielte Linde ein beachtliches Plus in Höhe von 11,5 Prozent. Die operative Marge stieg deutlich auf 27,3 Prozent (Vj. 24,5 Prozent). Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich neben der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 auch die im Rahmen des gruppenweiten Effizienzprogramms LIFT eingeleiteten Maßnahmen sowie Einmaleffekte positiv auf die Marge ausgewirkt haben.

Engineering Division

Der Umsatz der Engineering Division stieg per Ende September um 11,2 Prozent auf 2,011 Mrd. EUR (Vj. 1,809 Mrd. EUR). Das operative Ergebnis verbesserte sich auf 205 Mio. EUR (Vj. 152 Mio. EUR). Die operative Marge lag mit 10,2 Prozent deutlich über dem Vorjahreszeitraum (Vj. 8,4 Prozent) und damit über der Zielmarke von rund 9 Prozent, die Linde Engineering für das Geschäftsjahr 2018 anstrebt. Dies ist sowohl auf höhere Ergebnisse einzelner Anlagenbauprojekte als auch auf die verbesserte Auslastungssituation zurückzuführen.

Der Markt für den internationalen Großanlagenbau bleibt nach wie vor volatil und ist geprägt von starkem Wettbewerb. Trotzdem gelang es der Engineering Division, den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 2,943 Mrd. EUR (Vj. 1,969 Mrd. EUR) zu steigern. Der Auftragsbestand erhöhte sich auf 4,988 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 4,178 Mrd. EUR)

Ausblick:[3]

Der um die Effekte von IFRS 15 und um Währungseffekte bereinigte Konzernumsatz soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen und könnte um bis zu 4 Prozent steigen. Das währungsbereinigte operative Konzernergebnis soll innerhalb einer Bandbreite liegen, die vom Vorjahresniveau bis zu einem Plus von 5 Prozent reicht. Für die Rendite auf das eingesetzte Kapital strebt Linde im Geschäftsjahr 2018 einen Wert von rund 10 Prozent an.

In der Gases Division strebt Linde für das angelaufene Jahr folgende Ziele an: Die um die Effekte von IFRS 15 und um Währungseffekte bereinigte Umsatzentwicklung soll zwischen dem Vorjahresniveau und einem Plus von 4 Prozent liegen. Das währungsbereinigte operative Ergebnis soll innerhalb einer Bandbreite liegen, die vom Vorjahresniveau bis zu einem Plus von 5 Prozent reicht.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen erwartet Linde, dass Umsatz und Ergebnis für den Konzern und für die Gases Division am oberen Ende der prognostizierten Bandbreiten liegen.

In der Engineering Division geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in Höhe von ca. 2,6 Mrd. EUR zu erzielen. Bisher wurde angenommen, dass der Umsatz innerhalb einer Bandbreite von 2,2 Mrd. EUR bis 2,6 Mrd. EUR liegen wird. Bei der operativen Marge für die Engineering Division rechnet das Unternehmen nun damit, einen Wert von rund 10 Prozent zu erreichen. Bisher wurde ein Wert von rund 9 Prozent prognostiziert.

[1] EBIT (vor Sondereinflüssen) bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

[2] Im Berichtszeitraum hat der Vorstand der Linde AG beschlossen, das Geschäft des Logistikdienstleisters Gist nicht mehr als "nicht fortgeführte Aktivität" auszuweisen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

[3] Der Ausblick beschreibt die voraussichtliche Entwicklung des Linde Konzerns auf eigenständiger Basis. Die im Zusammenhang mit dem Vollzug des Mergers geplanten Veräußerungen werden sich voraussichtlich nicht auf die im Ausblick prognostizierten Kennzahlen auswirken. (Pressemitteilung vom 14.11.2018) (15.11.2018/alc/n/a)