Leitzinserwartungen gedämpft


02.10.18 11:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA setzt sich die Politik gradueller Leitzinserhöhungen fort, so die Analysten der Helaba.

Das Zielband werde in diesem Jahr vermutlich um insgesamt 100 BP auf dann 2,25 bis 2,50% erhöht und die "dot plots" würden zeigen, dass die Mehrheit der FOMC-Mitglieder weitere drei Erhöhungen im kommenden Jahr für gerechtfertigt halten würden. Die Konjunktur in den USA laufe, was anhand der sehr hohen Niveaus der Stimmungsindikatoren abzulesen sei. Hinzuweisen sei auf den robusten Arbeitsmarkt. Die Analysten würden es für möglich halten, dass die Arbeitslosenquote im September auf 3,8% sinken werde. Der Bericht stehe an diesem Freitag zur Veröffentlichung an.

Trotz dieser positiven Aussichten hätten sich die Zinserwartungen seit der FOMC-Sitzung vor knapp einer Woche leicht reduziert. Ein weiterer Schritt im Dezember sei zwar weitgehend eskomptiert, für das Jahr 2019 seien insgesamt aber nur zwei Erhöhungen knapp eingepreist. Ohnehin scheine es für Marktteilnehmer nicht mehr entscheidend zu sein, ob es im nächsten Jahr zwei oder drei Schritte geben werde. Vielmehr spiele es zunehmend eine Rolle, dass der Zinserhöhungspfad irgendwann ende und dieses Ende allmählich sichtbar werde.

Im Gegensatz dazu stelle sich bezüglich der Europäischen Zentralbank die Frage, wann es zum ersten Schritt kommen werde. Auch hierzulande seien die Erwartungen leicht rückläufig. Verantwortlich dafür sei nicht nur der überraschende Rückgang der EWU-Kernteuerung im September auf unter ein Prozent, sondern das Thema Italien. Der Konfrontationskurs der dortigen Regierung mit der Europäischen Union lasse Sorgen vor einer neuen Eurokrise aufkommen. Diese Unsicherheit lasse sich an deutlich erhöhten Risikoprämien am Anleihenmarkt ablesen. Zudem sei der Euro deutlich unter Druck gekommen. Es gelte aber zu berücksichtigen, dass die seit Wochen währende Handelsspanne zwischen 1,1500 und 1,1850 weiterhin intakt sei. (02.10.2018/alc/a/a)