Leitzinserhöhung in Norwegen wohl erst im Juni


03.05.18 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Norwegische Zentralbank (Norges Bank) wird bei ihrer heutigen Entscheidung unseres Erachtens den Leitzins wohl unverändert bei 0,50% belassen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zuletzt habe die Inflationsrate im März mit 2,2% auf der Unterseite überrascht, somit aber immer noch über der neuen Zielmarke von 2,0% (zuvor 2,5%) gelegen. Da sich jedoch gleichzeitig die Kerninflationsrate mit 1,2% wieder dem Fünfjahrestief vom August 2017 (0,9%) angenähert und die Wachstumsdynamik im 4. Quartal 2017 mit einem BIP-Zuwachs von 0,3% gg. Vq. deutlich an Tempo verloren habe (3. Quartal 2018: 0,6% gg. Vq.) dürften sich die norwegischen Währungshüter weiterhin zurückhaltend hinsichtlich einer Straffung der geldpolitischen Zügel zeigen. Die Analysten würden daher erst in der Juni-Sitzung einen ersten Zinsschritt um 25 BP nach oben und eine weitere Zinserhöhung auf 1,00% nicht vor Anfang des kommenden Jahres erwarten.

Die Norwegische Krone (NOK) habe sich im Windschatten der steigenden Ölpreise und in Erwartung anstehender Zinserhöhungen durch die Norges Bank im bisherigen Jahresverlauf gut gegenüber dem Euro behaupten können. Sollten sich die Notenbanker heute zu einer Zinserhöhung durchringen, dürfte dies der norwegischen Valuta indes nur einen kurzfristigen Aufwärtsschub verleihen. Perspektivisch hätten die Analysten aufgrund des im Vergleich zum Marktkonsens eher moderat ausfallenden Zinserhöhungszykluses ihre Prognosen angepasst und würden den Euro zum Jahresende 2018 gegenüber der Krone bei 10,0 NOK notieren sehen. (03.05.2018/alc/a/a)