Leitzins im Euroraum bleibt auf Rekordtief von null Prozent


27.04.18 11:45
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Steigende Ölpreise und eine zunehmend boomende Konjunktur in den USA schärfen den Blick auf die Inflationsentwicklung, so die Börse Stuttgart.

Angesichts der Tendenzen könnten die Notenbanker eine schnellere politische Gangart einschlagen. Der Rentenmarkt habe bereits erste Reaktionen gezeigt: Die Rendite der zehnjährigen US Bonds habe am Dienstag erstmals seit Ende 2013 die magische Grenze von drei Prozent erreicht, am Mittwoch sei diese weiter auf 3,03 Prozent geklettert.

Die Schmerzgrenze vieler Anleger sei nun erreicht - steigende Zinsen würden für eine höhere Attraktivität von Anleihen sorgen, während die Gewinne börsennotierter Unternehmen durch höhere Finanzierungskosten tendenziell sinken würden. Staatsanleihen böten Analysten zufolge nun eine interessante und relativ sichere Alternative zu den ohnehin recht teuren Aktien.

Die Europäische Zentralbank (EZB) halte sich angesichts wachsender Sorgen vor Handelskonflikten alle Optionen offen. Der EZB-Rat habe bei seiner Zinssitzung in Frankfurt den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent belassen. Banken, die Geld bei der Notenbank parken würden, müssten dafür weiterhin 0,4 Prozent bezahlen.

Die EZB gehe zudem weiter davon aus, dass die Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben würden. Dieser Nettoerwerb von Anleihen laufe zunächst bis Ende September dieses Jahres mit einem Monatsvolumen von 30 Milliarden Euro weiter. Zudem habe die Europäische Notenbank ihre Aussage bekräftigt, dass die Ankäufe, falls nötig, über diesen Zeitpunkt hinaus verlängert werden könnten und auf jeden Fall so lange, bis die EZB eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkenne, die im Einklang mit ihrem Inflationsziel stehe. (27.04.2018/alc/a/a)