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Konflikt in Hongkong könnte sich zum deutlichen Belastungsfaktor für Kapitalmärkte entwickeln


19.11.19 14:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die letzte Woche war hinsichtlich kursbewegender Ereignisse relativ nachrichtenarm, so die Analysten der National-Bank AG.

Aus den im Fokus und im Interesse der Anleger stehenden Handelsgesprächen hätten sich keine neuen Erkenntnisse ergeben, die die Kapitalmarktteilnehmer zu einer Revision ihrer grundsätzlichen Haltung veranlasst habe. Weiterhin laute die klare Erwartung, dass es im Rahmen eines "Phase-One China Deal" zu einer (Teil-)Einigung im Handelsstreit kommen werde. Diese werde mindestens eine gegenseitige Reduzierung der Handelshemmnisse beinhalten. Darüber hinaus werde die chinesische Regierung sich bereit erklären, US-Produkte in erheblichem Umfang gerade aus dem Agrarsektor zu kaufen. Grundlegende Eckpfeiler der chinesischen Wirtschaftspolitik seien aber von einem solchen Kompromiss unberührt geblieben. Diese könnten zu einem späteren Zeitpunkt in einem "Phase-Two China Deal" thematisiert werden. Eines sollte aber klar sein: Die chinesische Seite werde auf US-amerikanischen Druck hin niemals bereit sein, ihr Wirtschaftsmodell grundlegend zu ändern oder eine umfassende Revision ihres Wirtschaftsplans 2025 vorzunehmen. Bezüglich auf einen möglichen "Phase One China Deal" werde der Druck einer Einigung in den nächsten Wochen deutlich zunehmen, habe die US-amerikanische Seite doch für den 15.12. neue Zölle auf ein erhebliches chinesisches Importvolumen (300 Mrd. USD) angekündigt, welche die chinesische Seite gerne verhindern möchte. Man dürfe gespannt sein, die Rationalität spreche für eine (Teil-)Einigung, aber die Volten des erratischen US-Präsidenten würden oftmals eine andere Sprache sprechen.

Die Veröffentlichung der FED-Minutes am morgigen Tag sollte bestätigen, dass die Phase des "mid-cycle adjustment" erstmal vorbei sei und die FED wieder eine stärker abwartende Haltung einnehme. Ein zentraler Grund dafür sei, dass man bei den Währungshütern erstmal den Ausgang der Verhandlungen rund um den Handelskonflikt abwarten möchte, bevor weitere Zinsentscheidungen getroffen würden. Als deutlicher Belastungsfaktor für die Kapitalmärkte könnte sich der anhaltende Konflikt in Hongkong entwickeln, insbesondere wenn es zu einem Eingreifen des chinesischen Militärs käme. Bis jetzt seien die anhaltenden Auseinandersetzungen der Demonstranten und der Polizei noch nicht auf die Kapitalmärkte übergesprungen. (19.11.2019/alc/a/a)