Knorr-Bremse: Starker Auftragseingang in Q1 - Profitabilität von globaler Konjunkturentwicklung geprägt - Anleihenews


12.05.22 12:15
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München (www.anleihencheck.de) - Knorr-Bremse: Starker Auftragseingang in Q1 - Profitabilität von globaler Konjunkturentwicklung geprägt - Anleihenews

Die Knorr-Bremse AG (ISIN DE000KBX1006/ WKN KBX100), Weltmarktführer für Bremssysteme und führender Anbieter weiterer Systeme für Schienen- und Nutzfahrzeuge, hat heute die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2022 vorgelegt, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Frank Weber, Finanzvorstand und interimistischer Vorstandssprecher der Knorr-Bremse AG: "Knorr-Bremse hat im ersten Quartal 2022 ungeachtet eines gegenwärtig außerordentlich schwierigen globalen Marktumfelds solide Ergebnisse erzielt. Der insgesamt gute Start in das laufende Jahr mit einem hohen Auftragseingang spiegelt die starke Kundennachfrage sowie den ungebrochenen Trend zur grünen Mobilität wider. Wir haben diverse Maßnahmen eingeleitet und erwarten hieraus eine positive Entwicklung für das Gesamtjahr. Allerdings sind auch wir in diesem Jahr mit großen globalen Herausforderungen konfrontiert: Insbesondere die anhaltenden Lieferengpässe, die hohe Inflation und die Auswirkungen des schrecklichen Krieges in der Ukraine mit den gegen Russland verhängten Sanktionen haben sich auf unser Geschäft ausgewirkt. Außerdem sind die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in China deutlich spürbar für uns. Auf diese Herausforderungen reagieren wir bereits mit gezielten Maßnahmen - diese beinhalten vor allem Preis-Kompensationen für unsere Systeme und Produkte sowie interne Kostenmaßnahmen."

Auftragseingang weiterhin auf Rekordkurs, Umsatz trotz volatilen Marktumfelds nahezu stabil

Der Auftragseingang von Knorr-Bremse stieg im ersten Quartal 2022 erneut kräftig und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 17,3 % auf 2.109,3 Mio. EUR (Q1 2021: 1.798,9 Mio. EUR). Auch der Auftragsbestand lag mit 5.998,0 Mio. EUR (Q1 2021: 5.084,4 Mio. EUR) um 18,0% deutlich über dem Vorjahr. Trotz der sich weltweit eintrübenden Konjunkturaussichten, konnte Knorr-Bremse den Umsatz im ersten Quartal 2022 mit 1.699,4 Mio. EUR (Q1 2021: 1.691,5 Mio. EUR) nahezu konstant halten. Vor allem in Europa und Nordamerika blieb die Nachfrage in beiden Divisionen konstant hoch.

Der Free Cashflow betrug im ersten Quartal -231,3 Mio. EUR und entwickelte sich wie geplant. Gründe dafür sind vor allem der Aufbau von Vorräten, um den Lieferengpässen entgegenzuwirken und die erwartete positive Umsatzentwicklung in den kommenden Quartalen bedienen zu können. Die operative EBIT-Marge ging im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal auf 10,9% zurück (Q1 2021: 14,9%). Die Gründe hierfür liegen vor allem in den massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie in China (Zero-Covid Policy). Außerdem schlagen enorm gestiegene Rohstoff- und Energiepreise, Kostensteigerungen bei Komponenten sowie im Allgemeinen die außergewöhnlich hohe Inflation negativ zu Buche.

Konzernweites Programm zur Ergebnisoptimierung gestartet

Knorr-Bremse hat bereits auf diese gesamtwirtschaftliche Entwicklung reagiert und Maßnahmen zur Ergebnisoptimierung beschlossen: Ziel ist es, durch einen Kompensationsansatz gegenüber den Kunden sowie ein konzernweites Kostenprogramm die wirtschaftlichen Folgen der hohen Inflation vollständig auszugleichen. Die entsprechenden Verhandlungen mit Kunden sind teilweise bereits erfolgreich abgeschlossen und werden sich positiv in den kommenden Quartalen auswirken. Zudem wurde Mitte April das konzernweite PCPP-Programm (Profit & Cash Protection Programm) zur konsequenten Kostenoptimierung gestartet. Es enthält kurzfristige wie langfristige Maßnahmen.

Im Zuge der Ergebnisoptimierung überprüft Knorr-Bremse auch regelmäßig die eigene Portfoliostruktur, um sich von Unternehmensbeteiligungen zu trennen, die nicht mehr in die Unternehmens- und Profitabilitätsstrategie passen. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Knorr-Bremse AG entschieden, Sondierungen auch für einen Verkauf des Tochterunternehmens Kiepe Electric zu starten, um so die Profitabilität der Knorr Bremse Gruppe weiter zu steigern. Allein durch den Effekt des Verkaufs erwartet Knorr-Bremse bis 2025 eine Verbesserung der EBIT-Marge der Division Schienenfahrzeuge um 60-90 Basispunkte. Kiepe Electric bietet Lösungen und Konzepte für einen emissionsreduzierten öffentlichen Verkehr für Straßen- und Regionalbahnen sowie Busse. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von rund 100 Mio. EUR. Der Erhalt der Arbeitsplätze bei Kiepe Electric wird eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen mit potenziellen Käufern spielen.

Division Systeme für Schienenfahrzeuge (RVS) rechnet mit steigender Nachfrage

Im ersten Quartal 2022 wuchs der Auftragsbestand der Division RVS um 15,2% auf 4.180,6 Mio. EUR (Q1 2021: 3.629,9 Mio. EUR). Der Auftragseingang der Division stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 51,3% auf 1.080,5 Mio. Euro (Q1 2021: 714,0 Mio. EUR). Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie profitierte Knorr-Bremse von der grundsätzlich weltweit positiven Entwicklung der Bahnindustrie: Nach den Auftragsverschiebungen in den vergangenen beiden Geschäftsjahren, erwartet RVS im weiteren Verlauf des Jahres von einer wieder steigenden Nachfrage zu profitieren. Gleichzeitig gestaltet sich für RVS die Situation in China aufgrund der lokalen Corona-Politik und den zurückhaltenden Marktinvestitionen wie erwartet schwieriger.

Der Umsatz der Division RVS sank im ersten Quartal 2022 um -3,8% auf 775,0 Mio. EUR (Q1 2021: 805,5 Mio. EUR). Die operative EBIT-Marge lag im ersten Quartal wie erwartet mit 15,7 % unter dem Vorjahreswert von 18,0%. Neben Herausforderungen in der Lieferkette und den hohen Kostensteigerungen, beeinflusst das weiterhin geringere Fahrgastaufkommen wegen der COVID-19-Pandemie vor allem in China das OE-Geschäft.

Division Systeme für Nutzfahrzeuge (CVS) verzeichnet weiterhin wachsenden Auftragsbestand

Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge (CVS) konnte im ersten Quartal mit 1.831,8 Mio. EUR einen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 24,8% höheren Auftragsbestand verbuchen (Q1 2021: 1.468,0 Mio. EUR) und erreichte damit ein neues Rekordniveau. Der Auftragseingang hingegen sank um -5,1% auf 1.029,9 Mio. EUR (Q1 2021: 1.569,3 Mio. EUR).

Der Umsatz der Division CVS blieb im ersten Quartal 2022 mit 894,9 Mio. EUR nahezu gleich (Q1 2021: 886,3 Mio. EUR). Die operative EBIT-Marge lag mit 8,5% unter dem Wert des Vorjahresquartals von 13,1%. Hierin spiegelt sich das geringere Volumen neu produzierter Fahrzeuge vor allem in China, welches sich mehr als halbierte, sowie Kostenbelastungen aus Lieferkettenengpässen und Inflationsdruck wider. In den weiteren Kernmärkten Europa, Nordamerika und Asien (vor allem Indien) blieb die Nachfrage nach Neufahrzeugen dagegen nahezu konstant. Gleichzeitig führten weniger Neufahrzeuge zu einem stärkeren Nachmarkt-Geschäft.

Knorr-Bremse bestätigt operativen Ausblick für das Gesamtjahr 2022

Der operative Ausblick für das Geschäftsjahr 2022 vom 24.02.2022 wird bestätigt. Aktuell ist es noch nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine vollumfänglich und abschließend zu bewerten. Entsprechend sind keine direkten negativen Auswirkungen im Ausblick enthalten. Weiterhin steht der Ausblick unter dem Vorbehalt weitestgehend stabiler Wechselkurse, keiner signifikanten Rückschläge durch die Corona-Pandemie und keiner deutlichen Verschlechterung der geopolitischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verglichen zum aktuellen Stand. Knorr-Bremse rechnet zudem damit, dass die Herausforderungen durch internationale Lieferengpässe weiter anhalten.

Vor diesem Hintergrund erwartet Knorr-Bremse für das Geschäftsjahr 2022 unverändert einen Umsatz zwischen 6.800 Mio. EUR und 7.200 Mio. EUR, eine operative EBIT-Marge zwischen 12,5% und 14,0% sowie einen Free Cashflow zwischen 500 Mio. EUR und 600 Mio. EUR.

Knorr-Bremse spendet 1,3 Millionen Euro an Hilfsorganisationen im Ukraine-Krieg

Der Vorstand der Knorr-Bremse AG hat die Angriffe Russlands auf die Ukraine schon frühzeitig auf das Schärfste verurteilt und auch klare Konsequenzen für das eigene Russland-Geschäft beschlossen, die in Einklang mit den jüngsten Sanktionen vorgenommen wurden. Unter anderem umfasst das den Ausstieg aus dem Joint Venture KB KAMA, außerdem wird kein Neugeschäft (OE) akquiriert. Gleichzeitig hat Knorr-Bremse entschieden, den betroffenen Menschen in der Ukraine und den Geflüchteten durch eine interne Spendenaktion konkret zu helfen: Durch die hohe Beteiligung in der Belegschaft sowie durch großzügige Einzelspenden, die durch das Unternehmen noch einmal verdoppelt wurden, konnten so mehr als 1,3 Mio. EUR eingesammelt werden. Mit diesem Geld unterstützt Knorr-Bremse zum Beispiel die Ukraine-Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes und von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Außerdem ist Knorr-Bremse der Initiative "Job Aid For Ukrainian Refugees" beigetreten und hilft Geflüchteten bei der Integration in Deutschland und der Arbeitssuche, auch mit eigenen Angeboten. (12.05.2022/alc/n/a)






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