KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 5,25%-Deutsche Rohstoff-Anleihe als "attraktiv" bewertet


19.11.19 11:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 5,25%-Anleihe (ISIN DE000A2YN3Q8 / WKN A2YN3Q) der Deutsche Rohstoff AG kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die Deutsche Rohstoff mit Sitz in Mannheim identifiziere, entwickele und veräußere attraktive Rohstoffvorkommen in Nordamerika, Australien und Europa. Der Schwerpunkt liege in der Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten in den USA. Weiterhin würden Projekte zur Förderung bzw. Produktion von Metallen wie Gold, Kupfer, Seltenen Erden, Wolfram und Zinn entwickelt. Seit dem Börsengang im Jahr 2010 habe das Unternehmen insgesamt sieben Projekte mit einem Gesamterlös von rund 330 Mio. USD verkaufen und dabei insgesamt ein Vorsteuerergebnis von rund 80 Mio. USD im Konzern erzielen können.

Der Konzernumsatz der Deutsche Rohstoff AG habe sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 auf 31,2 Mio. Euro (9M 2018: 88,4 Mio. Euro) verringert. Die Gründe für den planmäßigen starken Rückgang seien zum ersten der Verkauf der wesentlichen Flächen des Beteiligungsunternehmens Salt Creek Oil & Gas an die Fa. Northern Oil & Gas im Vorjahr für 60 Mio. USD, an der man mittels Verrechnung eines Teils des Kaufpreises (ca. 20%) durch den Aktientausch mit 6 Mio. Aktien unverändert beteiligt sei. Hier profitiere man zukünftig indirekt über Dividenden und die Entwicklung des Aktienkurses. Salt Creek Oil & Gas habe seitdem die Strategie verfolgt, sich nur noch an anderen Bohrungen zu beteiligen ("Non-Operator").

So habe diese Beteiligung Anfang 2019 zwei Akquisitionen für 5,4 Mio. Euro tätigen können. Zum zweiten liege der Umsatzrückgang an leicht rückläufigen Öl- und Gaspreisen und einer geringeren Förderung aufgrund äußerer Einflüsse. So hätten die Arbeiten der Fa. Anadarko Midstream an einer Gasverarbeitungsanlage zu Störungen zahlreicher Bohrplätze im Wattenberg Feld, Colorado, im Juli und der ersten Augusthälfte dazu geführt, dass die betroffenen Unternehmen nicht in das Pipelinenetz hätten einspeisen können.

Restriktionen in der Abnahme von Erdgas hätten ein Übriges getan. Das Beteiligungsunternehmen Elster Oil & Gas (Anteil 93%) sei hiervon mit zwei Bohrplätzen betroffen gewesen. Hinzu sei eine zeitweise (wenige Wochen) Reduzierung der Fördermenge wegen der Bohrungen von Wettbewerbern auf dem benachbarten Bohrplatz gekommen. Für die zweite Jahreshälfte 2019 seien ca. 64% der Erdölproduktion mit einem durchschnittlichen Preis von 54 USD pro Barrel abgesichert. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2019 werde damit leicht unterschritten werden.

Die Ausbringungsmenge der ersten neun Monate des Jahres 2019 habe ca. 1.270.000 Barrel Öläquivalent (BOE) (9M 2018: 2.720.777 BOE) betragen. Entsprechend habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 19,2 Mio. Euro (9M 2018: 79,5 Mio. Euro) verringert. Das EBIT habe sich auf 7,3 Mio. Euro (9M 2018: 24,6 Mio. Euro) ermäßigt, das Ergebnis nach Steuern (EAT) habe 2,4 Mio. Euro (9M 2018: 15,2 Mio. Euro) erreicht. Die Prognose für das Gesamtjahr 2019 werde damit leicht unterschritten werden, d.h. es würden Umsätze in Höhe von 40 bis 50 Mio. Euro und ein EBITDA von voraussichtlich 25 bis 35 Mio. Euro erwartet.

Die Abschreibungen in Höhe von 11,1 Mio. Euro stünden in Relation zur Ausbeute der Vorkommen. Über alle Felder könnten sie mit einem Betrag von 14,30 Euro je produziertem BOE beziffert werden, das sei teilweise niedriger als in den Vorjahren wegen der "Gas Lifts". Außerplanmäßige Abschreibungen seien nicht erforderlich gewesen. Die Konzern-Eigenkapitalquote habe sich auf 35,7% nach 32,8% zum 31.12.2018 verbessert. Die liquiden Mittel zum 30.09.2019 hätten 19,1 Mio. Euro betragen. Die finanziellen Verbindlichkeiten hätten um weitere 4,4 Mio. Euro in den ersten neun Monate reduziert werden können, nachdem bereits im Vorjahr 13,2 Mio. Euro hätten zurückgeführt werden können. Für das Jahr 2020 gehe der Konzern von einem Umsatz in Höhe von 75 bis 85 Mio. Euro und einem EBITDA von voraussichtlich 55 bis 65 Mio. Euro aus.

Nach den sehr hohen Umsätzen des Jahres 2018 stehe das Jahr 2019 nun wieder im Zeichen hoher Investitionen, die 2020 zu deutlich höheren Umsätzen und Erträgen führen sollten. Für die Beteiligung an Cub Creek Energy (Anteil 88,5%) hätten die ersten neun Monate des Jahres 2019 im Zeichen der weiteren Optimierung der bereits bestehenden Produktion aus 45 Horizontalbohrungen und der Entwicklung des neuen Olander Bohrplatzes gestanden. Die beiden Bohrplätze "Haley" und "Litzenberger" seien zuletzt im Oktober dieses Jahres vollständig mit sog. "Gas Lifts" ausgestattet worden.

Einen massiven Anstieg der Produktion von Cub Creek Energy werde die Inbetriebnahme der Bohrungen (geplant seien zunächst elf) vom neuen Olander Bohrplatz zur Folge haben, dessen anfängliches Investitionsvolumen (Bohrprogramm) rund 60 Mio. USD betragen sollte, nun aber um ca. 10 Mio. USD geringer ausfallen werde. Der Bohrbeginn sei im Juni dieses Jahres gewesen. Der Produktionsstart könne u.U. noch im Dezember 2019 statt wie geplant Anfang 2020 erfolgen. Bei Cub Creek verfüge man mit "Knight" über einen weiteren sehr aussichtsreichen Bohrplatz, der im kommenden Jahr erschlossen werden solle und der Produktion einen zusätzlichen Schub geben werde. Ein Großteil der Anleihemittel solle dafür verwendet werden.

Die Neugründung der Oil & Gas Company Bright Rock Energy im Jahr 2018 (Anteil 97,6%) entwickele sich bereits erfreulich. Der Fokus der bisherigen Akquisitionen liege hier im "Uinta-Basin" in Utah, USA. Inzwischen halte die Gesellschaft ca. 4.800 Acres (ca. 1.900 Hektar) an potentiellen Flächen. Die Fördermenge habe sich seitdem von 100 auf 200 BOE pro Tag erhöht. Die jüngsten Bohrergebnisse würden zeigen, dass das Uinta-Basin mit den besten Ölfeldern der USA konkurrieren könne.

Die Beteiligung an Rhein Petroleum (Anteil 10%) könne vermelden, dass die Testergebnisse (4.000 Barrel Öl pro Tag) der Bohrung Steig-1 eine wirtschaftlich sinnvolle Produktion erlauben würden.

Die Preise für Industriemetalle hätten unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China gelitten. Der für die Beteiligung Almonty Industries (Anteil 12,8%), einer der weltweit größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas, bedeutsame Wolfram APT Preis habe sich um ca. 9% reduziert. Der Preisrückgang sei aber zu vernachlässigen aufgrund des im März 2018 abgeschlossenen 10-Jahres Vertrages, der über den gesamten Zeitraum einen Mindestpreis sichere. Eine neue Pilotanlage, die die südkoreanische Regierung finanziert habe, habe in Betrieb genommen werden können, nachdem die finanzierende Bank für den Standort Sangdong, Südkorea den technischen Prüfbericht habe erstellen lassen.

Die Deutsche Bundesbank habe die Deutsche Rohstoff AG auf der Grundlage der vorgelegten Jahresabschlüsse 2014 bis 2018 als notenbankfähig eingestuft. Die Einstufung erfolge grundsätzlich für einen Zeitraum von einem Jahr und könne jederzeit aufgrund neuer Informationen geändert werden. Mit diesem Gütesiegel attestiere die Deutsche Bundesbank der Deutschen Rohstoff AG zum fünften Mal in Folge eine Kreditwürdigkeit, die zu einer besseren Rating-Einstufung führen könnte.

Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der Deutsche Rohstoff AG sei mit einem Zinskupon von 5,25% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 06.06. und 06.12.) ausgestattet und habe eine Laufzeit vom 06.12.2019 bis 06.12.2024. Die Anleihe habe ein Gesamtvolumen von bis zu 100 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro. In den Anleihebedingungen seien vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab dem 06.12.2021 zu 103%, ab dem 06.12.2022 zu 102% und ab dem 06.12.2023 zu 101% des Nennwertes vorgesehen.

Die Deutsche Rohstoff verpflichte sich in den Anleihebedingungen u.a. zur Einhaltung einer Mindesteigenkapitalquote sowie zu einer Vermögensbindung beim Wert der Öl- und Gasreserven und der liquiden Mittel. Bei Verletzung der Mindesteigenkapitalquote und/oder der Vermögensbindung erhöhe sich die Verzinsung im ersten Jahr der Pflichtverletzung um 0,5% p.a. (Step-Up-Regelung), sodass die Anleihegläubiger für das erhöhte Risiko kompensiert würden. Die Einbeziehung der Schuldverschreibungen in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse mit dem Handel im Segment Quotation Board sei beantragt worden.

Nach den guten Umsätzen des Jahres 2018 und einem "Luftholen" im Jahr 2019 auf hohem Niveau durch vermehrte Investitionstätigkeit seien wieder gute Voraussetzungen für weitere erfolgreiche Jahre gelegt, was sich auch in der kontinuierlichen Steigerung des Eigenkapitals in den letzten Jahren (auch in 2019: +2,9%) abzeichne. In Verbindung mit der Rendite von 5,32% p.a. (auf Basis des Emissionskurses von 100%) bewerten wir die 5,25%-Deutsche Rohstoff-Anleihe als "attraktiv" (4 von möglichen 5 Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (19.11.2019/alc/n/a)





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DE000A2YN3Q8 A2YN3Q 101,00 € 99,75 €