Erweiterte Funktionen

Japan: Geldpolitik bleibt ausgesprochen expansiv


14.08.20 08:56
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die jüngsten japanischen Konjunkturdaten boten Licht und Schatten: Die Einzelhandelsumsätze sind im Juni zwar stärker als erwartet um 13,1 Prozent zum Vormonat gestiegen, lagen aber immer noch leicht unter dem Niveau des Vorjahresmonats, so die Analysten von Postbank Research.

In der Industrie sei der Ausstoß zwar ebenfalls im Vormonatsvergleich (+2,7 Prozent) gestiegen, was die Vorjahresrate aber lediglich von minus 26,3 auf minus 17,7 Prozent angehoben habe.

Im Juli hätten die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor trotz Anstiegen mit 45,2 bzw. 45,4 Punkten noch klar unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten gelegen. Die Erholung vom Corona-Schock - das BIP könnte im zweiten Quartal um rund 7,5 Prozent zum Vorquartal eingebrochen sein - dürfte eher zäh vonstattengehen.

Ein Lichtblick sei der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote sei seit Jahresbeginn - auch dank fiskalischer Stützungsmaßnahmen - nur vergleichsweise leicht von 2,2 auf zuletzt 2,8 Prozent gestiegen. Zudem sei der Preisdruck weiterhin sehr verhalten.

Der Bank of Japan dürfte es damit nicht schwerfallen, ihren ultraexpansiven geldpolitischen Kurs weiter zu verfolgen. Dies sorge wiederum dafür, dass die immensen Fiskalmaßnahmen für die Regierung finanzierbar bleiben würden.

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bewege sich seit Ende Mai in der engen Spanne zwischen 0,00 und 0,05 Prozent (aktuell: 0,03 Prozent; Stand: 11.08.2020) und könnte auf Jahressicht bis auf -0,10 Prozent sinken. (Ausgabe Zinsbulletin August 2020) (14.08.2020/alc/a/a)