Handelskrieg treibt Kurse am Rentenmarkt weiter in die Höhe


05.07.18 17:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Börsen stehen weiterhin im Banne des eskalierenden Handelskriegs, den D. T., der Unberechenbare, angezettelt hat, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Am Rentenmarkt mache sich die Verunsicherung der Investoren durch steigende Kurse von Bundesanleihen bemerkbar, die bekanntlich als Save Haven gelten würden. So würden zehnjährige Titel wie eine bis 2/2028 laufende Bundesanleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) bei ca. 101,65% und damit deutlich über dem Jahrestief von ca. 97,50% im Februar notieren. Die Renditen für Zehnjährige seien gleichzeitig auf ein Niveau von rund 0,328% gefallen.

Jedoch sei eine weitere Eskalation des Handelskriegs nicht auszuschließen. So sollten diesen Freitag Zölle auf chinesische Importe in die USA im Wert von 34 Mrd. USD in Kraft treten, für die China bereits Vergeltung avisiert habe. Daraufhin habe wiederum der Egomane Trump mit weiteren Sonderzöllen auf chinesische Waren von mehr als 200 Mrd. USD gedroht. Ob nun Peking mit einem Währungskrieg auf den Handelskrieg reagiere, werde sich bald zeigen. Zumindest stehe angesichts der Talfahrt des Chinesischen Yuan die Frage im Raum, inwieweit China die Abwertung der eigenen Währung nutze, auf Trumps Strafzölle zu reagieren. So schaukele sich das System von Drohung und Gegendrohung immer weiter hoch - und die Vernunft scheine auf der Strecke zu bleiben.

Schließlich könnte diese Art des Protektionismus den globalen Handel weltweit zwei Billionen US-Dollar kosten, wie die Ratingagentur Fitch ausgerechnet habe. Vor diesem Hintergrund wundere es nicht, dass auch Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini für die Weltwirtschaft pessimistisch eingestellt sei. Das Extremrisiko eines Handelskriegs drohe schon bald das Wachstum zu belasten, und die US-Notenbank könnte gezwungen sein, die Zinsen wegen einer stetig steigenden Inflation schneller zu erhöhen, habe er der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" gesagt.

Dabei mache Trump bekanntlich vor Drohungen gegenüber US-Unternehmen nicht Halt. So habe er den Motorradhersteller Harley-Davidson nach dessen Ankündigung, Teile der Produktion aus den USA abzuziehen, mit Schimpftiraden per Twitter überhäuft. Seitdem würden sich andere Unternehmen zumeist still verhalten, würden sie doch indirekte Boykottaufrufe von Trump fürchten. Lediglich GM habe sich erst kürzlich ebenfalls sehr kritisch über die jüngsten Maßnahmen zum Schutz der US-Wirtschaft geäußert. Aber der US-Präsident drohe nicht nur vermeintlich unpatriotischen US-Firmen mit hohen Steuern und Boykottaufrufen.

Nun treffe der Bannstrahl aus Washington auch den Stuttgarter Autobauer Daimler. Die EU sei möglicherweise so schlimm wie China, nur kleiner, habe der US-Präsident gewettert, um erneut mit der Verhängung eines 20-prozentigen Einfuhrzolls auf Autos zu drohen. Dabei habe er seinen Zeigefinger ausdrücklich in Richtung Untertürkheim gerichtet, wo die Daimler-Zentrale sitze. "Sie schicken uns ihren Mercedes, wir können unsere Autos nicht einführen", habe Trump gedröhnt. Jedoch habe gestern Abend angeblich der neue US-Botschafter Grenell den deutschen Autobossen eine Lösung im Auto-Zollstreit unterbreitet. Allerdings könnte es sich hierbei um eine bewusste Finte handeln, da die Eingeladenen die falschen Entscheider für Zölle seien!

Dabei hätten die US-amerikanischen Firmen durchaus auch noch andere Probleme, die man anpacken sollte - etwa die hohe Verschuldung. So mache eine Rekordverschuldung die US-Unternehmen so verwundbar wie kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, warne die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Der "Schulden-Exzess" berge "signifikante Risiken", würden die Analysten schreiben. So hätten US-Unternehmen insgesamt Schulden von 6,3 Bill. USD angehäuft. Damit seien die Schulden seit 2006 um 150% gestiegen, aber die Unternehmen würden jetzt auch deutlich mehr verdienen.

Allerdings würden sich die Schulden inzwischen auf mehr als das Vierfache des operativen Gewinns addieren, so S&P. Im Jahr 2006 sei es noch weniger als das Dreifache gewesen. Damit drohe den US-Firmen das Ergebnis der weltweiten Strategie der Notenbanken auf die Füße zu fallen. Schließlich hätten diese nach der Finanzkrise über Kredite und Anleihekäufe Billionen von US-Dollar in die Finanzmärkte gepumpt und parallel dazu die Zinsen extrem niedrig gehalten. Die Rechnung für diese expansive Geldpolitik könnte also schon bald den US-Unternehmen serviert werden.

Seit Anfang 2015 seien unter anderem bedingt durch die Anleihekäufe der nationalen Notenbanken im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) die Target2-Salden angestiegen. So sei es beispielsweise nur noch eine Frage der Zeit, bis die Forderungen der Deutschen Bundesbank die Marke von einer Billion Euro überschreiten würden. Vor diesem Hintergrund seien sicherlich auch die jüngsten Äußerungen des Bundesbankpräsidenten, Jens Weidmann, zu verstehen, der als Hauptaufgabe des zukünftigen EZB-Präsidenten die Normalisierung der Geldpolitik im Euroraum unter Berücksichtigung der Preisstabilität anmahne. Ob er sich sogar höchst persönlich damit beschäftigen müsse, werde man allerdings erst in einigen Monaten erfahren. Denn der Vertrag von Mario Draghi sei bis Ende Oktober 2019 terminiert, und über die Personalie seiner Nachfolge sei noch nicht beraten worden.

In diesem Zusammenhang habe auch erst vor wenigen Tagen der EZB-Chefvolkwirt Peter Praet darauf verwiesen, dass man inzwischen erhebliche Fortschritte erzielt habe, die Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielzone von 2% zu treiben. Daran werde sich seines Erachtens auch nach dem Ende der Anleihekäufe nichts ändern. Das wäre allerdings schon Grund genug, sich von der expansiven Geldpolitik zeitnah zu verabschieden, was inzwischen von immer mehr EZB-Ratsmitgliedern gefordert werde.

Jedoch würden führende Notenbanker wie der Chef der Banque de France, Villeroy de Galhau, auch darauf verweisen, dass die Zeit gekommen sei, zur Stärkung der Eurozone endlich die notwendigen Reformen auf den Weg zu bringen. Zu lange würden sich bereits die Politiker auf die "Heilkräfte" der EZB verlassen, doch könnten die in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen nicht beliebig oft wiederholt werden. Die Geldpolitik könne nicht die alleinige Antwort auf wirtschaftliche Krisen sein! Daher sei es notwendig, ein wirtschaftlich homogenes Gebilde in der Eurozone zu schaffen und sich gegen Protektionismus zu wappnen. Damit habe er sich in einem Interview mit dem "Handelsblatt" als Befürworter der Vorschläge des deutsch-französischen Duos "Mercron" geoutet. Deshalb sollte nicht länger mit der Ausarbeitung und Umsetzung dieser pro-europäischen Ideen gezögert werden, bevor noch mehr Politiker und Bürger von nationalen Gedanken infiziert würden.

Nach den monatelangen Querelen in der britischen Regierung um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gebe es nun einen überraschenden Schwenk. Um den Brexit möglichst ruhig und problemlos zu gestalten, möchte Premierministerin Theresa May ihrem Kabinett einen möglichst sanften Brexit schmackhaft machen. Demnach solle Großbritannien auch nach einem EU-Austritt, der für Ende März 2019 geplant sei, weiterhin die Import-Zölle für die EU einnehmen. Dadurch wolle May verhindern, dass es zu Grenzkontrollen zwischen der Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland komme. Dies gehe auf Informationen des Senders ITV zurück. Von Regierungsseite habe es mit Blick auf eine geplante Kabinettsklausur am Freitag keine Stellungnahme dazu gegeben.

Nachdem zwei frühere Pläne in der Tory-Partei keine Mehrheit gefunden hätten, gebe sich May damit flexibel. Sollte es tatsächlich gelingen, so das äußerst heikle Grenzproblem zwischen Nordirland und der Republik Irland zu entschärfen, würde dies die Position der angeschlagenen Premierministerin stärken. Allerdings müsse sie zuerst noch die Hardliner unter den Brexiteers überzeugen. Dazu zähle auch Boris Johnson, der den Außenminister in London gebe und erst vor kurzem von einem möglichen Brexit-Kollaps (Breakdown) gemunkelt habe.

Wie es seitens ITV weiter geheißen habe, solle May der EU auch Vorrechte für ihre Bürger anbieten, die in Großbritannien leben würden. Im Gegenzug solle Großbritannien der Zugang zum Dienstleistungsmarkt der EU erleichtert werden.

Zumindest die Banken in Großbritannien seien für den Brexit gewappnet. Das bescheinige den Instituten jedenfalls die Britische Zentralbank. Wie aus einem Stress-Test der Bank of England (BoE) hervorgehe, wäre die Stabilität der Wirtschaft nicht gefährdet, selbst wenn das Land ohne Abkommen aus der EU ausscheiden sollte. Damit widerspreche sie der Einschätzung der EU-Bankenaufsicht, die vor kurzem noch davor gewarnt habe, dass die Banken in Großbritannien nicht angemessen auf den Brexit vorbereitet seien. Allerdings warne auch die BoE, dass sowohl von Brüssel als auch von London mehr unternommen werden müsse, um Verwerfungen für Finanzdienstleister zu minimieren.

Indessen gehe die Stadt Frankfurt davon aus, dass ihr der Brexit mindestens 5.400 neue Stellen bescheren werde. Das habe die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH errechnet. Weil die Aufsichtsbehörden keine Briefkastenfirmen dulden würden, müssten Finanzinstitute, die sich für Frankfurt entscheiden würden, größere Abteilungen in der Rhein-Main-Metropole aufbauen.

Dass ausgerechnet die Deutsche Bank bei der zweiten Runde des Stresstests der US-Notenbank FED als einziger Prüfling durchgefallen sei, möge angesichts der jahrelangen Selbstfindungsversuche des Instituts nicht unbedingt verwundern. Ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach sich die FED aber gegenüber zwei US-Investmentbanken gnädig gezeigt habe, lasse aufhorchen.

Demnach seien Goldman Sachs und Morgan Stanley vor negativen Ergebnissen des in der vergangenen Woche veröffentlichten Stresstests gewarnt worden. Beide Institute hätten in dem von der FED simulierten Krisenfall nicht mehr über ausreichend Kapital verfügt und wären deshalb durchgefallen - genauso wie die Deutsche Bank eben. Goldman Sachs und Morgan Stanley aber hätten im Vorfeld den dezenten Hinweis erhalten, die Dividenden und Aktienrückkäufe auf dem bisherigen Niveau einzufrieren, um ihr Kapital zu schonen. Wenn es um die eigenen Institute gehe, könne man ja schon mal beide Augen zudrücken.

Anstatt die Ausschüttungen der beiden Banken auf 8 Mrd. USD zu senken, dürften die Dividenden bei zusammen 13 Mrd. USD belassen werden. Eine geplante Erhöhung auf 16 Mrd. USD gebe es zwar nicht. Aber dennoch dürften sich die Aktionäre über unterm Strich 5 Mrd. USD freuen, die sie nur aufgrund der Gnade der FED einstreichen dürften. Wohl dem, der Freunde in der heimischen Notenbank habe. "America First" gelte offenbar auch bei der FED.

Ungewiss würden die langfristigen Aussichten für Griechenland bleiben. So habe sich der Internationale Währungsfonds (IWF) skeptisch zu den Aussichten des Landes geäußert, seine Schulden langfristig ohne eine weitere Erleichterung tragen zu können. Die kürzlich mit Griechenlands europäischen Partnern vereinbarte Schuldenerleichterung habe zwar die mittelfristige Schuldentragfähigkeit deutlich verbessert, aber die längerfristigen Aussichten seien unsicher geblieben, schreibe der IWF. Gleichzeitig halte der Fonds, der sich bekanntlich aus der Gruppe der rettenden Geldgeber von Hellas verabschiedet habe, den Anleihe-Marktzugang langfristig ohne eine weitere Schuldenerleichterung für schwierig. Ende August solle Griechenland ja wieder am Kapitalmarkt auf eigenen Beinen stehen und somit könnten diese Äußerungen als indirektes Plädoyer für eine weitere Schuldenerleichterung gewertet werden.

Dies werde nach Überzeugung der griechischen Notenbank den jüngsten Deal mit seinen Kreditgebern erleichtern, der unter anderem eine Streckung der Schulden beinhalte. Längerfristig aber hänge laut der Bank von Griechenland die Schuldentragfähigkeit des Landes davon ab, dass der Reformweg beibehalten werde und es seitens der Euro-Länder weitere Schuldenerleichterungen gebe. Damit würden die Bank von Griechenland und der IWF in dasselbe Horn stoßen. Denn auch der IWF weise dezent auf die Bereitschaft der europäischen Partner hin, weitere Schuldenerleichterungen zu gewähren, glaube aber, "dass es entscheidend sein wird, realistische Annahmen vor allem im Hinblick auf die Primärüberschüsse zu machen".

Die Finanzminister der Euro-Länder hätten im Juni eine Verlängerung der gewährten Kredite sowie eine größere Atempause von zehn Jahren bis zu ihrer Rückzahlung beschlossen. Gleichzeitig habe die Regierung in Athen 15 Mrd. EUR für ein Finanzpolster erhalten. Außerdem sei die Einhaltung eines deutlichen Primärüberschusses über viele Jahre vereinbart worden, was auch stärkere Volkswirtschaften kaum aufzuweisen vermögen würden.

So langsam müssten sich die Investoren auf die Sommerpause einstellen. Nur noch wenige Unternehmen hätten in dieser Woche den Weg an den Kapitalmarkt gewagt. Insgesamt habe es 4 nennenswerte Neuemissionen aus diversen Industriesektoren gegeben. Mit einem Doppelpack von BP Capital Markets, Telefónica Deutschland und Radisson Hotel dürfte allerdings für jeden Investor in dieser Handelswoche noch etwas dabei gewesen sein, wobei die Mindeststückelung bei diesen Bonds auf 100.000 EUR festgelegt worden sei und somit eher für institutionelle Investoren interessant sein dürfte.

Zunächst habe BP Capital Markets einen 6-jährigen Bond (ISIN XS1851277969 / WKN A1921Z) mit einem Emissionsvolumen von 1 Mrd. EUR aufgelegt. Fällig werde das Papier am 03.07.2024. Das Finanzierungsunternehmen BP Capital Markets gehöre zum britischen Mineralölkonzern BP und zahle den Investoren für Ihr Investment jährlich 0,90% Zinsen. Der Emissionspreis habe sich auf 100% belaufen, was einem Spread von +50 BP über Mid Swap entsprochen habe. Mit dem zweiten Bond (ISIN XS1851278777 / WKN A19210) refinanziere sich das Unternehmen für 10 Jahre bis zum 03.07.2028. Bei der 900 Mio. EUR schweren Anleihe würden jährlich 1,594% Zinsen an die Anleger gezahlt. Der Reoffer habe bei pari (+72 BP über Mid Swap) gelegen.

Telefónica Deutschland, besser bekannt unter dem Namen O2, habe einen 600 Mio. EUR schweren Bond (ISIN XS1851313863 / WKN A2NBGF) mit Fälligkeit am 05.07.2025 aufgelegt. Die Anleihe sei mit einem Zins von jährlich 1,75% ausgestattet. O2 sei Teil der Telefónica Europe, einer Tochtergesellschaft von Telefónica, und vertreibe in Deutschland sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzanschlüsse. Neben einer Make Whole Option habe sich das Unternehmen das Recht eingeräumt, ab dem 05.04.2025 jederzeit zu 100% kündigen zu können. Des Weiteren sei in die Anleihebedingungen ein Aufschlag auf den Zinssatz von 3,0 PP oder ein Kündigungsrecht zu 101% vereinbart worden, sollte das Rating unter Investment Grade fallen. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,628%, was +127 BP über Mid Swap bedeutet habe.

Als letzter im Bunde habe sich Radisson Hotel, eine internationale Hotelkette im vier bis fünf Sterne-Bereich mit Sitz in Brüssel, eingereiht und eine Anleihe (ISIN XS1843462497 / WKN A1925Z) mit Fälligkeit am 15.07.2023 begeben. Passend zur Ferienzeit habe das Unternehmen erfolgreich 250 Mio. EUR am Kapitalmarkt eingesammelt und zahle den Gläubigern einen Zins in Höhe von 6,875% p.a., der im Januar und Juli zur Auszahlung komme. Emittiert worden sei zu 99,473% (+729 BP über Bund). Ebenfalls habe sich die Hotelkette eine Make Whole Option in die Emissionsbedingungen aufnehmen lassen sowie drei weitere Kündigungstermine. Somit sei der Bond jederzeit ab dem 15.07.2020 zu 103,438%, ab dem 15.07.2021 zu 101,719% und ab dem 15.07.2022 zu pari kündbar.

Habe man sich bereits vor Wochen und Monaten immer wieder Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen das QE-Ende auf das Renditeniveau haben könnte, so könne man inzwischen konstatieren, dass man die Rechnung ohne D.T., den Unberechenbaren, gemacht habe.

Diese Unsicherheit in punkto Wirtschaftskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt lasse die Refinanzierungskosten für solide aufgestellte Staaten weiterhin nicht ansteigen und vernichte dadurch Vermögenswerte der vorsorgenden Bevölkerung. Wenn man hingegen zurzeit Schulden mache, könne man sich an der hohen Inflationsrate und den niedrigen Zinsen erfreuen. Ob es in diesem Umfeld zu den in den USA erwarteten Zinserhöhungen noch kommen werde, bleibe abzuwarten. Klarheit hierüber würden sich die Marktteilnehmer von der heutigen Veröffentlichung der Minutes erhoffen. Die Zinskurve sei zudem in den USA extrem flach und in der Eurozone seien erste Anzeichen erkennbar, dass auch dort mit einer ähnlichen Entwicklung gerechnet werde. Man müsse es zwar nicht unbedingt verstehen, aber die Marktteilnehmer würden diese Karte spielen!

Somit kenne das Rentenbarometer nur eine Richtung und sei nur noch wenige zehntel Prozentpunkte von der magischen Renditegrenze bei 0,25% für 10-jährige Bundesanleihen entfernt. Dies wäre bei ca. 163% im September-Kontrakt erreicht. Der Aufwärtstrend sei weiterhin intakt und werde im Bereich bei ca. 161,99% unterstützt. Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei ca. 162,20%, was einer 10-Jahresrendite von ca. 0,328% entspreche.

In der feiertagsbedingt unterbrochenen US-Handelswoche seien lediglich 125 Mrd. USD als Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten aufgelegt worden. In der Eurozone hingegen würden Österreich, Frankreich und Spanien beabsichtigen, den interessierten Investoren Altemissionen mit unterschiedlichsten Ausstattungen und Laufzeiten zu offerieren. So habe zur Wochenmitte Österreich zwei Bonds (ISIN AT0000A1ZGE4 / WKN A19VB0, 2028; ISIN AT0000A04967 / WKN A0G4X4, 2037) aufgestockt. Am morgigen Freitag würden dann noch Frankreich und Spanien folgen. Hierbei würden die Emissionsvolumina von vier spanischen Anleihen (ISIN ES00000128X2 / WKN A19JJJ, 2021; ISIN ES00000128S2 / WKN A19G01, 2027; ISIN ES00000127A2 / WKN A1ZXQ6, 2030; ISIN ES00000121S7 / WKN A1AM06, 2041) und von drei französischen Staatstiteln (ISIN FR0013341682 / WKN A1911P, 2028; ISIN FR0012993103 / WKN A1Z7JJ, 2031; ISIN FR0013154044 / WKN A18Z4K, 2034) erhöht. Ob hierbei Frankreich bessere Konditionen als Viertelfinalist bei der Fußball-Weltmeisterschaft für sich reklamieren könne, würden die Investoren entscheiden.

Das erste Halbjahr 2018 werde an den internationalen Finanzmärkten als ein sehr ereignisreiches in Erinnerung bleiben und so habe auch die gemeinsame europäische Währung einige Höhen und Tiefen zu durchleben gehabt. Sie habe am 16. Februar mit 1,2555 USD ihren bisherigen Spitzenwert erreicht und zum damaligen Zeitpunkt ein Dreijahreshoch markiert. Seien im ersten Quartal noch vorwiegend neue Höhen erklommen worden, so habe der Euro ab Ende April drastisch an Wert verloren.

Die Gründe für den Wertverfall hätten in den politischen Unsicherheiten in Italien, den verschiedenen Entscheidungen der Notenbanken zur künftigen Geldpolitik sowie den nicht enden wollenden Handelskonflikten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt gelegen. Somit sei der Euro am 21. Juni zwischenzeitlich bis auf 1,1509 USD zurückgefallen und habe damit sein Jahrestief erreicht. Der Handelskonflikt und die Strafzölle seien nach wie vor das beherrschende Thema an den Märkten und dadurch auch ein Impulsgeber für das Währungspaar EUR/USD. Der Start in die zweite Jahreshälfte sei für die gemeinsame Währung nach dem gestrigen Feiertag in den USA (Independence Day) ziemlich uninspiriert erfolgt und so handele der Euro aktuell bei ca. 1,1690 USD.

Mexiko sei zwar leider nicht mehr bei der Fußball-WM vertreten, aber das Land habe seit dem Wochenende einen neuen Präsidenten und stehe vor einem politischen Umbruch. Der Linksnationalist Andres Manuel Lopez Obrador sei der neue Hoffnungsträger. Zumindest am Devisenmarkt habe er gleich überzeugen können. Der Mexikanische Peso (MXN) habe sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar aufwerten können. Der Euro sei auf ein Monatstief von 22,5917 MXN gefallen, der US-Dollar habe es ihm gleich getan (19,3776 MXN).

In einer wenig ereignisreichen Berichtswoche seien die Handelsaktivitäten entsprechend gering gewesen. Trotzdem würden sich einige Privatanleger in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Russische Rubel, Südafrikanische Rand und auch Mexikanischen Peso engagieren. Aber auch die Türkische Lira sei in den Fokus der Anleger gerückt, zumal die Inflationsrate mit +15,4% ggü. dem Vorjahr ein 15-Jahres-Hoch erreicht und die Währung erneut geschwächt habe.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (05.07.2018/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
102,42 € 102,307 € 0,113 € +0,11% 17.08./18:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0001102440 110244 102,63 € 97,24 €
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