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Geldmarkt: IWF Konferenz sendet Signale


15.10.18 13:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In Bali fand über das Wochenende die Tagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank statt, so die Analysten der Nord LB.

Zur Konferenz seien auch viele Notenbanker angereist, so habe es sich der EZB Chef Mario Draghi ebenfalls nicht nehmen lassen, dabei zu sein und eine Pressekonferenz zu geben. Die Veranstaltung habe unter keinem besonders guten Stern gestanden. Nicht nur, dass die Handelskonflikte weiter ungelöst im Raum stünden - die vergangene Woche sei an den Aktienmärkten gelinde gesagt turbulent verlaufen. Ein Faktor, der dazu beigetragen habe, sei die Verbalattacke des US-Präsidenten gegen seine Notenbank gewesen.

So überrasche es wenig, dass die Chefin des IWF, Christine Lagarde Donald Trump sowohl für seine Handelspolitik kritisiert habe als auch Jerome Powell in Schutz genommen habe. Der Welthandel habe allen Vorteile gebracht. Die WTO habe zwar Reformen nötig, sie aber abzuschaffen sei ein Rückschritt. Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin habe die Strategie seines Landes jedoch verteidigt. Im Laufe der Sitzung hätten noch andere Politiker und Notenbanker Gelegenheit gehabt, Bezug auf den Handelskrieg zu nehmen. So etwa der Gouverneur der Peoples Bank of China, Yi Gang, der sich besorgt gezeigt habe. Allerdings hätte die Volksrepublik noch geldpolitischen Spielraum, die Wirtschaft zu unterstützen, etwa durch die Mindestreservesätze. Den am aktuellen Rand schwachen Yuan habe er als normale Marktbewegung herunter gespielt.

Mario Draghi sorge sich um die Unabhängigkeit der Notenbanken, die zunehmend in Gefahr sei. In Punkto Italien habe er sich kritisch geäußert - Rom müsse aufhören den Euro infrage zu stellen und sich in der Haushaltsdebatte mit der EU einigen. In Bezug zur EZB Geldpolitik habe Ratsmitglied Villeroy de Galhauin Bali versprochen, dass bis zum Sommer mehr Klarheit über den ersten Zinsschritt herrschen werde. Draghi selbst habe dies bezüglich leicht auf die Bremse getreten, indem er die Gefahr eines zu schnellen Zinsschrittes hervorgehoben habe. (15.10.2018/alc/a/a)