FED setzt graduellen Leitzinserhöhungskurs zunächst fort


27.09.18 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet hat die US-Notenbank gestern den Leitzins um 25 BP auf 2,00% bis 2,25% erhöht, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Das sei die dritte Anhebung in diesem Jahr und insgesamt die achte im aktuellen Zyklus gewesen. Gemäß der aktualisierten Projektionen des Federal Open Market Committees (FOMC) würden die US-Währungshüter im Median weiter davon ausgehen, dass nach einer zusätzlichen Anhebung der FED Funds-Rate noch in diesem Jahr (voraussichtlich im Dezember) in 2019 drei weitere Zinserhöhungsschritte folgen würden. Ob diese umgesetzt würden, sei allerdings offen. Wir rechnen im kommenden Jahr lediglich mit zwei entsprechenden Beschlüssen (März und Juni), so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die Geldpolitik bereits restriktiv wirken, sodass die Analysten im Anschluss von einer längeren Pause im Zinszyklus der FED ausgehen würden. Im Statement zur Zinsentscheidung sei darauf verzichtet worden, den aktuellen Grad der Geldpolitik weiterhin als "locker" zu bezeichnen. FED-Chef Jerome Powell habe indes betont, dass dieser Umstand keine Änderung des künftigen geldpolitischen Pfades darstelle.

Die Tatsache, dass die US-Notenbank den Grad der Geldpolitik nicht mehr als akkommodierend ansehe, habe sowohl die Treasury-Renditen als auch den US-Dollar leicht geschwächt. So dürfte das Statement dahingehend interpretiert worden sein, dass die FED von ihrem Zinshoch nicht mehr weit entfernt sei. Per Saldo bleibe der graduelle Zinszyklus aber intakt. Da die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt davon ausgehen würden, dass sich die Wachstumsdynamik ab 2019 abschwäche, werde der Leitzins in 2020 - nach den drei erwarteten Zinserhöhungen im Dezember 2018 sowie im März und Juni 2019 - wohl erstmals wieder gesenkt werden. (27.09.2018/alc/a/a)