FED hebt US-Leitzins zum vierten Mal in diesem Jahr an


20.12.18 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das FOMC hat auf seiner gestern Abend zu Ende gegangenen Sitzung beschlossen, den US-Leitzins zum vierten Mal in diesem Jahr um 25 Basispunkte auf nunmehr 2,25 bis 2,50% anzuheben, so die Analysten von Postbank Research.

Während dieser Schritt auf breiter Front erwartet worden sei, sei die Unsicherheit bezüglich des weiteren Pfads der Geldpolitik in den USA zuletzt deutlich gestiegen. Vor diesem Hintergrund hätten viele Marktakteure im FOMC-Statement und den Ausführungen Jerome Powells auf der nachfolgenden Pressekonferenz nach entsprechenden, für mehr Klarheit sorgenden Hinweisen gesucht. Zwei Aspekte seien hierbei erwähnenswert. Zum einen würden die Währungshüter jetzt mehrheitlich nach zuvor drei nur noch zwei weitere Zinsschritte im kommenden Jahr erwarten. Zum anderen sei eine neue Formulierung ins FOMC-Statement aufgenommen worden, die darauf schließen lasse, dass das FOMC seinen zukünftigen geldpolitischen Kurs in zunehmenden Maße von der Entwicklung der ökonomischen Fundamentaldaten abhängig machen werde. Offenkundig sollten hierdurch die Marktteilnehmer dahingehend beruhigt werden, dass die US-Währungshüter darauf achten würden, keinen zu restriktiven, den Konjunkturaufschwung gefährdenden geldpolitischen Kurs einzuschlagen.

In der Nacht habe auch die Bank of Japan ihre letzte geldpolitische Entscheidung für das laufende Jahr bekanntgegeben. Wenig überraschend verbleibr der Leitzins dort auf seinem bisherigen Niveau von -0,10%.

Den Abschluss der geldpolitischen Entscheidungen der großen Notenbanken in diesem Jahr bilde heute Mittag die Zinsentscheidung der Bank of England. Hier würden die Analysten von Postbank Research keine Anzeichen sehen, dass die Währungshüter vor einer weiteren Klärung der Brexit-Modalitäten eine Anpassung ihres geldpolitischen Kurses in Betracht ziehen könnten. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Konjunktur in UK sich trotz aller BrexitSorgen vergleichsweise stabil präsentiere und der durch die Pfund-Abwertung importierte Inflationsdruck inzwischen wieder deutlich nachgelassen habe.

Der US-Index der Frühindikatoren dürfte im November auf seinem Vormonatsniveau stagniert haben. Er würde damit gleichwohl Signale für eine Fortsetzung des robusten Konjunkturaufschwungs in den USA, bei allerdings nachlassender Dynamik, aussenden. (20.12.2018/alc/a/a)