FED hebt Leitzinsspanne wie erwartet auf 2,25% bis 2,50% an


20.12.18 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet hob die US-Notenbank die Leitzinsspanne zum vierten Mal in diesem Jahr auf nun 2,25% bis 2,50% an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

FED-Präsident Jerome Powell habe zwar betont, die Wirtschaft habe sich bis zuletzt sehr stark entwickelt, die Abwärtsrisiken für den Konjunkturausblick hätten sich zuletzt aber verstärkt. Explizit habe er eine langsamere konjunkturelle Gangart in wichtigen Absatzmärkten - gemeint sein dürften damit in erster Linie die EU und China - sowie die leicht verschärften Finanzmarktbedingungen genannt, womit primär der Rückgang an den Aktienmärkten gemeint sein dürfte. In Folge der erhöhten Abwärtsrisiken hätten die FOMC-Mitglieder ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr etwas gesenkt und eine Mehrheit gehe nun davon aus, dass 2019 zwei Zinsschritte angemessen sein würden. Das sei einer weniger als noch im September angenommen. Mit Blick auf den Zeitpunkt der nächsten Zinsanhebung habe Powell betont, der Ausblick sei unsicher, weitere Zinsschritte würden aber entschieden von der Entwicklung der Konjunkturdaten abhängen. Konkrete Hinweise auf eine längere Pause vor der nächsten Zinsanhebung habe er nicht gegeben.

Bei US-Staatsanleihen habe die Kombination aus vorsichtigerer Konjunktureinschätzung und weniger in Aussicht gestellter Zinsanhebungen zu einem Renditerückgang vor allem am langen Ende geführt.

Die EU habe Großbritannien gestern in den Abgrund eines No-Deal-Brexit blicken lassen. Die vorgestellten Notfallpläne zur Abfederung eines solchen würden spartanisch ausfallen. Vor allem der für Großbritannien wichtige Finanzdienstleistungssektor hätte mit massiven Einschnitten zu kämpfen. Die Auswirkungen auf den Flugverkehr wären für die Briten wohl desaströs. (20.12.2018/alc/a/a)