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FED hat die Tür für eine mögliche Zinssenkung im Juli weit geöffnet


20.06.19 12:48
State Street

Boston (www.anleihencheck.de) - Nach der jüngsten Sitzung des FED-Offenmarktausschusses (Federal Open Market Committee - FOMC) nehmen Lee Ferridge, Leiter Multi-Asset Strategy, Americas bei State Street Global Markets, und Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA bei SPDR ETFs hierzu Stellung:

"Wie erwartet hat der FED-Offenmarktausschuss die Zinssätze in der heutigen Sitzung unverändert gelassen, aber die Tür für eine mögliche Senkung im Juli weit geöffnet", habe Ferridge gesagt. "Da der Markt davon ausging, dass bis zur Juli-Sitzung mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 80 Prozent mit einer Entspannung zu rechnen ist, ist dies das Mindeste, was der FOMC tun konnte, um die Erwartungen zu erfüllen. Schwache globale Wirtschaftsdaten, sinkende Inflationserwartungen und anhaltende Sorgen über den Handelskrieg erklären diese Zurückhaltung. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass es aus heimischer Sicht schwer ist, die drei Senkungen zu rechtfertigen, mit denen der Markt für den Verlauf des Jahres 2019 rechnet. Die Konjunktur wächst weiterhin über dem Trend, im Arbeitsmarkt haben wir Vollbeschäftigung, und während die Inflation unter dem Zwei-Prozent-Ziel bleibt, ist sie im Jahresvergleich nicht allzu weit entfernt vom Kern-Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCE), der bei 1,6 Prozent liegt. Sofern sich der inländische Hintergrund nicht weiter verschlechtert, ist es nach wie vor schwer zu glauben, dass der FOMC im Jahr 2019 drei Zinssenkungen vornehmen wird."

"Wie vom Markt allgemein angenommen und nach der Stellungnahme von Mario Draghi in Sintra zu erwarten, hat der FOMC in der heutigen Sitzung für Juli eine mögliche Senkung signalisiert", habe Lesné gesagt. "Unter Umständen reicht das mögliche Treffen zwischen den USA und China auf dem G20-Gipfel in Osaka nächste Woche nicht aus, um das langfristige Vertrauen wiederherzustellen, und auch die Inflationslage rechtfertigt es nicht, die Zinsen auf einem zu hohen Niveau zu halten. Kommt es im Juli zu einer vorsorglichen Zinssenkung? Dies ist denkbar, da die allgemeinen Frühindikatoren nicht in sich zusammenfallen und die Beschäftigungsdaten weiterhin stark sind, doch könnten sich die Auswirkungen der Handelsspannungen im weiteren Jahresverlauf zeigen. Angesichts der jüngsten Aufwärtsbewegung bei den Treasuries und der zuletzt positiven Schlagzeilen erwarten wir nicht, dass die Renditen für Treasuries bei diesen Neuigkeiten spürbar sinken werden. In der Zwischenzeit konnte der US-Dollar seine Anziehungskraft gegenüber dem Euro bewahren, wobei einige Währungen der Schwellenländer sich gefestigt haben und damit Anleihen in Lokalwährung aus diesen Märkten unterstützen." (20.06.2019/alc/a/a)