FED erhöht Leitzins und stellt weitere in Aussicht


20.12.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat das Leitzinsband erwartungsgemäß um 25 Basispunkte auf 2,25 bis 2,50% erhöht und einige weitere, graduelle Schritte als angemessen bezeichnet, so die Analysten der Helaba.

Es sei betont worden, dass die Zinsentscheidungen von einfließenden Konjunktur- und Preisdaten abhängig seien. Die Leitzinsprojektionen der FOMC-Mitglieder würden zwei weitere Erhöhungen im kommenden Jahr signalisieren. Ende September habe der Median noch bei drei zusätzlichen Schritten gelegen. Ende 2020 und 2021 werde ein Leitzinsband von 3,00 bis 3,25% als angemessen erachtet, im Vergleich zu 3,25 bis 3,50% bei der letzten Abgabe der Projektionen im September.

Die Zinserwartungen hätten sich schon Wochen vor der FOMC-Sitzung zurückgebildet, wofür hauptsächlich Konjunktursorgen verantwortlich gemacht worden seien. Hinweise darauf gebe es vonseiten der Datenveröffentlichungen allerdings nicht. Dies gelte auch mit Blick auf die heute anstehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und den Philadelphia-FED-Index, der weit im Expansionsbereich liege und damit für eine hohe konjunkturelle Dynamik spreche.

Heute treffe sich das geldpolitische Komitee der Bank von England. Die Notenbank habe in den vergangenen Wochen immer wieder vor einem ungeordneten "Brexit" gewarnt. Dieser könne die schwerste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg auslösen. Die Arbeitslosigkeit würde merklich zunehmen, das Pfund deutlich abwerten, die Hauspreise würden fallen und die Inflation steigen. Dadurch könne die Bank von England zu Leitzinsanhebungen gezwungen werden.

Auch heute dürfte es warnende Worte geben, während mit einer Veränderung der Geldpolitik nicht zu rechnen sei. Aktivitäten werde es wohl erst dann geben, wenn Klarheit über den geplanten EU-Austritt des Landes herrsche. Von konjunktureller Seite gebe es derzeit keinen Grund für eine restriktivere Geldpolitik. Die zuletzt veröffentlichten Daten hätten mehrheitlich enttäuscht, wie die Service-PMIs, Produktionszahlen oder die Entwicklung der Hauspreise. (20.12.2018/alc/a/a)