FED: Weitere Zinserhöhung im Dezember erwartet


09.11.18 12:30
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die Demokaten feierten. Die Republikaner - vor allem in Form des US-Präsidenten - ebenfalls, so die Börse Stuttgart.

Donald Trump spreche sogar von einem "enormen Erfolg" für sich und seine Partei. Fakt sei: Das Ergebnis der "Midterms" sei in etwa so ausgefallen wie im Vorfeld erwartet. Keine Partei habe beide Häuser für sich gewinnen können. Entsprechend verhalten sei die Reaktion an den Finanzmärkten ausgefallen: Wirklich größere Ausschläge habe es eigentlich nur an den US-Aktienmärkten gegeben - und auch das nur sehr verhalten, wie sich schlussendlich noch herausstellen sollte. Am deutschen Aktien- oder auch am Rentenmarkt habe man den Wahlausgang vergleichsweise gelassen zur Kenntnis genommen. Das verwunde insofern nicht wirklich, als dass bis dato nicht klar sei, was sich nach der Wahl in Sachen (Wirtschafts-) Politik ändern werde.

Die US-Midterm-Wahlen seien dann von den Anlegern auch vergleichsweise schnell abgehakt worden, Zeit zum Durchatmen sei jedoch keine geblieben. Denn bereits am Donnerstag habe der FED-Zinsentscheid angestanden. Größere Überraschungen auf der Zinsseite seien jedoch nicht erwartet worden - schließlich habe die US-Notenbank erst auf der vergangenen Sitzung die Zinsen angehoben. Eine Pressekonferenz sei ebenfalls nicht geplant gewesen, was ein weiteres Indiz dafür gewesen sei, dass die FED erstmals stillhalten würde. Schlussendlich sei es dann auch wie erwartet gekommen und die FED belasse den Leitzins weiterhin in einer Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent.

Wirklich spannend könnte es erst noch einmal im Dezember werden. Ökonomen und Analysten würden aktuell (noch) davon ausgehen, dass die FED noch einmal die Zinsen anheben werde - trotz zunehmender Kritik aus dem Weißen Haus. Stand heute, liege, so Beobachter, eine gewisse wirtschaftliche Abkühlung durchaus noch im Interesse der FED. In der weiter sehr robusten Konjunktur und dem weiter sehr starken Wachstum liege die latente Gefahr einer wirtschaftlichen Überhitzung. Einer solchen Gefahr könnte die FED durch eine weitere Zinserhöhung entgegenwirken.

Hinter dem Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) liege eine halbwegs bewegungsarme Handelswoche. Der Druck auf das deutsche Anleihenbarometer bleibe zwar weiterhin aufrecht, doch die Dynamik der Vorwoche habe spürbar nachgelassen. Analysten würden die Gefahr für den Bund-Future trotzdem nicht gebannt sehen. Im Gegenteil. Wenngleich es fundamental zuletzt kaum marktbeeinflussende Nachrichten gegeben habe, so scheine der Bund-Future vor allem aus technischer Sicht nachhaltig angeschlagen: "Der Abwärtstrend von Ende Oktober ist intakt und die Indikatoren sind gen Süden gerichtet", so eine aktuelle Einschätzung der Helaba. Vor allem im Bereich von 160,02 Prozentpunkten habe sich, nach Einschätzung von Analysten, mittlerweile eine recht stabile Widerstandszone ausgebildet. Im Augenblick scheine dem Anleihenbarometer die Kraft zu fehlen, diese Zone wieder nachhaltig überwinden zu können. (Ausgabe 44 vom 09.11.2018) (09.11.2018/alc/a/a)