FED: Erneute Leitzinsanhebung im Juni erwartet


02.05.18 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die deutschen Verbraucherpreise stagnierten im April im Vormonatsvergleich, so die Analysten von Postbank Research.

Die Inflationsrate habe bei 1,6% verharrt und damit leicht über den Erwartungen des Marktes gelegen. Dabei habe sich der Preisauftrieb bei den Komponenten Energie (+1,2% nach +0,5%) und Nahrungsmittel (+3,4% nach +2,9%) verstärkt, während er bei den Dienstleistungen (+1,5% nach +1,8%) nachgelassen habe. Hier habe sich ein Effekt der frühen Lage des Osterfestes in diesem Jahr gezeigt. Diese habe im März bei einigen Dienstleistungen zu einem temporären Preisschub geführt, der nun wieder korrigiert worden sei. Für die kommenden Monate würden die Analysten von Postbank Research basisbedingt sowie durch das derzeit erhöhte Niveau des Ölpreises mit einem Anstieg der Inflationsrate rechnen.

Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA habe sich im April deutlicher als im Vorfeld erwartet um 2,0 auf 57,3 Punkte abgeschwächt. Hierfür dürften insbesondere die Sorgen der Unternehmen vor einer Eskalation in den Handelsstreitigkeiten verantwortlich gezeichnet haben. Trotz des aktuell niedrigsten Niveaus des ISM-Indexes seit Juli letzten Jahres liege dieser nach weiterhin im expansiven Terrain. Die Analysten von Postbank Research würden daher unverändert davon ausgehen, dass der Aufwärtstrend in der US-Industrie Bestand habe.

Die wirtschaftliche Dynamik im Euroraum habe zu Jahresbeginn offensichtlich nachgelassen. Teilweise sei dies lediglich als Normalisierung zu werten, nachdem die Konjunktur zuvor ein sehr hohes Tempo angeschlagen habe. Verstärkend hätten sich aber temporäre Faktoren wie ungewöhnlich widrige Witterungsbedingungen oder, wie insbesondere im Falle Deutschlands, Streiks und eine starke Grippewelle ausgewirkt. Das EWU-BIP-Wachstum dürfte daher im 1. Quartal von 0,7% auf 0,3% nachgegeben haben. Dies wäre nach Einschätzung der Analysten von Postbank Research aber kein Grund zu konjunktureller Besorgnis. Die temporär dämpfend wirkenden Faktoren seien mittlerweile überwunden, so dass sich das Wachstum schon im laufenden Quartal wieder beschleunigen sollte. Für das BIP-Wachstum Italiens im 1. Quartal würden sie nach schwachen Produktionszahlen und Einzelhandelsumsätzen nur mit einem Plus von 0,2% rechnen.

Der Datenverarbeiter ADP veröffentliche seine Schätzung für die Stellenentwicklung im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Der Markt erwarte einen Wert von 198 Tsd. nach 241 Tsd. im Vormonat.

Das FOMC komme zu seiner geldpolitischen Sitzung zusammen. Nachdem das Gremium erst im März den US-Leitzins um 25 Basispunkte angehoben habe, sei diesmal nicht mit einem Drehen an der Zinsschraube zu rechnen. In dem begleitenden Pressestatement dürfte sich das FOMC jedoch zuversichtlich zeigen, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin positiv entwickle, und somit keinen Zweifel aufkommen lassen würden, dass der Leitzins auf der nachfolgenden Sitzung im Juni erneut angehoben werde. (02.05.2018/alc/a/a)