FED-Chef Powell sieht Leitzinsniveau noch "weit entfernt" vom neutralen Niveau


29.11.18 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Aussage von FED-Chef Powell, wonach sich der Leitzins "knapp unter" dem als neutral angesehenen Zinsniveau (bzw. der entsprechenden Spanne) befinde, sorgte gestern für Bewegung an den Finanzmärkten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Im Oktober habe Powell das Leitzinsniveau noch als "weit entfernt" vom neutralen Niveau charakterisiert. EUR/USD sei daraufhin um rund einen Cent auf über 1,1380 angestiegen, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sei auf gut 3,01 Prozent zurückgegangen. Nicht weniger als sechs regionale FED-Notenbankpräsidenten hätten heute bei einer Konferenz in Boston Gelegenheit ihre Sichtweise darzulegen, wie weit das aktuelle Zinsniveau vom neutralen Niveau entfernt sei. Auch das heute Abend zur Veröffentlichung anstehende FOMC-Sitzungsprotokoll der vorangegangenen Zinssitzung (8. November) sowie die US-Inflationsdaten am Nachmittag seien in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

In der Eurozone stünden heute neben Länderveröffentlichungen zur vorläufigen Teuerung im November (relevant im Hinblick auf die morgigen Preisdaten für die gesamte Eurozone) die Sentimentindikatoren der EU-Kommission im Blickpunkt. Das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone dürfte abermals zurückgehen, würde damit aber im Gegensatz zum PMI die konjunkturelle Dynamik weiterhin überzeichnen.

Auf dem Primärmarkt habe gestern Deutschland Anleihen mit Fälligkeit 2028 um EUR 1,7 Mrd. aufgestockt, die Emissionsrendite habe bei 0,34% gelegen. Für heute habe sich Italien mit 2023 und 2028 fällig werdenden Anleihen angekündigt. (29.11.2018/alc/a/a)