Erweiterte Funktionen

Euro-Unternehmensanleihemärkte: Weitere Ausweitungen vor allem bei Versorgern, Industrie und Einzelhandel


18.05.18 12:45
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Wenig Bewegung sowohl beim iBoxx als auch bei den CDS-Indices iTraxx und CDX, in der letzten Woche liefen die Spreads in erster Linie seitwärts, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Ein positives Signal habe dabei in der letzten Wochen die Bank Lending Survey der FED gegeben ("Senior Loan Officer Opinion Survey"). Die Kreditvergabebedingungen für Unternehmen seien seitens der Banken per Saldo gegenüber dem letzten Quartal leicht gelockert worden - zumindest für größere Unternehmen. Bei Krediten an Firmen mit einem Umsatz unter 50 Mio. US-Dollar seien die Kreditvergabebedingungen leicht verschärft worden. Die Kreditnachfrage dagegen sei für beide Unternehmensgruppen leicht zurückgegangen.

In der Branchenbetrachtung hätten sich bei Ernährung, Industrie und Automobil die Abstände zwischen den aktuellen Spreads und den Fünfjahresdurchschnitten mittlerweile fast geschlossen. Ausgeprägt seien sie noch bei Technologie (aktuell 15,5 Basispunkte gegenüber 38,1 Basispunkten im Durchschnitt), bei Einzelhandel und Industrie (jeweils 40 gegenüber 58) und Versorgern (50 gegenüber 76).

Das Branchenbild wirke damit deutlich weniger stabil als das Gesamtbild. Der Technologie-"Sektor" des iBoxx sei aktuell wesentlich von Anleihen bonitätsstarker US-Unternehmen geprägt und daher nicht hundertprozentig mit seinem Fünfjahresdurchschnitt vergleichbar. Die Frage sei, würden für die Zukunft die vier "unterdurchschnittlichen" Branchen den Trend vorgeben oder seien eher die andere Branchen, welche die Gesamtentwicklung vorwegnähmen?

Dazu schauen wir darauf, wie sich die Lücke zwischen dem aktuellen Wert und dem Durchschnitt seit Januar geschlossen hat, so die Analysten der HSH Nordbank AG. Klarer "Gewinner" dabei sei der Einzelhandel mit 26 Prozent (von 58 auf 32 Prozent Abstand zum Durchschnitt). Diese Entwicklung sei vorhersehbar gewesen. Es würden Technologie, Industrie und Automobil mit jeweils etwa 19 Prozent geringerem Abstand folgen. Schlusslicht seien Gesundheit (12,5 Prozent) und Telekom (15,4 Prozent).

Ein mögliches Fazit: Bei Einzelhandel, Versorgern und Industrie seien aus dieser Betrachtung heraus weitere Spreadausweitungen zumindest wahrscheinlicher als bei den anderen Branchen. (Ausgabe vom 17.05.2018) (18.05.2018/alc/a/a)