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Euro-Unternehmensanleihemärkte: Kreditspreads stabilisieren sich


24.11.17 10:15
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Unsere Benchmark für den Markt für Unternehmensanleihen steht sprichwörtlich still, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die Kreditspreads gemessen am iBoxx Corporates EUR hätten sich zur zurückliegenden Berichtswoche nur unwesentlich verändert. Der gegenwärtige Indexstand von 38,4 Bp entspreche fast genau dem Spreadniveau aus der vergangenen Woche (38,2 Bp). Auch ohne die Unternehmen des Finanzsektors sei im iBoxx Corporates wenig Bewegung zu beobachten gewesen (35,5 Bp vs. 34,7 Bp eine Woche zuvor). Die Analysten der HSH Nordbank AG schreiben die stabile Spreadentwicklung der zurückliegenden Tage maßgeblich der unverändert positiven makroökonomischen Stimmung zu, welche Anleiheinvestoren offenbar zu wenigen Anpassungen ihrer Portfolien veranlasste.

Das nahende Ende des EZB-Ankaufprogramms bestimme gegenwärtig die Diskussionen. Für viele Marktakteure seien ausweitende Kreditspreads und rückläufige Emissionsvolumina für Unternehmensanleihen zukünftig vorstellbar. Würden also die Bedingungen für Fremdkapital auch in Zukunft emittentenfreundlich bleiben oder müsse sich der Markt auf ein restriktiveres Finanzierungsumfeld einstellen?

Nehme man den Schuldscheinmarkt als Indikator für Emissionsaktivitäten und Fremdkapitalbedingungen, seien die Emissionsbedingungen im Euroland weiterhin günstig für Fremdkaptalplatzierungen. Bis zum Ende des dritten Quartals 2017 wurden nach den Berechnungen der Analysten der HSH Nordbank AG im Markt bislang Schuldscheindarlehen in Höhe von rund 19,5 Mrd. Euro syndiziert. Das Gesamtvolumen liege nur 5,8% unter dem des Rekordjahres 2016, in welchem rund 27,2 Mrd. Euro platziert worden seien. Das emittierte Volumen in 2017 werde sich nahe jedoch unter der Rekordmarke aus 2016 befinden.

Aber was sage das anhaltend hohe Emissionsvolumen am Schuldscheinmarkt über die Wirkungsweise des CSPPs aus? Zunächst würden in erster Linie multinationale Unternehmen als Bondemittenten von dem Rückgang in den Kreditspreads profitieren, der seit Beginn des CSPPs zu beobachten sei. Jedoch würden scheinbar auch kleine und mittlere Unternehmen erhebliche Unterstützung bei ihren Finanzierungsanstrengungen erfahren, wie die hohe Emissionsaktivität am Schuldscheinmarkt in 2016 und 2017 offenbare. Die günstigen Emissionsbedingungen für Unternehmensanleihen würden Spillover-Effekte auf den Kreditmarkt erzeugen, der maßgeblichen Refinanzierungsquelle für SMEs. Der Boom am Schuldscheinmarkt, wo in erster Linie Mittelständler aktiv seien, sei ein Indikator hierfür. Trotz marginal sich ausweitender Spreads würden die Emissionsbedingungen emittentenfreundlich bleiben. (Ausgabe vom 23.11.2017) (24.11.2017/alc/a/a)