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Euro-Staatsanleihemarkt: Risikoprämien bleiben weitgehend stabil


22.01.18 15:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklungen auf der Angebots- und Nachfrageseite auf dem Staatsanleihemarkt müssen nicht automatisch zu einer Veränderung der Renditen und Risikoprämien führen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Sie würden lediglich Faktoren darstellen, die im Zusammenspiel mit der Geldpolitik, der Entwicklung der Fundamentaldaten, dem Risikosentiment und der Staatsanleihenachfrage innerhalb und außerhalb des Euroraums deren Richtung mitbeeinflussen könnten. Insgesamt passe die Entwicklung der Angebotsseite dieses Jahr aber zu der Analysten-Erwartung eines begrenzten Aufwärtspotenzials für die Risikoprämien (10J vs. DE) von Euro-Staatsanleihen. Angesichts der Tatsache, dass die EZB dieses Jahr erneut mehr das gesamte Nettoneuangebot der EuroStaatsanleihen aufkaufe, sollte etwaige Aufwärtstendenzen der Risikoprämien dämpfen. Für die Kernländer (AT, FR, SK, IE) würden die Analysten 2018 folglich stabile Risikoprämien erwarten, für die südlichen Euroländer (IT, PT, ES, SI) nur eine moderate Aufwärtsentwicklung.

Tatsächlich habe die Entwicklung des Euro-Staatsanleihemarkts zu Jahresbeginn wieder gezeigt, dass Renditeanstiege infolge steigender Inflationserwartungen und falkenhafterer Notenbankkommunikation keineswegs mit erhöhten Risikoprämien einhergehen müssten. Vielmehr habe man erneut das "Sintra-Phänomen" beobachten können, d.h. steigende Benchmarkrenditen bei stabilen bzw. sinkenden Risikoprämien. Genau dieses Szenario strebe die EZB in Bezug auf den Ausstieg aus den Anleihekäufen an: Normalisierung der Geldpolitik ohne stärkere Fragmentierung der Finanzierungsbedingungen in der Eurozone. (22.01.2018/alc/a/a)