Erste Group-Anleihe: Unternehmensrating auf A- festgelegt - Anleihenews


26.03.18 10:45
Creditreform Rating AG

Neuss (www.anleihencheck.de) - Creditreform Rating hat am 9. März 2018 das Rating der Erste Group Bank AG (ISIN AT0000652011, WKN: 909943, Ticker-Symbol: EBO, Wien: EBS, Nasdaq OTC-Symbol: EBKOF) auf A- festgelegt, so die Creditreform Rating AG.

Der Ausblick sei stabil. Zudem habe Creditreform Rating das Rating der Debt Klassen wie folgt bestimmt. Das Rating der Additional Tier 1 sei auf BB+, das Rating der Tier 2 auf BBB- und das Rating des Senior Unsecured auf A- festgelegt worden.

Das Geschäftsjahr 2016 sei für die Erste Group Bank AG außerordentlich erfolgreich gewesen. Trotz sinkender Erträge und steigender operativer Aufwendungen habe u.a. aufgrund geringerer Risikokosten ein Rekordüberschuss erzielt werden können. Das anhaltend niedrige Zinsniveau im Euroraum sowie in engverbundenen Volkswirtschaften in Osteuropa biete jedoch weiterhin kaum Möglichkeiten, das Zinsergebnis nachhaltig zu verbessern.

Insbesondere jedoch das Osteuropageschäft biete für die Erste Group ein erhebliches Wachstumspotenzial, befänden sich diese Volkswirtschaften weiterhin in einem Aufholprozess. Dabei seien diese Volkswirtschaften jedoch nach wie vor sehr von der Weltwirtschaft und der west- und südeuropäischen Wirtschaftsentwicklung abhängig, wodurch sich nicht zu unterschätzende Risiken ergeben würden, sollte die jahrelange Boomphase seit der Eurokrise zu Ende gehen. Risikoerhöhend könnten sich auch europafeindliche, populistische Regierungen erweisen, welche den europäischen Integrationsprozess zurückdrehen bzw. aussetzen möchten.

Weiterhin belaste das regulatorische Umfeld den Bankensektor. In der Digitalisierung würden große Potenziale für die Erste Group stecken: Mit "George" hätten die Sparkassen in Österreich ein hochmodernes und flexibles Onlingbankingangebot geschaffen. Konsequent über alle Märkte ausgerollt, sei dieses Angebot für die Erste Group zukunftsweisend.

Die Ertragslage sowie die Ertragskennzahlen seien im Geschäftsjahr 2016 überzeugend gewesen. Zwar habe das Niedrigzinsumfeld zu geringeren operativen Erträgen geführt, jedoch habe sich das wirtschaftliche Umfeld weiter stark verbessert gezeigt, wodurch die Risikokosten enorm zurückgegangen seien und in einem hohen Jahresüberschuss gemündet hätten. Die CIR habe sich jedoch über den betrachteten Zeitraum maßgeblich verschlechtert. Starkes Kredit- und Einlagenwachstum hätten sinkende Zinserträge und steigende Verwaltungskosten nicht auffangen können. Die Erste Group werde daher in naher Zukunft vermehrt auf Einsparungspotenziale achten müssen.

Die Assetqualität zeige sich in einem weiterhin starken wirtschaftlichen Umfeld erheblich verbessert. Insbesondere in Osteuropa seien die NPL-Quoten erheblich gefallen. Im westeuropäischen Vergleich seien die Quoten jedoch weiterhin recht hoch.

Bedingt u.a. durch AT1-Emissionen und den hohen Jahresüberschuss habe sich die Eigenkapitalbasis weiter verbessert und insbesondere im Vergleich mit der Peergroup zugelegt. Nach wie vor seien die Quoten des regulatorischen Eigenkapitals jedoch vergleichsweise niedrig. Vorläufige Zahlen aus 2017 würden auf keine wesentliche Verbesserung zum Vorjahr schließen lassen. Trotz eines weiteren guten Jahres für die Erste Group hätten die Kennzahlen aufgrund der in gleichem Maße steigenden RWA-Quote nicht verbessert werden können. Hier sollte die Gruppe gegensteuern, um die Quoten nachhaltig zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf ein potenzielles Ende des aktuellen Boomzyklus. Gegenwärtig seien die Quoten jedoch weiterhin ausreichend. Die Liquiditätssituation sei zufrieden stellend.

Im Rahmen einer Szenarioanalyse käme es im "Best Case" zu einer deutlichen Verbesserung der Ratingnote, im "Worst Case" zu einer erheblichen Verschlechterung. Die Ratings von Bankkapital und unbesicherten Schuldtiteln würden sich aufgrund unserer Ratingmechanismen ähnlich verhalten, so die Creditreform Rating AG. Diese Ratings seien besonders anfällig für Veränderungen im Eigenkapital und der Kapitalstruktur der Banken im Allgemeinen. (News vom 09.03.2018) (26.03.2018/alc/n/a)