EZB und Riksbank belassen Leitzinsen unverändert


27.04.18 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Bundesregierung erwartet, dass die Ausnahmeregelungen der USA für die EU-Staaten bei den Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte nicht verlängert werden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Zölle dürften somit wohl ab 1. Mai auch für Europa gelten.

Die Riksbank, die schwedische Notenbank, habe gestern erwartungsgemäß das Leitzinsniveau bei -0,50% belassen, wobei der Ausblick "dovish" ausgefallen sei. Die Notenbank erwarte nun die erste Leitzinsanhebung erst zum Ende des Jahres 2018 (HSBCe: Oktober 2018). Die Währungshüter würden befürchten, dass das Anziehen der Inflation lediglich auf Währungseffekte und höhere Ölpreise zurückzuführen sein könnte. Die Schwedische Krone (SEK) habe zum Euro in Richtung von 10,50 SEK nachgegeben.

Die gestrige EZB-Sitzung habe keine besonderen Überraschungen mit unveränderten Leitzinsen und keiner Adjustierung der "forward guidance" geboten. Die Analysten würden frühestens im Juni einen Beschluss der Notenbanker erwarten, ihre Anleihekäufe über den Septembertermin 2018 hinaus mit einem monatlichen Volumen von dann aber nur noch 10 Mrd. EUR bis zum Jahresende 2018 fortzusetzen. Laut EZB-Chef Mario Draghi zeige sich bei der Kerninflation bislang kein überzeugender Aufwärtstrend. Der Euro habe sich zum USD letztlich auf rund 1,21 USD abgeschwächt.

Nach den US-Sanktionen gegen die Russische Föderation würden die Analysten eine abwartende Geldpolitik der Russischen Zentralbank erwarten. Die heutige Zinsentscheidung dürfte den Schlüsselsatz unverändert bei 7,25% belassen. Die jüngsten Kursverluste des Rubels würden voraussichtlich dazu beitragen, die aktuell noch bei 2,4% liegende Inflation in Richtung der Zielmarke von 4% zu beschleunigen. Preistreibend dürften sich Zuwächse der Reallöhne auswirken. Russische Staatsanleihen würden dadurch bei Anlegern an Attraktivität einbüßen.

Die Bank of Japan (BoJ) habe keine neuen geldpolitischen Weichenstellungen vorgenommen, jedoch den Zeitrahmen, innerhalb dessen ihre Inflationszielgröße (2%) erreicht werden solle, fallen gelassen. (27.04.2018/alc/a/a)