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EZB: Die erste Sitzung im Jahr 2018 steht an


19.01.18 17:06
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Am Donnerstag trifft sich der EZB-Rat zu seiner ersten Sitzung im Jahr 2018, so die Analysten der Nord LB.

Zum Jahreswechsel habe die EZB das Tempo der Nettoanleihekäufe halbiert, das EAPP solle aber mindestens bis September fortgeführt werden. Angesichts der hohen konjunkturellen Dynamik sei eine derart expansive Geldpolitik kaum noch gerechtfertigt - auch wenn die Inflationsrate Ende 2017 wieder leicht auf 1,4% Y/Y zurückgegangen sei.

Die Falken im EZB-Rat, die die öffentliche Debatte um den Jahreswechsel herum dominiert hätten, würden ein definitives Ende der Nettoankäufe im Herbst fordern. Dies sollte demnach schon bald vom EZB-Rat beschlossen und verkündet sowie entsprechende Anpassungen an der Forward Guidance vorgenommen werden. Da sich entsprechende Hinweise auch in den Accounts zur Dezembersitzung wiederfinden würden, habe dieser Aspekt hohe Aufmerksamkeit an den Märkten gefunden. Zumindest der Easing Bias, wonach man jederzeit bereit sei, das EAPP sowohl vom Volumen als auch von der Laufzeit her auszuweiten, müsste demnach zügig entfallen.

Zudem dürfte im Zuge dessen darüber diskutiert werden, in der Forward Guidance die Assetankäufe nicht mehr von einem nachhaltigen Anstieg der Inflation abhängig zu machen, sondern vielmehr die gesamte Geldpolitik an den Inflationsausblick zu koppeln. Allerdings hätten sich viele Ratsmitglieder zuletzt über die Folgen der aktuellen Eurostärke für den Inflationsausblick besorgt gezeigt. In das gleiche Horn dürfte Mario Draghi bei der Pressekonferenz stoßen, um mit einer regelrechten Verbalintervention die gestiegenen Zinserwartungen zu dämpfen. (19.01.2018/alc/a/a)