EZB dürfte die Leitzinsen vorerst niedrig lassen


12.12.18 09:15
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz schwacher Konjunkturdaten gingen EZB-Präsident Draghi und andere Ratsmitglieder im Vorfeld der Dezember-Sitzung davon aus, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung fortsetzen wird, so die Analysten der DekaBank.

Dennoch sähen sie die Gefahr, dass schwelende Risiken rund um die globalen Handelsstreitigkeiten und die italienische Staatsverschuldung auf die Inlandsnachfrage ausstrahlen würden. Nach der voraussichtlichen Einstellung ihrer Nettowertpapierkäufe zum Jahresende dürfte die EZB daher zunächst sehr vorsichtig agieren. Dies beinhalte, die Leitzinsen vorerst niedrig zu lassen und Rückflüsse aus fällig werdenden Wertpapieren bis auf weiteres wiederanzulegen. Auch rechnen die Analysten der DekaBank mit neuen langfristigen Refinanzierungsgeschäften, um die auslaufenden Langfristtender TLTRO-II zu ersetzen. Die hohe Überschussliquidität drücke die Geldmarktsätze daher weiterhin in Richtung des negativen Einlagensatzes. Dessen erste Anhebung würden die Analysten für September 2019 erwarten. Dies setze allerdings voraus, dass sich zuvor das konjunkturelle Umfeld stabilisiere und die Kerninflation einen nach oben gerichteten Trend ausbilde. (Ausgabe Dezember 2018 / Januar 2019) (12.12.2018/alc/a/a)